Michele
Hallo Biggi, Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit dich fragen zu können. Mein Sohn ist nun 14 Monate alt, und leider waren die Nächte schon immer schlecht (1-2hliches aufwachen und nur durch stillen wieder einschlafen) hatten es jedoch zwischendurch mal geschafft ihn ohne großen Protest nur durch meine Entschlossenheit auf 3 Nächtliche Stillmaglzeiten zu reduzierenund und hat auch tagsüber keine Brust gebraucht. Seit 5 Wochen ist er jedoch in der Kita eingewöhnt worden, und geht 3 tage die woche dahin, was auch super gut funktioniert und war zwischendurch mal Krank (seither nimmt er keinen Schnuller mehr) und seit diesen 5 Wochen ist er tagsüber extremst Brustfixiert. Wenn ich ihn uf dem Arm hab geht sofort die Hand unters T-shirt und wenn ich auf dem Boden bei ihm sitze will er nur an die Brust. nachts lässt er sich nur durch Brust 1-2hlich zum weiter schlafen bringen, ansonsten brüllt er ohne Ende und lässt sich weder durch tragen noch durch kuscheln oder streicheln und singen beruhigen. Auch tagsüber fällt es ihm extremst schwer ohne Brust ein zu schlafen. Klar ist die Schlafsituation gerade auch extrem blöd weil er in der Kita um 8Uhr 30 Min und um 12 Uhr 1h schläft, aber natürlich Mittags dann nichtmehr obwohl er sehr nölig und eigentlich auch müde wäre, schafft es aber wenn überhaupt mal im Wagen oder durch in den schlaf stillen, was natürlich auch suboptimal ist, ich jedoch für die Schlafthematik keine Lösung habe. Und klar ist so eine Eingewöhnung sehr herausfordernd, und klar möchte ich ihn jetzt nicht sofort abstillen. Jedoch frage ich mich an was ich merke dass er angekommen/eingewöhnt ist und wie lange denken sie geht es bis er sich daran gewöhnt hat? Habe Angat dass das Brustfixierte nichtmehr besser wird selbst wenn er eingewöhnt ist (was er laut Tagesmutter schon ist) möchte ihn aber auch nicht unnötig unter Stress setzen. Und zudem denke ich dass wenn er nachts besser/länger schläft er auch ausgeglichener wäre. Sodass ich ihn tags vielleicht nur noch 1x beim heim kommen stillen kann und ihn nachts wieder für jede 2. Mahlzeit auf Entzug setzen kann sodass er nur noch 2x nachts was bekommt. Meine größten Fragezeichen sind jedoch: wann bzw wie und mit was bringe ich ihm bei sich selbst zu regulieren ohne stillen? Habe Angst wenn ich komplett abstille (was eigentlich mein Wunsch wäre) dass ich ihn garnicht beruhigt bekomme, da er kein Kuscheltier, kein Schnuller, keine Pre und keine Flasche in solchen Situationen nimmt?
Liebe Michele, Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hochgeschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. Das Stillen bietet in dem Alter der ersten Ablösung wichtige emotionale Hilfe. Dein Kind kann immer wieder den "Heimathafen" ansteuern, wenn etwas beängstigend ist. Wenn es für dich okay ist, dann warte einfach ab, es wird sich von ganz alleine wieder ändern. Gerade jetzt ist es wichtig, dass zu Hause nicht auch noch Veränderungen kommen, dein Kind braucht Sicherheit, die Kita ist aufregend genug! Ich würde deshalb im Moment das verstärkte Stillbedürfnis zunächst nicht als Rückschritt ansehen, sondern eher als eine vorübergehende Reaktion auf die große Veränderung. Ich bin sicher, dass dein Kind von ganz alleine wieder weniger stillt, wenn es die jetzt so nötige Sicherheit bekommt und sich wirklich an die neue Situation gewöhnt hat. Wenn dein Wunsch langfristig das Abstillen ist, spricht ja grundsätzlich auch gar nichts dagegen, ich würde allerdings versuchen, erst etwas Ruhe in die neue Alltagssituation einkehren zu lassen. Dann kannst du Schritt für Schritt Veränderungen einführen, ich gebe dir gerne Tipps dazu. Hab keine Sorge, dass er ohne Stillen gar nicht lernen wird, sich selbst zu regulieren, denn diese Fähigkeit entwickelt sich nicht dadurch, dass man einem Kind die Brust entzieht, sondern weil es mit der Zeit immer reifer wird und viele Erfahrungen macht, bei denen es von einer vertrauten Bezugsperson begleitet wird. Mit 14 Monaten können die wenigsten Kinder ihre Gefühle bereits alleine regulieren. Liebevolles Eingehen auf die Bedürfnisse der Kinder, ihnen die Zeit lassen, die sie brauchen, um jeweils den nächsten Schritt zu meistern, das ist der Tipp, den ich allen Eltern nur wärmstens ans Herz legen kann. Wir würden niemals an einer Blume ziehen, damit sie schneller wächst, denn jeder weiß, dass sie dann eingehen würde. Du machst nichts falsch, wenn du deinem Sohn die nötige Zeit schenkst. Ganz liebe Grüße Biggi
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