Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen nach 12 Monaten

Frage: Abstillen nach 12 Monaten

Momofonegirl

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Liebe Biggi, Meine Tochter wird nächste Woche eins und stillt noch seeeehr viel. Sie sollte ja bereits mehr essen, bevorzugt die Milch. Daran müssen wir weiter arbeiten. Nun ist es so, dass bei mir eine Op bevorsteht, wofür ich abgestillt haben muss (Nabelbruch, dafür müssen die Hormone wieder "normal" sein). Nun wollte ich erst nachts abstillen, damit sie tagsüber erstmal mehr trinken kann und dann hoffentlich auch nach und nach mehr isst. Nun habe ich ein paar Fragen. Ich würde ihr gerne direkt Kuhmilch anbieten. Wie viel darf sie da haben? Erst langsam beginnen, oder? Bisher isst sie ein kleines bisschen Frischkäse, um sie langsam an Milchprodukte zu gewöhnen. Ist es in Ordnung ihr nachts nur Wasser anzubieten, oder ist sie dafür noch zu klein? Sie stillt nachts so vier mal in etwa und zum einschlafen natürlich. Meine grosse Tochter habe ich 3,5 Jahre gestillt und bin mit abstillen etwas unsicher, auch wie man das anfängt... ist es es besser direkt die ganze Nacht nicht zu stillen oder die Stunden herauszuzögern? Also erst drei, dann vier, dann fünf Stunden nicht stillen? Wasser trinkt sie aus dem Becher oder auch mal magic Cup. Wie lange darf ich denn darin frisches Wasser lassen? Im Moment schütte ich es spätestens nach 30min weg, weil ich immer Bedenken wegen Bakterien habe...  Vielen Dank für deine Hilfe!!!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Momofonegirl, wenn du nicht selbst abstillen möchtest, würde ich mir eine zweite Arztmeinung einholen, denn ein Nabelbruch ist eigentlich kein Abstillgrund. Manche Ärzte/Ärztinnen empfehlen Abstillen pauschal, obwohl Stillen medizinisch teilweise möglich wäre. Es lohnt sich deshalb wirklich, nochmal konkret nachzufragen, warum genau du abstillen sollst, wie lange vorher und welche Medikamente geplant sind. Die La Leche League International oder Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen haben gute Informationen zu OP und Stillen. Für viele Kinder ist es einfacher, wenn die Mahlzeiten am Tag erst ersetzt werden und dein Kind scheint die nächtlichen Mahlzeiten noch sehr zu brauchen. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind.  Du könntest versuchen, zunächst eine Mahlzeit am Tag zu ersetzen und eine in der Nacht, dein Kind braucht Zeit für die Umstellung und auch deine Brust muss sich an die Situation gewöhnen. Nach dem ersten Geburtstag benötigt ein (ungestilltes) Kind etwa 350 ml Milch (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt) und 20 g Käse, um seinen Milchbedarf zu decken. Du kannst ganz normale Vollmilch geben, Pre-Milch ist nicht mehr nötig. Beginne mit keinen Portionen aus dem Becher. Allerdings kann zu viel Milch das Essen eher verdrängen – deshalb wäre es sinnvoll, nicht ständig Milch anzubieten, sondern die Beikost auszubauen und z.B. als Nachtisch einen Joghurt anzubieten. Nimmt dein Baby die Beikost gut an? Isst es ausreichend?  Das Wasser kann einige Stunden im Becher bleiben, dann allerdings würde ich persönlich es wechseln. Ich freue mich auf deine Antwort, bis dahin einen lieben Gruß Biggi


Momofonegirl

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Liebe Biggi, vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung.  Ich habe mir mehrere Meinungen eingeholt. Ich habe einen Nabelbruch und eine Rektusdiastase. Es soll ein Netz eingesetzt werden, das eventuell nicht nur am Nabel sein soll, sondern auch nach etwas hinter der Bauchwand. Es geht darum, dass das Gewebe nun noch weich wäre und sich erst etwa drei Monate nach dem Abstillen wieder gefestigt hat, sodass dann erneut geprüft wird, ob die Op dann notwendig ist. Da ich generell eher ängstlich bin (Risiko Darmeinklemmung), möchte ich die Op nicht ewig herauszögern. An sich wollte ich mindestens bis zum zweiten Geburtstag stillen.  Sie isst morgens ein ganz kleines bisschen Brot mit Frischkäse, mittags ein paar Löffelchen Mittagsbrei (bei weitem kein halbes Gläschen), nachmittags ein bisschen Obst mit Getreide. Nur den Abendbrei mag sie wirklich. Das isst sie eine Portion und danach noch ein paar Stückchen Frischkäse Brot. Dazwischen hirsestangen, Erdbeeren, Banane... an sich mag sie halt viel lieber Milch. Wasser trinken läuft hingegen ganz gut.   Wir müssen sie mehr fürs Essen begeistern. Haben natürlich auch mal nur Kartoffel und so ausprobiert, sie probiert im Prinzip alles, aber sie isst keine Menge... genauso war es bei der großen Schwester auch. Das hat lange gedauert bis sie richtig mitgegessen hat.  Ich Werde nun versuchen beim ersten aufwachen nachts nicht mehr zu stillen. Und tagsüber sie mehr zum Essen zu bringen.  Für den ganzen Abstillprozess wollte ich mir schon zwei bis drei Monate Zeit einplanen... Vielen Dank für deine wertvolle Hilfe hier im Forum. 


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