Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Mein Sohn (16 Monate) isst wenig und trinkt seine Milch nicht

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Hallo!

Ich mache mir langsam etwas Sorgen, weil ich mich mit meinem Sohn (16 Monate) nicht wirklich nach den Empfehlungen für Ernährung, die uns der Kinderarzt mitgegeben hat, richten kann.

Was er so isst:

Frühstück: 2-3 Löffel Porridge oder Müsli (sehr wenig!) dazu stelle ich ihm ein Glas lauwarme Milch hin, davon trinkt er vielleicht 50 ml

Mittagessen: Hier isst er meistens ganz gut (ca. 200 Gramm) - er isst bei uns mit (meist Gemüse/Fleisch/Fisch), wenn wir unterwegs sind, schafft er ein Gläschen mit 180 Gramm.

Abendessen: 1 Brot mit Frischkäse oder Butter, ca. 1 Tomate, ca. 1/4 Gurke - auch hier biete ich ihm zusätzlich ein Glas Milch an, von dem er sehr wenig trinkt


Zwischenmahlzeiten akzeptiert er nicht wirklich. Ich esse jeden Mittag nach dem Mittagsschlaf eine Portion Obst und biete ihm davon an, aber es interessiert ihn nicht. Ab und zu unterwegs mal eine Reiswaffel oder eine Banane.
Was mir aber am meisten Sorgen macht ist, dass er von der Milch nur so wenig trinkt, obwohl das überall empfohlen wird. Können Sie mich hier beruhigen?

Ich muss dazu sagen, dass ich ihn noch stille - morgens nach dem Aufwachen/bzw. während der Nacht, Mittags zum Mittagsschlaf und Abends beim ins Bett bringen.

Habe Angst, dass er Mangelerscheinungen entwickeln könnte und freue mich über einen Rat.

Danke!

Liebe Grüße

Limoncello

von Limoncello am 15.09.2020, 21:45 Uhr

 

Antwort auf:

Mein Sohn (16 Monate) isst wenig und trinkt seine Milch nicht

Hallo Limoncello
Weißt du, worin sich euer Speiseplan konkret von den offiziellen und allgemeinen Ernährungsempfehlungen zur Kleinkinderkost untrerscheidet?
Du stillst dein Kind noch. Und hierzu gibt es keinerlei konkrete Angaben in den Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder (1-3 Jahre). Es sind hier keine diesbezüglichen Mengenangaben vermerkt.
In den allgmeinen Ernährungsempfehlungen findest du konkrete Angaben zur Kuhmilch. Da du dein Kind stillst, bekommt es Milch. Die Kuhmilch kannst (nicht müssen, sondern können) du bei euch zusätzlich in den Speiseplan integrieren. Du kannst sie insbesondere im Rahmen der üblichen Familienkost geben oder zur Gewöhnung an eine kleine Menge zum Frühstück/Abendessen dazu - ebenfalls zur Gewöhnung - für die Zeit nach dem Abstillen.
Serviere die Milch anfangs noch aus einem ganz kleinen Trinkgefäß mit einem kleinen Trinkrand (max 5cm Durchemsser), denn das erleichtert das Trinken.

Momentan stillst du dein Kind noch häufig. Du weißt nicht, wie viele Kalorien dein KInd dadurch tatsächlich aufnimmt. Möglicherweise aber immerhin noch mindestens so viele, dass er grob umrissen gerechnet, etwas weniger feste Nahrung braucht.
Ob dein Kind insgesamt ausreichend isst und trinkt, kannst du bzw der KiA am Entwicklungsverlauf sehen. Wenn dein (gesundes) Kind altersentsprechend entwickelt ist und meistens fröhlich und aktiv ist, wenn also alles soweit in Ordnung ist, dann wäre das prima und dein Kind ausreichend genährt.
Wenn dein Kind allerdings meistens eher lustlos und antriebsarm, müde und an Essen gar nicht interessiert ist, dann solltest du nochmals mit dem KiA sprechen.
Aus deinem Posting liest sich eher nichts Außergewöhnliches oder Sorgenbereitendes. Du schreibst viel eher von der Sorge, dass dein Kind nicht nach Plan isst. Du schreibst, dass er isst, vielfältig und durchaus gewöhnlich. Du vermutest lediglich, dass es zu wenig sei, weil du aufgrund der Empfehlungen andere Erwartungen hast.
Berücksichtige in Zukunft einfach dieses: dein Kind bekommt über Muttermilch ebenfalls Energie und Nährstoffe.
Beim Stillen bekommt dein Kind sogar noch viel mehr. Stillen bietet deinem Sohn auch Sicherheit und Geborgenheit. Es ist eine Tankstelle für alles Mögliche. Sofern du deinem Sohn Erfahrungen mit Famlienkost nicht absichtlich und willentlich vorenthältst um deinen Sohn stattdessen absichtlich und willentlich zum Sttillen zu zwingen, steht dem noch vielen Stillen bei deinem gesunden und normal entwickelten Kind nichts im Wege. (Vermehrtes) Stillen sollte die normale Entwicklung bei deinem Kind nicht beeinträchtigen - darf diese wohl aber ergänzen.
Ermögliche deinem Kind vielfältige gemeinsame Esserfahrungen und verdränge Brei und Gläschen immer weiter. Dein Kind kann und sollte jetzt richtige Speisen, und diese selbständig, essen. Karoffeln, Nudeln, Gemüsestücke, Waffeln, Frikadellen, Pommes, Banane am Stück, Pfannkuchen, Pizza, u.v.m.
Dein Kind braucht keinen Brei mehr oder nur ausnahmsweise und/oder ergänzend zu anderen Speisen. Biete deinem Kind geeignete Familienkost.

Dein Kind kann immer nur so viel essen wie er hungrig ist.
Wenn dein Kind noch sehr viel Muttermilch trinkt, dann hat er vielleicht weniger Hunger. Versuche das Stillen sinnvoll in euren Essplan zu integrieren. So dass dein Kind zu den eigentlichen Mahlzeiten soweit hungrig ist, so dass er wenigstens den Anreiz hat etwas probieren zu können. Jetzt ist eine wertvolle Zeit in der euer Kind lernen sollte, einfach mitzuessen. Dafür wäre es gut, wenn er diverse Esserfahrungen machen kann. Immer und immer wieder.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 17.09.2020

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