Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen bei Regulationsstörung

Frage: Abstillen bei Regulationsstörung

GoldZauber77

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Hallo! Mein Sohn ist nun 19 Monate alt und ich würde gerne bald abstillen. Momentan wird er nur noch zum Mittagsschlaf und nachts gestillt. Mein Mann und ich sind uns sehr unsicher, wie wir das abstillen gestalten können ohne, dass es mit nächtelangen exzessiven schreien endet. Wir haben versucht tagsüber ohne Stillen mit ihm schlafen zu gehen, aber da fordert er immer wieder die Milch ein. Es scheint für ihn unlogisch, dass er abends dann Milch bekommt und tagsüber nicht. Alternativen wie Schnuller oder Flaschen nimmt er nicht. Einschlafen gelingt tagsüber indem er getragen wird, schläft aber dann nur 40min. Übergansobjekte werden eingesetzt, teilweise beruhigt ihn "sch", singen oder summen.


Biggi Welter

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Liebe GoldZauber77, deinem Kind ist das Stillen noch sehr wichtig und es ist traurig und wütend, was völlig normal ist. Deshalb ist es nun ganz wichtig, dass DU klar und konsequent bist. Je klarer und sicherer DU bist, umso leichter machst du es deinem Kind. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes).  Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst.  Ist eine Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Wichtig ist nun also, dass du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Wenn dein Kleiner merkt, dass du genau das meinst, was du sagst, dann wird er die neue Situation auch akzeptieren. Dein Sohn wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren. Wenn du dir unsicher bist, dann warte noch ab, du kannst durchaus auch beim Wenigerstillen Regeln aufstellen und kannst deinem Sohn ganz klare Vorgaben machen. Vielleicht magst du mal mit jemanden darüber sprechen und alle Vor- und Nachteile durchgehen? Manchmal ist es leichter, wenn das Kind nicht sofort ganz radikal abgestillt wird, sondern noch einmal am Abend oder zu einem anderen Zeitpunkt. Denk immer daran: DU bist euer Chef, DU bist diejenige, die die Richtung vorgeben muss.  Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Kleiner wird das verkraften. Lieben Gruß  Biggi   


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