ZuversichtHerzmama64
Liebe Biggi, ich habe ein 7-monatiges Baby und leider haben wir eine schwierige Kombi aus Milch-Überproduktion meinerseits und sehr unregelmäßigem Stillwunsch ihrerseits, was bei mir zu ständigen Milchstaus (seit Beginn ca. alle 2 Wochen, immer wieder auch mit Fieber) führt. Ich habe schon mehrere Stillberatungen in Anspruch genommen und habe wirklich alles alles versucht, um die Milchstaus zu verhindern, doch es gelingt mir nicht. Glücklicherweise gehen die Milchstaus mit dem üblichen Prozerede innerhalb von 2 bis 5 Tagen wieder weg. Dennoch bin ich langsam am Ende meiner Kräfte und gleichzeitig wird mir Angst und Bange beim Gedanken an das Abstillen. Denn dann werden die Stillmahlzeiten ja noch weniger oder unregelmäßiger und ich habe große Angst vor noch mehr Schmerzen oder vielleicht einer richtig ausgewachsenen Mastitis. Daher denke ich, es ist wichtig, ganz langsam den Abstillprozess anzugehen. Jedoch weiß ich nicht, wie das funktionieren soll. Hinzu kommt, dass die Kleine in ca. 5 Monaten tagsüber für 7 Std zu einer Tagesmutter soll. Aktuell schaffen meine Brüste nie im Leben eine so lange Stillpause, meist kommt der Milchstau sofort, wenn die Kleine mal 4-5 Std. nichts getrunken hat. Das müsste man also irgendwie trainieren, denke ich. Meine Kleine akzeptiert weder Flsche noch Schnuller und bei mir funktionieren Abpumpen und Ausstreichen nicht richtig (es kommt super wenig und es endet immer trotzdem mit einem Milchstau). Hast du Tipps für ein schonendes Abstillen in unserer Situation? Wie könnte ein konkreter "Abstillfahrplan" aussehen, also welche Stillmahlzeit zuerst weglassen, in welchem zeitl. Abstand weggelassene Stillmahlzeiten erhöhen? Wie können wir die Kleine wieder an die Flasche gewöhnen? Ist Flasche wirklich die beste Option wegen dem Saugbedürfnis oder könnten wir auch Becher probieren (klappt bisher nur für 3 Minischlückchen)? Beikost in Form von Brei isst sie übrigens nur wenig bisher. Ich hoffe, du hast ein paar Tipps! Liebe Grüße!
Liebe ZuversichtHerzmama64, da habt ihr beide ja wirklich schon einiges hinter euch, ich kann gut verstehen, dass du langsam an deine Grenzen kommst. Wenn du seit Beginn der Stillzeit etwa alle zwei Wochen einen Milchstau hast und immer wieder auch Fieber dazukommt, ist das eine enorme Belastung, da ist es verständlich, dass du dir Gedanken darüber machst, wie es weitergehen kann, besonders beim Abstillen. Zunächst einmal möchte ich dir sagen: Du musst nicht von heute auf morgen abstillen. Und du musst auch nicht unbedingt komplett abstillen, nur weil deine Kleine in einigen Monaten zur Tagesmutter geht. Vielleicht finden wir einen Weg, der euch beiden gerecht wird und bei dem du Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit gewinnst. Bei deiner Milchüberproduktion würde ich allerdings nicht einfach nach einem festen Abstillplan vorgehen, denn wenn deine Brust bereits bei einer Stillpause von vier bis fünf Stunden mit einem Milchstau reagiert, ist es wichtig, besonders behutsam vorzugehen. Gerade weil du schon so viel ausprobiert hast, wäre es sinnvoll, gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt und einer erfahrenen Stillberaterin einen individuellen Plan zu entwickeln. Was das Abstillen angeht, würde ich dir empfehlen, zunächst einmal nicht unbedingt eine Stillmahlzeit komplett wegzulassen, du könntest jedoch versuchen, den Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten ganz allmählich zu verlängern (sofern deine Brust das toleriert). Wenn deine Kleine beispielsweise einmal vier Stunden zwischen zwei Stillmahlzeiten schafft, ohne dass Beschwerden auftreten, würde ich diesen Abstand zunächst beibehalten, statt ihn gleich weiter auszudehnen. Erst wenn sich deine Brust daran gewöhnt hat, könntest du vorsichtig um eine halbe Stunde verschieben. Sobald die Brust spannt, kannst du vorsichtig ausstreichen, du musst sie dabei nicht leer bekommen. Kühlen kann ebenfalls angenehm sein. Starkes Massieren, kräftiges Ausstreichen und zusätzliches Abpumpen mit dem Ziel, die Brust zu entleeren, können die Situation unter Umständen verschlimmern oder die Milchbildung weiter anregen, also bitte wirklich nur so lange ausstreichen, bis der Druck nachlässt. Einen festen zeitlichen Abstand, in dem du Stillmahlzeiten weglassen solltest, kann ich dir deshalb leider nicht seriös nennen. Bei deiner Vorgeschichte wäre es wichtiger, sich an der Reaktion deiner Brust zu orientieren als an einem starren Zeitplan. Auch wegen der Tagesmutter musst du jetzt noch nicht versuchen, sieben Stunden Stillpause zu trainieren. Bis dahin habt ihr noch einige Monate Zeit. Vielleicht gelingt es dir, die Milchbildung bis dahin langsam zu regulieren. Wichtig ist, dass deine Kleine während deiner Abwesenheit ausreichend Milch beziehungsweise altersgerechte Nahrung erhält. Mit sieben Monaten ist Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Ernährung; kleine Mengen Brei allein reichen dafür noch nicht aus. Du kannst auch weiterhin versuchen, die Flasche anzubieten. - Lass immer JEMANDEN ANDEREN die Flasche anbieten, mach es nie du selbst. Es gibt einige Tricks, die helfen können: - versucht die Flasche anzubieten, wenn das Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird es keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lass die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, die Unterlippe damit kitzeln, damit das Kind selbst ihn nimmt; - dein Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach dir riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmem Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - probiert verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - probiert verschiedene Trinkpositionen aus; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probiere, die Flasche zu geben, wenn dein Baby schläft; gib nicht sofort auf, wenn es nicht klappt, probiert es weiter - aber bedenke auch, dein Baby kann auch (tagsüber) aus einer Tasse, vom Löffel, mit der (Kunststoff-) Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden - es muss nicht zwangsläufig eine Flasche sein. Dein Baby wird ein paar Anläufe brauchen (und ihr auch) bis es den Dreh raus hat, wie es die Milch aus dem Becherchen bekommt. Vielleicht hilft dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=OAQcvHkFbdc Bei der Becherfütterung wird der Becher dem möglichst aufrecht im Schoß der Mutter/des Vater sitzenden Kind an die Unterlippe angelegt. Man kippt den Becher dann langsam und vorsichtig, so dass die Milch in den Mund des Babys läuft. Achte darauf, dass immer nur so viel Milch fließt, wie das Baby problemlos schlucken kann und setze immer wieder ab. Wird die Becherfütterung richtig durchgeführt verschlucken sich die Babys nicht. Bereits frühgeborene Babys können mit dem Becher gefüttert werden. Spezielle Babyfütterbecher gibt es von den Firmen Ameda und Medela und können in der Apotheke bestellt werden. Man kann aber natürlich auch einfach einen kleinen Becher in der Größe eines Schnapsglases (oder den Verschlussbecher von Babyflaschen) verwenden! Ich wünsche dir sehr, dass ihr einen Weg findet, der dich körperlich entlastet und deiner Kleinen einen sanften Übergang ermöglicht. Du hast schon so viel versucht und musst dich nicht dafür verantwortlich fühlen, dass sich die Milchstaus bisher nicht verhindern ließen. Ich wünsche euch beiden alles Liebe! Biggi
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