sefis
Hallo, ich bin aktuell zum zweiten Mal schwanger. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich ab 36+0 Kolostrum per Hand ausgestrichen und dabei auch schon eine gute Menge gewonnen. Wie viel es damals genau war, weiß ich leider nicht mehr. Mein erstes Kind kam bei 36+6 zur Welt, also nur wenige Tage später. Ich habe anschließend zwei Jahre lang gestillt. Nun frage ich mich im Nachhinein, ob das Ausstreichen des Kolostrums möglicherweise etwas mit der frühen Geburt zu tun gehabt haben könnte. Ich hatte damals jeweils etwa 10 Minuten pro Seite ausgestrichen. Die Geburt begann mit einem Blasensprung und verlief anschließend sehr zügig: Etwa sieben Stunden nach dem Blasensprung war mein Kind geboren. In der jetzigen Schwangerschaft habe ich mich deshalb zunächst nicht getraut, Kolostrum auszustreichen, weil ich auf keinen Fall wieder ein Frühchen bekommen wollte. Seit 37+2 mache ich es nun aber doch und habe die Dauer auf 5 Minuten pro Seite verkürzt. Dabei bekomme ich aktuell etwa 6 ml pro Seite – also insgesamt ungefähr 12 ml pro Durchgang. Das kommt mir schon nach einer recht ordentlichen Menge vor. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich bereits einmal gestillt habe und die Brust bzw. die Milchdrüsen sozusagen schon „Erfahrung“ haben und schneller bzw. mehr Kolostrum produzieren. Dazu hätte ich einige Fragen: - Gibt es eine Menge, ab der man sagen würde, dass man eigentlich „genug“ Vorrat hat und weiteres Ausstreichen keinen zusätzlichen Nutzen mehr bringt? - Kann das Ausstreichen von Kolostrum tatsächlich eine Geburt vor dem Termin auslösen bzw. begünstigen? Oder ist es eher unwahrscheinlich, dass meine erste Geburt bei 36+6 damit zusammenhing? Vielen Dank für die Einschätzung! LG
Liebe sefis, Deine Überlegung ist absolut nachvollziehbar und im Nachhinein sieht das natürlich erst einmal nach einem möglichen Zusammenhang aus. Nach dem heutigen Wissensstand würde ich diesen Zusammenhang aber nicht für wahrscheinlich halten. Das Ausstreichen der Brust kann über die Ausschüttung von Oxytocin theoretisch auch Gebärmutterkontraktionen auslösen. Deshalb wird antenatales Kolostrum-Ausstreichen vor der 36. Schwangerschaftswoche bei unkomplizierten Schwangerschaften in der Regel nicht Beim Handentleeren kann es durchaus einmal Kontraktionen bzw. Braxton-Hicks-Kontraktionen auftreten. Das ist der Grund, warum bei Frauen mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko besondere Vorsicht gilt. Sprich bitte mit deinem Arzt, was er dazu sagt. Und nun zum deiner Menge. Ja, das ist eine schöne Menge – aber kein Grund zur Sorge und auch kein Zeichen dafür, dass du „zu viel“ produzierst. 6 ml pro Brust nach fünf Minuten sind für Kolostrum durchaus ordentlich. Gleichzeitig gibt es beim antenatalen Kolostrum keine definierte Zielmenge, bei der man sagen könnte: „Jetzt hast du genug und weiteres Ausstreichen bringt nichts mehr.“ Auch, dass du beim zweiten Kind mehr bekommst, ist gut erklärbar, denn die Brust ist nach einer vorausgegangenen Schwangerschaft und vor allem nach zwei Jahren Stillzeit nicht mehr dieselbe wie vor der ersten Schwangerschaft. Die Milchdrüsen haben bereits eine komplette Laktation durchlaufen. Bei einer weiteren Schwangerschaft kann die Brust deshalb durchaus anders und teilweise schneller auf die hormonelle Vorbereitung reagieren. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass du nun „mehr Kolostrum produzierst“, weil du schon einmal gestillt hast. Es kann auch sein, dass du durch deine Erfahrung viel effektiver ausstreichen kannst und die Brust auf die Stimulation sehr gut reagiert. Ich würde dir raten, jetzt erst mit dem Arzt zu sprechen, ob es sinnvoll ist, weiterhin auszustreichen. Lieben Gruß Biggi
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