decembermom
Liebe Biggi, du hattest mir bereits vor einigen Wochen kurz nach der Geburt unserer Tochter sehr lieb weitergeholfen. Nochmals Danke. Unsere Tochter wurde vor 8 Wochen auf Grund einer Wachstumsrestriktion per Notkaiserschnitt in der 36. SSW geboren. Sie lag zwei Wochen auf intensiv, wurde dort erst über eine Sonde ernährt, dann im Verlauf mit abgepumpter Milch per Flasche und stillen, wenn ich bei ihr war. Mittlerweile klappt das Stillen im Grunde sehr gut. Bis vor zwei Wochen habe ich noch 2x/Tag abgepumpt, jedoch hat die Kleine diese Milch nicht mehr getrunken, da sie mittlerweile genug an der Brust trinkt. Unser Problem ist, dass die kleine jeden Tag zwar von 2-3 h bis 8-9 h nachts schläft, jedoch tagsüber andauernd trinken möchte, quengelig und unruhig ist. Oft nuckelt sie aber auch nur. Lege ich sie dann ab, sobald sie nicht mehr aktiv saugt, dauert es nur ein paar Minuten bis sie wieder weint. Die Brust ist das einzige, was sie beruhigt. Wir sind nervlich ziemlich Ende, haben noch weitere Kinder und hatten dieses Problem so noch nicht. Ich bin unsicher, ob das noch in die Kategorie Clusterfeeding passt oder ob unser Kind womöglich ein schreikind ist. Ich bin verunsichert, ob meine Milch ausreicht. Nasse Windeln hat sie im Grunde genug. Zumindest nach meinem Gefühl. Hast du einen Rat für mich? Herzlichen Dank für deine Hilfe und dein Engagement in duesem forum
Liebe decembermom, ich bin sicher, dass du genug Milch hast und wenn dein Baby ausreichend zunimmt, besteht kein Grud zur Sorge. Wurde denn die Anlegetechnik einmal überprüft, trinkt das Baby effektiv? Hörst du es schlucken? Hat es gut zugenommen? Dein Baby braucht im Moment vielleicht einfach sehr viel Nähe und findet an der Brust nicht nur Nahrung, sondern viel Geborgenheit und Nähe. Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einig, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiteneinzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Altersstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Babys manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Wichtig ist auch, dass du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... Vielleicht findest du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. Achte darauf, dass du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. Herzlichen Gruß Biggi
Die letzten 10 Beiträge
- Sanftes Abstillen mit 9 Monaten – Einschlafen ohne Brust unmöglich
- Fütterungsstörung durch Stillen
- Was kann ich tun bei einer Saugverwirrung/ Brustablehnung und der Notwendigkeit von Flaschenfütterung? Saugverwirrung Untergewicht
- Kleinkind 14 Monate beißt dauerhaft
- Abstillen
- Re: Baby 10 Monate stiller Reflux
- Baby 3 Monate seit Geburt Milchzunge
- Brustverweigerung seit Wochen
- Gewicht Neugeborenes, geht nicht hoch
- Vakuum Problem