Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

wie Stillbeziehung trotz Dienstreise erhalten?

Frage: wie Stillbeziehung trotz Dienstreise erhalten?

tg_35

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Liebe Biggi Welter, zunächst herzlichen Dank für die Unterstützung durch dieses Forum🙂 Ich bin nächste Woche 72h auf Dienstreise und möchte meine Stillbeziehung danach wenn möglich unbedingt fortsetzen. Meine Tochter ist 13,5 Monate alt und wurde im ersten halben Jahr fast ausschließlich mit abgepumpter Milch aus der Flasche gefüttert, danach konnte die Stillbeziehung intensiviert werden sodass sie nun immer zum Einschlafen und nachts stillt, außer in der Kita mittags oder wenn ich nicht da bin beim Papa mit der Flasche (alles abgepumpte Milch). Ich habe Abends auch ein bisschen was in der Flasche dabei ( sie stillt nicht effektiv und ist eine schlechte Trinkerin) aber meistens trinkt sie davon nur ein paar Schlucke und lehnt dann ab weil sie die Brust möchte, manchmal trinkt sie es aber auch zuerst leer und schläft dann immer stillend an der Brust ein. Kann ich etwas vorbereiten und nachbereiten, um die Wahrscheinlichkeit, weiterstillen zu können wenn ich zurück bin, zu maximieren?  Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Herzlichen Dank!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe tg_35, was deine Dienstreise angeht, kann ich deine Sorge sehr gut verstehen. Wir Mütter machen uns oft schon lange im Voraus Gedanken darüber, wie es unseren Kleinen gehen wird, wenn wir einmal nicht da sind. Und natürlich ist es nicht leicht, sein Kind für mehrere Tage zurückzulassen. Gleichzeitig darfst du darauf vertrauen, dass dein kleiner Mann durchaus verstehen kann, dass Mama gerade nicht da ist und deshalb eine Ausnahmesituation herrscht. Er wird vielleicht traurig sein und dich vermissen – und das darf auch sein. Wichtig ist, dass die Menschen, die sich um ihn kümmern, seine Gefühle ernst nehmen und ihm nicht versuchen, seine Traurigkeit auszureden. Er darf Mama vermissen und zeigen, dass er sie gerne bei sich hätte. Dabei geht es ja nicht nur um die Brust, die dein Kleiner so sehr liebt, sondern vor allem auch um dich als seine Mama, seine vertraute Bezugsperson. Deshalb ist die entscheidende Frage weniger: „Was macht mein Kind ohne Brust?“, sondern vielmehr: „Wie wird es meinem Kind gehen, wenn Mama mehrere Tage nicht da ist?“ Wenn er in dieser Zeit von vertrauten Menschen liebevoll begleitet und umsorgt wird, kann ihm das sehr viel Sicherheit geben. Vielleicht gibt es ja sogar die Möglichkeit, dass dein Mann oder eine andere vertraute Person dich auf deiner Dienstreise begleitet, sodass dein kleiner Mann zumindest die Nächte mit dir verbringen kann. Das wäre natürlich eine schöne Möglichkeit, die Trennung etwas abzumildern. Was mir außerdem wichtig ist: Eine Trennung vom Kind muss nicht zwangsläufig das Ende der Stillzeit bedeuten. Viele berufstätige Mütter haben bereits Dienstreisen hinter sich gebracht und nach ihrer Rückkehr ganz selbstverständlich weitergestillt. Umgekehrt haben auch viele Mütter, die durch eine mehrtägige Reise ohne ihr Kind abstillen wollten, erlebt, dass dieser Plan nicht unbedingt aufgegangen ist. Natürlich lässt sich nicht sicher vorhersagen, wie dein Kleiner reagieren wird. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass er nach deiner Rückkehr zunächst nicht oder nicht wie gewohnt an die Brust möchte. Das muss nicht unbedingt mit einer Saugverwirrung zusammenhängen, die in diesem Alter eher unwahrscheinlich ist. Manchmal brauchen Kinder nach einer längeren Trennung einfach etwas Zeit, um wieder Vertrauen in die gewohnte Situation zu finden. Für kleine Kinder kann sich eine Trennung sehr lang anfühlen, weil sie noch kein ausgeprägtes Zeitgefühl haben. Das gilt übrigens unabhängig davon, ob ein Kind gestillt wird oder nicht. Sollte dein Kleiner nach deiner Rückkehr zunächst zurückhaltend sein, versuche, ihm Zeit zu geben und ihm die Nähe anzubieten, die er gerade zulassen kann. Vielleicht möchte er erst einmal kuscheln, spielen und wieder bei dir ankommen, bevor das Stillen wieder eine Rolle spielt. Du musst dann nichts erzwingen. Und bitte vergiss bei all deinen Gedanken an deinen kleinen Mann auch dich selbst nicht: Während deiner Abwesenheit solltest du auf deine Brust achten und möglichst regelmäßig Milch abpumpen oder von Hand ausstreichen. Das kann helfen, deine Milchbildung zu erhalten und einen Milchstau zu vermeiden. Spätestens wenn deine Brust unangenehm voll wird oder spannt, solltest du Milch entleeren. Wie häufig das nötig ist, hängt davon ab, wie oft dein Kleiner normalerweise stillt und wie deine Brust auf die Stillpause reagiert. Ich möchte dich wirklich ermutigen, dir nicht schon im Vorfeld die schlimmsten Szenarien auszumalen. Du kennst deinen kleinen Sohn am besten und weißt, wie eng eure Bindung ist. Dass du dir so viele Gedanken machst, zeigt vor allem, wie wichtig dir sein Wohlergehen ist. Du darfst aber auch darauf vertrauen, dass er von liebevollen Bezugspersonen begleitet werden kann und ihr nach deiner Rückkehr gemeinsam euren Weg zurück in den Alltag findet. Ich wünsche dir, dass du deine Dienstreise mit etwas mehr Ruhe antreten kannst und ihr beide diese Zeit gut meistert. Lieben Gruß Biggi


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