Miniwunder24
Hallo, Meine Tochter ist Mitte April geboren. Von Anfang an war sie sehr zart und das geringe Gewicht ein Problem. Sie hatte außerdem eine Saugschwäche. Aus diesem Grund wurden mir noch im Krankenhaus Stillhütchen gegeben. Mit diesen haben wir bis jetzt gestillt. Ich habe es mit Unterstützung meiner Hebamme immer wieder versucht abzugewöhnen. Dies hat leider nicht geklappt. Sie ist jetzt 16 Wochen alt. Zwischenzeitlich haben wir immer mal wieder mit Spritze und BES zugefüttert. Dies hat immer nur halb funktioniert. Leider ist meine Tochter vom Gewicht unter die 1. Percentile gerutscht und der Kinderarzt sagte, dass wir zufüttern müssten. Stillproben haben wir über mehrere Tage gemacht. Es haben immer ca. 400ml pro Tag gefehlt. Seitdem wir ca. eine Woche mehrmals täglich die Flasche geben, da es weder mit der Sonde noch mit der Spritze funktioniert hat, ist sie sehr saugverwirrt. Sie lehnt meine Brust und insbesondere die Stillhütchen komplett ab. An die nackte Brust hat sie im Halbschlaf jedoch abgedockt. Meine abgepumpte Milch wird immer weniger. Bisher konnte ich mit bereits eingefrorener Muttermilch zufüttern. 3x hat sie bisher Pre erhalten. Es belastet mich psychisch extrem. Zudem ist sie ein High-Need-Baby und konnte sich bisher fast ausschließlich über die Brust beruhigen und Einschlafstillen oder die Trage und Pezziball. Sobald wir sie zum Nachtschlaf abgelegt haben musste sie weiter an der Brust zu Regulation nuckeln. Dies hat letzte Nacht noch geklappt. Ich habe jedoch große Angst, dass sie die Saugverwirrung verstärkt. Ich weiß dass der einzige Weg ist komplett auf alle künstlichen Sauger zu verzichten. Dies Ist jedoch aufgrund ihrer Mangelernährung sehr schwer, da sie auch am Finger nicht saugt im mit Spritze zu füttern. Becher und Löffel haben wir ebenfalls probiert, jedoch hat es nicht funktioniert und bei den großen Mengen von ca. 300- 400ml am Tag auch sehr schwer. Ich bin gerade sehr hoffnungslos und psychisch extrem belastet. Ich mache mir große Sorgen und kann nicht aufhören zu weinen. Es fällt mir sehr schwer Druck rauszunehmen. Meine Hebamme ist im Urlaub und drei angefragte Stillberaterinnen haben kurzfristig keine Kapazitäten oder sind im Urlaub. Kann es für uns ein Weg zurück zum Stillen geben und wenn ja welche Schritte könnte ich dafür unternehmen? Morgen habe ich nochmal einen Termin beim Kinderarzt zur Gewichtskontrolle. Sie wiegt aktuell 4700g bei 64 cm in der 16. Woche. Herzlichen Dank für jeden Ratschlag, Lina
Liebe Lina, ja, du hast eine Chance, zum Vollstillen zu kommen, aber du brauchst dringend kompetente Hilfe vor Ort! Ich kann Dir aus der Ferne nicht helfen, da ich nicht beurteilen kann, ob dein Kind überhaupt Milch aus der Brust bekommt oder nur saugt. Magst du vielleicht am Sonntag mit mir sprechen per Video? Du kannst dich ganz einfach kostenlos anmelden und dann beraten lassen. Anfangs wäre es jetzt sicherlich sinnvoll, die Milchmenge noch durch Pumpen zu steigern, damit dein Kind irgendwann ausreichend Milch bekommen kann. Hast du schon einmal von dem Brusternährungsset gehört? Ein Brusternährungsset kann eine Möglichkeit sein, dein Kind vollständig an die Brust zu führen. Mit dem Brusternährungsset ist es möglich, das Baby zuzufüttern, während es an der Brust der Mutter trinkt, so dass es die gesamte von ihr produzierte Milch erhält. Es kann in verschiedenen Situationen zum Einsatz kommen (z.B. bei zu wenig Milch, Adoptivkindern u.a.). Das Brusternährungsset regt zu gutem Saugen an der Brust an, stimuliert die Milchproduktion und vermeidet den Einsatz von Flaschen. Das Brusternährungsset besteht aus einem Behälter für die zugefütterte Flüssigkeit (einem Plastikbeutel oder einer Flasche), der an einer Kordel um den Hals der Mutter hängt und zwischen ihren Brüsten ruht. Eine dünne Schlauchverbindung geht von dem Behälter zur Brust der Mutter, wo der Schlauch so befestigt wird, dass sein Ende etwa sechs Millimeter über die Brustwarze hinausragt. Bei einigen Modellen besteht die Möglichkeit, den Schlauch im Deckel abzuklemmen, um zu verhindern, dass die Milch bereits fließt, bevor das Baby saugt. Es gibt über verschieden dicke Schläuche - je dicker der Schlauch, umso schneller fließt die Milch. Welcher Schlauch zum Einsatz kommt, hängt davon ab, wie wirkungsvoll das Baby saugt und welche Zufütterung es benötigt. Ein Brusternährungsset kann in der Apotheke bestellt werden oder über eine Stillberaterin oder die La Leche Liga bezogen werden. In Deutschland wird nur das Brusternährungsset der Firma Medela vertrieben. Allerdings bei der Verwendung eines Brusternährungssets wirklich die Unterstützung einer Stillberaterin vor Ort vorhanden sein. Es ist ein Stillhilfsmittel, dessen Verwendung immer von einer Fachfrau begleitet werden sollte. Am besten wendest Du dich an eine Kollegin vor Ort und lässt dir eingehend zeigen und erklären, wie das Brusternährungsset eingesetzt wird, welche Möglichkeiten du hast, deine Milchmenge an den Bedarf deines Kindes anzupassen und wie Du dein Kind zum wirkungsvollen Saugen an der Brust bringen kannst. Adressen von Stillberaterinnen finden sich im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Auch ich kann dir einige Infos geben, wenn du magst. Ganz liebe Grüße Biggi
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