MiriG1234
Hallo liebe Expertinnen, Ich wende mich an Sie da ich im Moment ziemlich verzweifelt bin wegen des Still"Verhaltens" meines 17 Monate alten Sohnes. Er schläft bei mir abends nur mit Einschlafstillen ein. Etwas anderes ist bei ihm nicht möglich. Nur dazulegen, Buch anschauen bis er müde wird oder tragen funktioniert überhaupt nicht bei ihm. Entweder er turnt munter im Bett weiter oder er plärrt sich so in Rage, dass ich ihm dann wieder die Brust gebe. Einen Schnuller nimmt er seit dem 9 Lebensmonat nicht mehr. Wenn ich untertags nicht da bin ( zweimal die Woche vormittags gehe ich arbeiten) schläft er bei meinem Mann und seinen Omas mit Fläschchen geben, Kinderwagen oder Autofahren ein. Das Hauptproblem sind bei uns jedoch die Nächte. Ich lege ihn meist zwischen 19-20 Uhr ins Bett und er schläft. Meist wacht er dann nach ein- zwei Stunden auf und schläft nur mit Stillen weiter. So geht es die ganze Nacht. Sobald er merkt, dass er keine Brust mehr im Mike hat, protestiert er. Ich lege ihn abends in sein Bettchen und nach dem ersten Aufwachen lege ich mich dann dazu da es dann keinen Sinn mehr hat den Raum zu verlassen. Mein Mann schläft meistens in einem extra Zimmer. Er ist selbstständiger Handwerker und arbeitet meist 60 Stunden pro Woche, geht um 6 ausser Haus und kommt selten vor 19 Uhr nach Hause. Wenn mein Mann da ist kümmert er sich liebevoll um unseren Sohn aber aufgrund seines massiven Arbeitspensums bin ich Hauptbezugsperson. Unser Sohn lässt sich abends nicht von ihm ins Bett bringen und lässt sich auch nicht von uns ihm nachts trösten. Ich muss immer mit Brust zur Verfügung stehen. Ab 01.10 kommt unser Sohn 4 Tage die Woche bis mittags in die Krippe da ich dann wieder mehr arbeiten muss. Unser Sohn ist ein fröhlicher, aufgeschlossener kleiner Junge der auch meiner Meinung nach schon sehr fit und beweglich ist für sein Alter. Nur essen tut er leider nicht viel. Untertags versuche ich seit letzter Woche nur noch 1-2 zweimal zu stillen (zum Einschlafen und oft nochmal kurz in der Früh oder nachmittags). Wenn es nach unserem Sohn ginge würde er am Liebsten den ganzen Tag Stillen. Ich hatte jedoch letzte Woche einen mehr als niederschmetternden Termin beim Kinderarzt der mich stark verunsichert hat. Wir waren nur zum Impfen dort aber habe mich dann doch wegen der anstrengenden Nächte und des wenigen Essens dort beraten lassen. Die Ärtzin sagte mir deutlich, dass ich unseren Sohn nicht mehr stillen soll da es sich um Nahrung für Babys handelt und die Milch unseren Sohn nicht mehr reicht. Er trinke sich in der Nacht satt und hat dann untertags keinen Hunger. Sie meinte, dass kann ganz schnell zu Entwicklungsstörungen kommen und ich solle aufjedenfall schauen, dass er vor dem zweiten Geburtstag abgestillt ist. Sie meinte es nicht böse aber es hat mich doch sehr getroffen da ich der Meinung war, dass das Stillen meinem Sohn gut tut.. Zur weiteren Ergänzung noch, mein Sohn bekommt von uns Fleisch und Wurst, genauso wie natürlich Obst, Gemüse, etc. angeboten. Ich selbst bin Vegetarier. Er hat Interesse an allem was wir so essen aber isst selbst nur (sehr)kleine Mengen... Ich weiß im Moment garnicht mehr wo wir stehen, was ich falsche mache.. Die Nächte sind unglaublich anstrengend und ich merke, dass ich selbst am Ende meiner Kräfte angekommen bin, vorallem da es mich massiv unter Druck setzt immer nachts zur Verfügung zu stehen. Aus gehen abends ist für uns ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Und meine größte Sorge ist einfach, dass ich mit dem nächtlichen Stillen ihm schade, seinen Hunger unterdrücke. Aber es ist wirklich die einzige Möglichkeit ihn nachts zu beruhigen. Alle anderen Versuche scheiterten bisher vergeblich und waren für uns sehr, sehr schlimm. Ich kann meinen Sohn auf keinen Fall so lange schreien lassen. Auch die Brust kurz vor dem Einschlafen zu entziehen um die Assoziation zu lösen lief bisher vergeblich.. Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Zeit und Unterstützung und auch dafür, dass man sich auf diesem Portal kostenlos Rat einholen kann. Ich habe schon sehr, sehr viele andere Beiträge gelesen und davon profitiert. Vielen Dank! Herzliche Grüße, Miri
Liebe Miri, also zunächst einmal erlaube mir bitte, dich einmal fest in den Arm zu nehmen, denn ich spüre deine massive Verunsicherung sehr und ich möchte dir sagen, dass du NICHTS falsch gemacht hast. Um die Sorgen der Ärztin zu beruhigen, kannst du einmal ein Blutbild machen lassen, denn es kommt vor, dass Kinder appetitlos sind, wenn ein Zink- oder Eisenmangel vorliegt. Wenn da alles passt, kannst du beruhigt abwarten, bis dein Sohn von alleine mehr isst :-). Was sollst du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus lass zunächst unbedingt die Werte kontrollieren. Wenn es dir und deinem Kind beim Stillen gut geht, dann gibt es keinen Grund, dass du jetzt sofort abstillst. Du schadest damit weder dem Kind noch dir, im Gegenteil es gibt eine ganze Reihe von gut dokumentierten Vorteilen sowohl für dich als auch dein Kind, die sich aus einer längeren Stillzeit ergeben. Trotzdem kann dein Kleiner nun langsam lernen, dass du nicht immer bereit bist und auch Auszeiten brauchst. Am besten wäre es, wenn du schrittweise vorgehen würdest und anfangs stillfreie Stunden einführen würdest. Kennst du Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte“? Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet, haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch Weinen oder Schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst du deinem Kleinen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Die ersten paar Nächte werden nicht einfach werden und dein Kind wird erst einmal toben. Vielleicht kannst du an einem Wochenende beginnen, damit du tagsüber etwas ausruhen kannst. Dein Kind wird sich irgendwann an die neue Situation gewöhnen und ihr werdet das auch schaffen. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Sohn wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Wenn du magst, können wir uns auch in der Live-Stillberatung treffen und in Ruhe miteinander sprechen. Lieben Gruß Biggi
MiriG1234
Nachtrag: Ich möchte gerne noch ergänzen, dass ich sehr gerne Stille und das eigentlich auch noch nicht aufgeben möchte. Vorallem weil mein Sohn es so genießt und ich auch mit der Kinderkrippe ihm damit Halt und Immunschutz geben möchte.
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