AnniLi42
Liebe Biggi, eigentlich ist meine Stillreise vorerst vorbei. Ich habe seit November 2021 im Prinzip über 4,5 Jahre durchgängig gestillt - erst ein Kind, dann ein paar Tage Tandem bis das erste keine Lust mehr hatte und dann das zweite Kind. Junior 2 hat das Stillen über zweieinhalb Jahre durchgezogen, das letzte halbe Jahr davon in erster Linie abends zum Einschlafen oder nachts, wenn er nicht wieder einschlafen konnte. Die letzten 3 Stillmonate war es auch nicht mehr jede Nacht, sondern nur noch ein paar Mal pro Woche, weil er sich endlich ohne große Gegenwehr auch vom Papa regelmäßig ins Bett bringen lassen hat und auch nachts nur noch selten wach wurde. Und irgendwann hat er aufgehört, bei mir nach dem Stillen zum Einschlafen zu fragen. Das Abstillen lief also schleichend und total unkompliziert, weder für ihn noch für mich war irgendetwas negativ. Ich vermisse es auch nicht und bin sehr glücklich damit, dass wir das so stressfrei hinbekommen haben. ABER, und da kommt jetzt meine Frage: Seit dem letzten Stillen vor etwa 4 Wochen fühle ich mich körperlich angeschlagen, das hat mit einer Verzögerung von etwa einer Woche angefangen. Mein Appetit ist zweitweise komplett verschwunden (da ich beim Stillen eher zu- als abgenommen habe, ist das ja vielleicht gut...), ich fühle mich unkonzentriert und vor allem trotz genug Schlaf soooo hundemüde. Im Prinzip alles ähnlich, wenn auch schwächer, wie zu Beginn der Schwangerschaften (und nein, schwanger kann ich definitiv nicht sein, da sind meine Ärztin und ich uns sicher :-D). Gleichzeitig merke ich, dass meine Fingernägel plötzlich weniger brüchig sind und meine Haare wieder besser werden. Ich hab schon ab und zu mal gelesen, dass man den Hormonabfall nach dem Abstillen spüren kann, aber ich dachte immer, dass sich das eher auf schnelleres/früheres Abstillen bezieht und nicht auf so ein langsames Ausschleichen der Stillbeziehung nach so langer Stillzeit? Oder kann das tatsächlich ein Grund sein? Falls ja: sollte ich das bei meiner Frauenärztin ansprechen und kann man irgendwas dagegen tun, insbesondere diese Müdigkeit? Oder muss man einfach abwarten, bis sich das von selbst legt? Liebe Grüße!
Liebe AnniLi42, beim Abstillen kann es durch die Veränderung des Prolaktinspiegels zu Stimmungsschwankungen kommen. Viele Mütter bemerken, dass sie unruhiger und ungeduldiger werden (die beruhigende Wirkung des Prolaktins lässt nach, da weniger Prolaktin gebildet wird). Wie lange diese Phase dauert, ist individuell sehr verschieden und ich kann nicht sagen, wie schnell oder lange es dauern wird, bis sie bei dir zu Ende ist. Bei einem schleichenden Abstillen passiert das normalerweise deutlich sanfter als bei einem abrupten Abstillen. Trotzdem kann der endgültige Wegfall der letzten Stillmahlzeiten (insbesondere der nächtlichen) noch einmal eine hormonelle Umstellung darstellen. Wurden denn deine Eisenwerte und auch die Schilddrüse einmal kontrolliert? Vor allem die ausgeprägte Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und der zeitweise fehlende Appetit verdienen eine Abklärung, wenn sie anhalten. Lieben Gruß Biggi
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