Anwo
Hallo Biggi, danke für deine Antwort. Er ist inzwischen elf Monate alt, die ganzen Anfangshürden haben wir bereits hinter uns, auch dank der Ratschläge der la leche league und des Forums hier. Er nimmt bisher weder Flasche noch Schnuller. Von Anfang an nicht. Meine milchmenge habe ich gut in den Griff bekommen, ich biete ausschließlich ein und dieselbe Brust 12h an. Dadurch konnte ich die Menge gut Runterregulieren. Meine Frage jetzt ist, ob es möglich wäre komplett einseitig zu stillen? Da es dem aktuellen Bedarf ja noch zu viel zu sein scheint. Er möchte die Brust im Moment gern zur Beruhigung, "nur nuckeln" gibt's bei uns nicht, da ich sofort zu spenden beginne. Er wacht leider nach wie vor manchmal vor Schmerzen weinend auf- wenn er Zahnt ist der Effekt ausgeprägter. Versuche schon 4h Pause zwischen allen Mahlzeiten einzuhalten, aber es ist schwer. Sollte ich ihn besser Abstillen? Freue mich auf Rückmeldung, danke und liebe Grüße
Liebe Anwo, ich würde nicht zum Abstillen raten, jedenfalls nicht allein deshalb, weil dein Sohn die Brust auch zur Beruhigung möchte und du offenbar weiterhin sehr viel Milch produzierst. Mit elf Monaten ist es grundsätzlich problemlos möglich, einseitig zu stillen. Jede Brust reguliert ihre Milchproduktion weitgehend unabhängig von der anderen. Eine Brust kann deshalb durchaus die gesamte Milchmenge für ein Kind produzieren. Ich würde allerdings nicht versuchen, ihn immer vier Stunden von der Brust fernzuhalten. Wenn er die Brust zur Beruhigung möchte, darf er sie grundsätzlich bekommen. Gerade in diesem Alter ist Stillen längst nicht mehr nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Nähe, Regulation, Trost und Einschlafhilfe. Dass du beim Nuckeln sofort einen Milchspendereflex bekommst, ist dabei natürlich schwierig, wenn du ohnehin mit einem Überschuss kämpfst. Bei ausgeprägtem Überschuss werden jedoch normalerweise deutlich kürzere Blöcke von etwa 3–4 Stunden beschrieben, da die Milch sonst umso heftiger kommt. Und noch etwas finde ich bei deiner Schilderung wichtig: Dass er manchmal vor Schmerzen weinend aufwacht und es beim Zahnen schlimmer wird, würde ich nicht automatisch der Milchmenge zuschreiben. Wenn tatsächlich Bauchschmerzen dahinterstecken, könnte ein sehr kräftiger Milchfluss bzw. eine große Milchmenge eine Rolle spielen – aber mit elf Monaten würde ich auch andere Ursachen für die nächtlichen Schmerzen im Blick behalten. Hast du schon einmal versucht, deinen Sohn anzulegen, um ihn dann noch einmal abzunehmen und dann zu warten, bis der erste Schwall Milch von alleine rausgelaufen ist? Oder den Milchspendereflex erst manuell auslösen und ihn erst anzulegen, wenn die Milch nicht mehr so arg fließt? Versuche doch einmal, deinen Kleinen in den nächsten Tagen öfters anzulegen und ihm nur eine Seite anzubieten und melde dich dann. Oder aber wir treffen uns per Video und besprechen die Situation in Ruhe und dukannst mir viel mehr Infos geben. Lieben Gruß Biggi
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