isik
Guten Tag, Ich bräuchte gern ein paar Ratschläge und Tipps zwecks Abstillen. Meine Tochter wird demnächst 17 Monate alt und ich habe sehr unsere gemeinsame Stillzeit genossen. Doch mittlerweile bin ich an dem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr Stillen möchte. Meine Tochter stillt noch häufig. Mindestens 2 mal an einem Kitatag, am Wochenende häufiger und in der Nacht sehr häufig (zähle nicht mit ). Leider ist sie von Anfang an keine gute Esserin . Auch ihr Trinkverhalten wird in der Kita oft bemängelt, da sie sehr wenig trinkt. Tagsüber versuche ich sie durch Anbieten von Essen/Trinken oder Spiele vom Wunsch zu stillen abzulenken. Doch das klappt mal mehr oder weniger. Dabei wird am T-Shirt gezogen und reingegriffen um mir deutlich zu machen was sie will. Wenn sie natürlich ihren Willen nicht bekommt endet es letztendlich in einen Emotionsausbruch. Wenn ich aber die zeitliche Kapazität nicht habe, da wir unterwegs sind bspw: mit dem Großen beim der Therapie, dann gebe ich auch mal nach, um die Situation schnell zu lösen. Seit 3 Wochen haben wir auch das Einschlafstillen abgeschafft. Was mittlerweile ganz gut klappt, in dem ich sie kurz vor dem Zubettgehen stille. Leider wacht sie meist trotzdem noch häufig abends auf ca.aller 45min. Aber gefühlt ist ihr Verlangen nach der Brust die letzten Wochen stark gestiegen. Vorallem tagsüber. Würde das Trinken von Salbeitee mir beim Abstillen etwas helfen? Ich erkläre auch immer meiner Tochter immer, dass die Milch bald alle ist. Aber das versteht sie so wirklich noch nicht. Aktuell bin ich ratlos wie ich weiter beim Abstillen vorgehen soll. Ich möchte das Stillen sanft ausschleichen und nicht abrupt meiner Tochter die Brust verbieten. Ich wäre Ihnen sehr dankbar für ein paar Lösungsvorschläge. Mit freundlichen Grüßen
Liebe isik, du schreibst, dass dein Kind nicht essen mag und auch in der Kita schon angesprochen wurde. Kann dein Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Auch ein leichter Eisenmangel kann zu Problemen führen. Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes Kind sein. Wichtig ist irgendwann zunächst wirklich, dass die Ursache für die Essensverweigerung gefunden wird und nicht, dass das Kind schnell abgestillt ist. Wenn das abgeklärt ist und dein Kind keinen Mangel hat, hilft leider nur absolute Konsequenz! Höre mal ganz genau ich dich hinein, was empfindest DU? Ist es für DICH eher schon ein Machtkampf? Fühlst DU DICH wohl? Wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht etwas zu ändern. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Sicherlich ist es für dein Kind ein liebgewonnenes Ritual und es wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt dein Kind das auch. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Das Wichtigste ist jetzt, dass du Klarheit für dich bekommst. Möchtest du sofort komplett abstillen, oder wäre ein "wir stillen nur noch einmal in der Nacht und morgens vor dem Aufstehen" auch ok für einige Zeit? Je klarer für dich ist, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Deine Tochter spürt jetzt deinen Zwiespalt und da sie sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert sie auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Sie hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegensprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es auch in diesem Alter! Auch DEINE Gefühle sind wichtig und wenn du dich unwohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht, etwas zu ändern! Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Deine Kleine wird das verkraften, denn du bist ihr Leuchtturm und sie wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das! Lieben Gruß Biggi
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