Mitglied inaktiv
Liebe Frau Welter, Mika ist mitlerweile 9 Monate alt und ich komme irgendwie mit der Beikost nicht weiter. Da Mika stark allergiegefährdet ist, habe ich nach ca 6,5 Monaten erst einmal langsam mit Gemüse angefangen, dann irgendwann, so mit 7,5 Monaten mit einem Getreide-Wasser-Mandelmus-Obst Brei. Mittags ißt er jetzt nicht mehr als ein halbes Gläschen Gemüse mit Kartoffel, danach weigert er sich strikt weiterzuessen. Wenn ich ihm die Brust anbiete, trinkt er, ansonsten ißt er eben mittags nichts weiter. Abends ißt er dann seinen Brei, mal mehr mal weniger, auf jeden Fall bekommt er vor dem SChlafengehen noch die Brust. Gestern abend hat er sehr viel Brei gegessen und hat zum ersten Mal seit März wieder durchgeschlafen, ansonsten wurde er 2-3 Mal nachts wach und wollte dann auch gestillt werden. Meine Frage ist nun, wir bringe ich ihn dazu, mehr Beikost zu essen - er trinkt eben lieber an der Brust und weiß, wenn er keinen Bei ißt, gibt es eben nachher die Brust! So wird er an manchen Tágen fast nur gestillt.. Achja, zwischendurch trinkt er gerne Wasser mit Saft aus einer Schnabeltasse oder aus dem Glas. Ich möchte ihn gerne bis zu seinem 1. Geburtstag stillen, aber ich dachte eigentlich daran, ihn jetzt langsam daran zu gewöhnen, nur noch nachts und morgens an der Brust zu trinken und nicht noch immer nach den Breimahlzeiten bzw. teilweise auch anstatt. Ich habe übrigens auch schon verschiedene Zeiten ausprobiert, an Müdigkeit bzw. fehlendem Hunger liegt es nicht! Haben Sie irgendwelche Tipps, wie ich ihn behutsam daran gewöhnen kann? Vielen lieben Dank im voraus Ihre Anja
? Liebe Anja, das Zauberwort in Ihrer Situation heißt „Geduld". Sie können ein Kind nicht zwingen, mehr zu essen, als es möchte und es wäre auch gar nicht sinnvoll, ein Kind dazu überreden zu wollen, dass es mehr isst, als es will, dadurch könnte das Kind verlernen, auf sein natürliches Sättigungsgefühl zu hören. Es ist für viele Menschen in unserer Gesellschaft ein sehr gewöhnungsbedürftiger Gedanke, dass ein neun Monate altes Baby noch sehr viel an der Brust trinkt, doch es ist absolut normal, dass ein Kind in diesem Alter dem Begriff „BEI"-Kost folgend, die Muttermilch weiterhin als Hauptnahrungsmittel genießt und die Beikost als ergänzende Nahrung zu sich nimmt. Diese Relationen kehren sich (wenn nicht von der Mutter vorher eingegriffen wird) erst nach dem ersten Geburtstag um. Die Hoffnung vieler Mütter, das Kind würde länger schlafen, sobald es mehr Beikost isst, ist ebenfalls sehr trügerisch (auch wenn dies jetzt bei Ihnen einmal der Fall ist). Studien belegen, dass es keinen wirklichen Zusammenhang zwischen Ernährung und Schlafverhalten gibt. Wenn Sie nun allmählich darauf dringen wollen, Ihr Kind abzustillen und Beikostmahlzeiten als Ersatz für das Stillen einzuführen, dann bleibt Ihnen nur geduldig und konsequent die Beikost anzubieten und die Brust zu verweigern. Dabei sollte nach Möglichkeit nicht abrupt vorgegangen werden, sondern eher, die Zeit an der Brust immer weiter eingeschränkt werden. Rechnen Sie nicht mit einem absolut geradlinigen Verlauf des Abstillens, gelegentliche Rückschritte kommen vor und sind normal. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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