Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Kleinkind 14 Monate beißt dauerhaft

Frage: Kleinkind 14 Monate beißt dauerhaft

LariPauli25

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Hallo,  meine Tochter ist jetzt 14 Monate alt, wir haben bisher eine wunderschöne Stillbeziehung. Ich habe sie immer nach Bedarf gestillt, sie hat sie außerdem viel durch stillen reguliert (Einschlafen, weiterschlafen...). Vor 1,5 Monaten hat sie 3 Zähne auf einmal bekommen& das erste mal gebissen, das ging circa eine Woche& war dann wieder vorbei.  Nun geht es seit 2,5 Woche wieder los. Sie beißt mich dauerhaft in die Brustwarze. Zu Beginn hat sie nach dem trinken, die Brust beim abdocken hauptsächlich so durch die Zähne gezogen (sie hat jetzt oben und unten welche). Mittlerweile beißt sie aber manchmal nach ein paar Zügen, bevor der richtige milchspendereflex richtig einsetzt (da höre ich sie sehr deutlich& viel schlucken). Heute Nacht z.B. wollte ich wieder probieren& habe sie an die Brust genommen, dann hat sie nur paar Züge gemacht& dann voll zugebissen& weitergeschlafen. Leider ist es auch nicht immermal, sondern bei jedem stillen. Die Nächte sind dadurch absolutes Chaos, da sie ohne die Brust nicht oder nur sehr schwer zur Ruhe kommt& ich es aber jetzt teilweise lassen musste, weil die Brüste so aufgebissen waren& es bei jeder Berührung schmerzt. ich habe alles probiert, was man empfiehlt: abdocken& signalisieren, dass sie es nicht darf, zahnungsgel, gekühlte Beißringe....(sie bekommt eindeutige wieder Zähne, kaut auf allem rum& und sabbert, man sieht aber noch nichts)... ich habe jetzt teilweise eine stillpause versucht, zumindest ab und zu & habe mal abgepumpt& es ihr im Glas gegeben, das klappt gut, hilft aber nachts gar nicht. ich bin wirklich verzweifelt, weil ich sehr ungern abstillen möchte. Ich bin aber an einem Punkt, wo ich nicht mehr weiterweiß . gibt es irgendwas, was ich noch machen kann? Ist das normal, dass das so lange schon so geht? 


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe LariPauli25, zunächst erst einmal Tipps für eine Verbesserung der Heilung: o vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. o an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen o nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). o ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhältlich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen).  Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. o zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. In manchen besonders schlimmen Fällen kann eine vorübergehende Stillpause, während der die Milch von Hand ausgestrichen oder mit einer guten Pumpe vorsichtig abgepumpt wird, sinnvoll sein. Das Baby wird während der Stillpause am besten mit einer alternativen Fütterungsmethode gefüttert. Auch über das Handausstreichen, Abpumpen und alternative Fütterungsmethoden kann dich eine Kollegin vor Ort genau informieren. Außerdem ist es sinnvoll, dass du dein Kind so anlegst, dass die Wunde genau in seinen Mundwinkel zu liegen kommt, dann kommt nicht so viel Spannung drauf und sie wird weniger belastet.  Dann solltest du daran arbeiten, dass dein Kind nicht mehr beißt. Ein Baby beißt nicht aus böser Absicht, sondern meist (zumindest beim ersten Mal) aus Versehen. 
Sobald dein Baby zubeißt, reiße es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehe es nahe an dich heran. Wenn du es nahe an dich heranziehst, muss es loslassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für die Brust, wenn das Baby loslässt, als es von der Brust zu reißen.

 Kleine Babys verstehen schon mehr als allgemein angenommen. Es gibt einige Tipps, wie man einem „bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: • das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann.
• etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe Biss kommt, biete dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. 
 • das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. 
• einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereithält, um den Saugschluss zu unterbrechen. Es wird nicht lange dauern, bis das Baby gelernt hat, dass sich wegdrehen bedeutet, die Brustwarze zu verlieren.
• mit dem Baby reden und ihm erklären, dass du das Beißen nicht lustig findest (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Magst du das mal ausprobieren?


 Liebe Grüße
 Biggi


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