Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Flasche beibringen

Frage: Flasche beibringen

Anna_94

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Liebe Frau Welter, ich möchte fragen, wie man einem Baby das Fläschchen beibringen kann. Meine Tochter ist 12 Wochen alt und wird ausschließlich gestillt. Nun möchte ich zweimal pro Woche abends Sport machen und das Kind beim Papa lassen. Zu unserer Überraschung haben wir festgestellt, dass sie aus der Flasche nicht mehr trinkt. Im ersten Lebensmonat habe ich sie problemlos aus der Flasche zugefüttert. Wir hatten damals die Philips Avent mit Sauger Größe 1. In den letzten zwei Monaten haben wir das nicht mehr gemacht, weil die Muttermilch gereicht hat. Sie wird ausschließlich gestillt, nimmt sehr gut zu und hat keine Probleme mit der Verdauung. Jetzt will sie aus der Flasche gar nicht trinken. Selbst wenn sie Hunger hat, schreit sie, sobald man versucht, ihr den Sauger in den Mund zu stecken. Ich frage mich auch, ob das damit zusammenhängen könnte, dass wir ihr Hemangiol mit einer Spritze in den Mund geben müssen. Das Medikament schmeckt bitter und sie mag es überhaupt nicht. Vielleicht betrachtet sie deshalb alles, was ihr – außer der Brust – in den Mund gesteckt wird, zunächst als etwas Unangenehmes oder Verdächtiges. Zweimal hat es geklappt, als ich ihr etwas Muttermilch mit einer Spritze in den Mund gegeben und ihr sofort danach die Flasche angeboten habe. Das funktioniert aber nicht immer. Wenn ich ihr zuerst die Brust gebe, sie einige Saugbewegungen macht und ich dann die Brust herausnehme und ihr sofort das Fläschchen gebe, trinkt sie daraus problemlos. Wir benutzen den gleichen Sauger von Philips, jetzt allerdings Größe 3. Sie kann daraus problemlos trinken und verschluckt sich nicht, also scheint der Milchfluss nicht zu schnell zu sein. Beim Papa schreit sie inzwischen nicht mehr, wenn sie das Fläschchen sieht. Sie trinkt aber nicht, sondern kaut nur auf dem Sauger herum, macht Geräusche oder schiebt den Sauger mit der Zunge wieder heraus, obwohl sie Hunger hat. Einen Schnuller nimmt sie übrigens auch nicht. Ich bin beim Füttern auch schon aus dem Zimmer gegangen. Ist meine Strategie, ihr zuerst kurz die Brust zu geben und dann auf das Fläschchen zu wechseln, sinnvoll? Kann das langfristig Erfolg haben? Haben Sie sonst noch Tipps? Wir möchten jetzt noch etwa eine Woche mit Philips weiterüben, danach würden wir eventuell einen Sauger einer anderen Marke ausprobieren. Wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass der Sauger das Problem ist. Wir haben auch schon etwa zehn verschiedene Schnuller in unterschiedlichen Formen und aus unterschiedlichen Materialien ausprobiert – keinen davon nimmt sie. Vielen Dank!


Biggi Welter

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Liebe Anna_94, wenn du dein Baby an die Flasche gewöhnen möchtest, würde ich dir folgende Tipps empfehlen: Lass die Flasche möglichst immer von jemand anderem anbieten, nicht von dir selbst. Biete sie an, wenn dein Baby nicht ganz so hungrig ist – zur gewohnten Stillzeit sind viele Babys wenig experimentierfreudig. Die Person, die füttert, sollte dein Baby liebevoll im Arm halten. Den Sauger nicht direkt in den Mund schieben, sondern zunächst sanft die Unterlippe damit berühren, damit dein Baby ihn selbst nimmt. Ein Kleidungsstück, das nach dir riecht, kann deinem Baby Sicherheit geben. Wärme den Sauger auf Körpertemperatur an. Probiere verschiedene Sauger aus (Silikon oder Kautschuk, unterschiedliche Formen und Größen). Teste verschiedene Fütterungspositionen. Manche Babys trinken besser beim sanften Schaukeln oder Gehen, andere sogar im Autositz. Manchmal klappt die Flasche auch besser, wenn das Baby gerade schläfrig ist oder schläft. Falls die Flasche gar nicht akzeptiert wird, kannst du Muttermilch oder Säuglingsnahrung auch aus einem Becher, mit dem Löffel, einer Pipette oder einem Soft Cup anbieten. Falls die Flasche trotz allem nicht angenommen wird, kannst du auch die Becherfütterung ausprobieren. Mit der richtigen Technik ist sie keineswegs aufwendiger als die Flaschenfütterung und kann eine gute Alternative sein und du vermeidest auch sicher eine Saugverwirrung. Soll ich dir ein paar Tipps dazu geben? Wichtig ist vor allem, dass du geduldig bleibst. Manche Babys brauchen einfach etwas mehr Zeit, um sich auf eine neue Art der Fütterung einzulassen. Lieben Gruß Biggi


Anna_94

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Liebe Biggi,  Vielen Dank für deine Tipps! Ich würde tatsächlich die Becherfütterung ausprobieren. Mein Mann hat es einmal versucht, ihr die Muttermilch aus  einem Becher anzubieten, und sie hatte daran Interesse. Ich denke, das könnte besser klappen. Ein paar Tipps dafür kann ich gebrauchen.  LG Anna


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Anna, die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche. Viele Stillkinder lehnen die Flasche ab, schlicht und ergreifend deshalb, weil die Technik an der Flasche eine ganz andere ist, als an der Brust. Dazu kommt, dass sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust und so lehnen viele Stillkinder die Flasche ab.  Bei der Becherfütterung wird der Becher dem möglichst aufrecht im Schoß der Mutter/des Vater sitzenden Kind an die Unterlippe angelegt. Man kippt den Becher dann langsam und vorsichtig, so dass die Milch in den Mund des Babys läuft. Achte darauf, dass immer nur so viel Milch fließt, wie das Baby problemlos schlucken kann und setze immer wieder ab. Wird die Becherfütterung richtig durchgeführt verschlucken sich die Babys nicht. Bereits frühgeborene Babys können mit dem Becher gefüttert werden. Spezielle Babyfütterbecher gibt es von den Firmen Ameda und Medela und können in der Apotheke bestellt werden. Man kann aber natürlich auch einfach einen kleinen Becher in der Größe eines Schnapsglases (oder den Verschlussbecher von Babyflaschen) verwenden! Vielleicht hilft dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=OAQcvHkFbdc Lieben Gruß Biggi


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