Nordfrou
Werte Frau Welter, mein Sohn ist jetzt am 20.05. 21 Monate alt geworden und beißt seit diesem Monat an der Brust! Warum er beißt kann viele Gründe nach Belesung haben, dazu auch einen Link: https://www.parikita.de/de/kita-abc/themen/Wenn-Kinder-beissen.php Einige mögl. Einflüsse bin ich aktiv nachgegangen und war wachsamer und beobachtete seine Gefühlswelt intensiver, mit der Frage : Ab wann könnte er zubeißen und wann passe ich diesen Moment genau ab. Ich rede'te mit ihn auch ( immer kurz vorm Anlegen ),, sei lieb an der Brust, du darfst nicht beißen, das tut der Mama ganz doll weh. " Schon nach 2 Tagen hat er das klar u. deutlich verstanden und antwortet darauf in seiner Sprache. 😁❤️🥰. Er versucht nun aber ca alle 3 Tage mal ( sachte) zu beißen und grinst kurz danach ganz charmant 🙈😅. Ich muss mir das grinsen und die kitzel Attacke danach dermaßen so verkneipfen!!! Er muss es ja auch ernst nehmen, soll es aber dennoch net so streng sehen. Ich bin v Naturaus ein ziemlich humorvoller Mensch und er hat auch eine große Humorvolle Ader. Mein Problem ist jetzt : Laut Belesung u andere fachl. Aussagen, kann es nur eine Phase sein, die sich allerdings auch etwas länger hinausziehen kann... Bis zum 3. Lebensjahr ??? Kann es auch an meiner Periode ( heute das erstemal beginnend 27.05.) liegen- Muttermilch Beeinflussung? Ab 2. Lebensjahr ( in 3 Monaten) geht er in die Kindergrippe. Muss ich bzgl stillen in der Eingewöhnungszeit ( 30 Tg) besonders was beachten - umsetzen ???? Wie lange ist das stillen für ihn noch ( förderlich ) - Psychisch und Physisch??? Er ist in manchen Dingen - wie zb in der Feinmotorik und verstehen v. Zusammenhängen, meines Erachtens von der Entwicklung weiter als 21 Monate. Eher schon 24.. 26 Monate. Bitte 🙏🏻❤️ um Mithilfe. Mit freundlichem Gruß Mandy.
Liebe Mandy, zunächst einmal möchte ich dir sagen, wie aufmerksam, liebevoll und feinfühlig du deinen Sohn begleitest. Aus deiner Nachricht spricht ganz viel Wärme, Beobachtungsgabe und echtes Verständnis für seine kleine Welt. Trotzdem kann und muss dein Kleiner lernen, dass Beißen kein Kavaliersdelikt ist und er anderen Menschen damit Schmerzen zufügt. Das Beißen beim Stillen kommt in diesem Alter tatsächlich gar nicht so selten vor, meist steckt keine „Boshaftigkeit“ dahinter, sondern Entwicklung, Neugier, Spannung, manchmal auch das Austesten von Reaktionen oder ein innerer Entwicklungsschub. Dein Sohn scheint bereits sehr gut verstanden zu haben, dass dir das weh tut. Dass er danach charmant grinst, zeigt eher seine soziale Reaktion und sein spielerisches Wesen als fehlendes Verständnis. Kinder in diesem Alter verbinden oft Humor, Nähe und Reaktionen miteinander. Es ist in meinen Augen deshalb wirklich wichtig, dass du ernst bleibst und das Beißen Konsequenzen hat. Du machst es also genau richtig, indem du ruhig, klar und liebevoll Grenzen setzt, ohne Härte. Genau diese Mischung aus Konsequenz und Wärme hilft Kindern am meisten. Auch die Rückkehr deiner Periode kann tatsächlich einen kleinen Einfluss haben. Manche Kinder reagieren in dieser Zeit sensibler auf Veränderungen von Geschmack, Geruch oder Milchfluss der Muttermilch. Einige stillen dann unruhiger, andere testen mehr oder reagieren emotionaler. Das ist meist vorübergehend und kein Grund zur Sorge. Wie lange sich solche Phasen zeigen ist völlig unterschiedlich, müssen jedoch keineswegs dauerhaft bis zum 3. Lebensjahr anhalten. Oft verschwinden sie wieder, sobald das Kind sprachlich, emotional oder entwicklungsbedingt einen nächsten Schritt gemacht hat. Dass dein Sohn insgesamt sehr wach, verständig und feinmotorisch weit wirkt, kann durchaus damit zusammenhängen. Manche Kinder erleben Entwicklungsschübe sehr intensiv und drücken Spannung oder Neugier körperlich aus. Bezüglich der Eingewöhnung in der Kinderkrippe musst du das Stillen nicht zwangsläufig verändern oder beenden. Viele Kinder stillen in diesem Alter weiterhin morgens, abends oder zur emotionalen Regulation nach der Krippe. Gerade während der Eingewöhnung kann das Stillen sogar sehr verbindend und stabilisierend wirken, weil es Sicherheit, Nähe und Regulation schenkt. Wichtig ist vor allem, dass ihr beide einen Weg findet, der sich weiterhin gut anfühlt. Um die Frage, wie lange Stillen noch förderlich ist, zitiere ich aus der Homepage der La Leche Liga: Wie lange darf/kann/soll gestillt werden? Solange es Mutter und Kind damit gut geht! Die Stillbeziehung kann so lange andauern, bis entweder Mutter oder Kind nicht mehr wollen. Circa ab dem zweiten Lebenshalbjahr interessieren sich die meisten Kinder für die erste Beikost. Während ein Kind im zweiten Lebenshalbjahr neue Nahrungsmittel kennenlernt, bleibt die Muttermilch genau wie in den ersten Lebensmonaten hochwertiges Hauptnahrungsmittel. Beikost bedeutet nicht automatisch Abstillen, sondern zunächst das Kosten, Ertasten und Schmecken neuer Nahrungsmittel zusätzlich zur gewohnten Muttermilch. Stillen auch im Kleinkindalter ist biologische Norm. Mutter und Kind profitieren weit über den ersten Geburtstag hinaus von den positiven Auswirkungen des Stillens auf die Kinder- und Frauengesundheit. Auch wenn das Kind schon gerne am Familientisch mitisst, bleibt die Muttermilch weiterhin ein hochwertiges Nahrungsmittel. Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten und ab dann ein Weiterstillen mit geeigneter Beikost bis zu zwei Jahren und darüber hinaus, solange wie Mutter und Kind es möchten. Für viele Mutter-Kind-Paare wird das Stillen im Laufe der Monate zu einem liebevollen Ritual, das ruhige Kuscheleinheiten, Nähe und Geborgenheit für beide bedeutet. Ein Kind kann sein Saugbedürfnis im Kleinkindalter genauso wie im Babyalter an der Brust stillen. Was sich für ein eingespieltes Stillteam richtig anfühlt, das ist auch genau richtig. Mütterliche Intuition und die Zeichen des Kindes sind wunderbare Wegweiser. Du machst dir viele Gedanken, beobachtest aufmerksam und reagierst sehr bewusst auf deinen Sohn. Das ist eine große Stärke. Vertrau ruhig auch weiterhin deinem Gefühl – du kennst DEIN Kind am besten. Alles Liebe für euch beide! Herzliche Grüße Biggi
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