Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Kind 10 Monate, stiller Reflux, abends

Frage: Kind 10 Monate, stiller Reflux, abends

Anwo

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Liebe Biggi, tausend Dank für eure tolle Arbeit hier. Bereits in meiner Letzten Stillzeit wusstet ihr Rat- damals war es ein undiagnostizierter soor der Milchgänge.  Jetzt ist unser jüngster Sohn 10monate. Ich Stille ihn noch nachts (ca 23, 2:00, 5:00) "im Schlaf und schlafend", das klappt super, und Abends. Selten auch zum Mittagsschlaf. Abends möchte er gern einschlaf-stillen, "übertrinkt" dann aber und bekommt dann einen Reflux. (Jetzt seit einigen Tagen wieder, vorher immer mal Phasenweise). Stille ihn auf der Seite liegend auf einem Kissen erhöht, sodass sein Oberkörper hochgelagert ist.  Ich habe sehr viel Milch, Stille daher "tagsüber" und zum abend eine Brust und nachts die andere. Dadurch reduziere ich die milchmenge soweit wie möglich (?).  Es isst bereits gut mit am (entwürtzen) Familientisch.  Den Reflux bekommt er Abends aber gleich ob er Abend gegessen hat oder nicht. Auch das "zudrücken" der Milchgänge hilft nicht wirkich, da er dann zornig wird, dass es nicht richtig fließt.  Gern möchte ich die Stillbeziehung weiterführen, aber er weint die letzten Tage oft vor Schmerz, streckt sich durch, sodass ich ihn stundenlang umher tragen muss, bis er verdaut hat.  Ihn anders ins Bett bringen ist leider nicht Recht möglich (mir, meinem Mann schon), da er die Milch riecht und sucht. Soll ich eine Brust komplett "trockenlegen"? Würde das helfen? Ich freue mich auf Tipps und sende schöne Grüße aus dem sonnigen Dahme.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Anwo, es kann gut sein, dass dein Baby mit der vielen Milch und dem starken Milchspendereflex nicht zurecht kommt (was nicht heißen muss, dass du zu viel Milch hast). Beobachte einmal eine Stillzeit ganz genau. Verschluckt sich dein Baby sehr leicht? Hast du den Eindruck, dass die Milch sehr rasch aus deiner Brust fließt? Fließt deinem Kind Milch aus den Mundwinkeln, weil es beim Schlucken nicht nachkommt? Wenn du die obigen Fragen mit „Ja" beantworten kannst, dann könnte es sein, dass du einen sehr starken Milchspendereflex hast und dein Baby mit der plötzlich in großer Menge fließenden Milch nicht zurechtkommt.  Das kann dann auch die Schmerzen verursachen. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg auf Stillen". Dazu hältst du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Das ist in der Nacht sicherlich unbequem, allerdings siehst du dann, ob es an der Anlegetechnik liegt. Bekommt dein Baby einen Schnuller oder eine Flasche? Es könnte auch sein, dass dein Baby durch den Schnuller oder die Flasche saugverwirrt ist und deshalb falsch an der Brust trinkt. Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen.  Wie ist es denn tagsüber?  Hast du den Eindruck, dass dein Kind im Halbschlaf besser trinkt? Ich freue mich auf deine Antwort und wünsche dir eine gute Nacht Biggi  


Anwo

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Nachtrag:  Er zahnt momentan auch doll und würde abends auch deuuuutlich mehr stillen.. leider wäre das mit dem Reflux völlig kontraproduktiv. Ich möchte ihm gerne helfen, dass er dem saugbedürfnis nachgehen kann ohne leiden zu müssen. Schnuller nimmt er nicht.


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