Hallo, ich bräuchte einmal euren Rat zu unserem 3 Monate alten Sohn Vitus. Er ist voll gestillt, nimmt sehr gut zu (aktuell ca. 6.850 g bei 60 cm) und das Anlegen wurde bereits von einer Stillberaterin angeschaut und war unauffällig. Einen starken Milchspendereflex hatte ich zeitweise vermutet, aktuell klickt er beim Trinken aber kaum noch. Wenn er ausgeschlafen ist und Hunger hat, trinkt er völlig problemlos, hört irgendwann von selbst auf und ist zufrieden. Das Problem tritt fast ausschließlich auf, wenn er müde wird, besonders ab spätem Nachmittag/abends: Er trinkt, dockt sich plötzlich ab und schreit, möchte aber unmittelbar wieder an die Brust. An der anderen Brust passiert nach einiger Zeit dasselbe. Wenn er sehr müde ist, wirkt es teilweise so, als wäre er eigentlich satt und wolle nur noch nuckeln – gleichzeitig kommt aber weiter Milch, er schluckt viel, manchmal kommt ihm die Milch wieder hoch bzw. er wirkt fast, als müsste er würgen. Trotzdem sucht er sofort wieder die Brust. Einen Schnuller oder andere Möglichkeiten zum Nuckeln akzeptiert er leider nicht. Einschlafen ist deshalb schon seit Beginn sehr schwierig. Tagsüber klappt es meistens nur durch Tragen/Trage, abends dauert die Einschlafbegleitung häufig 2 Stunden oder länger. Stillen zum Einschlafen funktioniert paradoxerweise oft gerade dann nicht, weil er immer weiter trinkt und sich anschließend wieder ärgert. Manchmal funktioniert gleichzeitiges Tragen und Stillen besser. Nachts kommt noch eine starke Unruhe dazu. Er schläft zunächst einige Stunden mit Stillunterbrechungen, aber ungefähr ab 4–5 Uhr bis 7 Uhr wird er teilweise alle 15–30 Minuten unruhig, strampelt, stöhnt und presst. Er sucht dann jedes Mal wieder die Brust, schläft dadurch kurz ein und beginnt wenig später wieder zu strampeln. Manchmal wird es nach Stuhlgang/Pupsen besser. In Bauchlage schläft er in dieser Phase teilweise ruhiger. Insgesamt kommt er dadurch häufig nur auf etwa 10–11 Stunden Schlaf/24 h, gelegentlich auch deutlich mehr. Ich habe wegen seiner Bauchbeschwerden inzwischen sogar Kuhmilcheiweiß aus meiner Ernährung gestrichen. Was mich besonders beschäftigt: Kann dieses ständige Stillen/Nuckeln bei einem eigentlich schon satten Baby durch die immer wieder aufgenommene Milch Reflux, Luft oder Darmbeschwerden verstärken und so einen Kreislauf aus Unruhe → Brust → mehr Bauchunruhe → wieder Brust erzeugen? Oder ist dieses Verhalten bei müden Babys in diesem Alter noch normal? Und wie würdet ihr damit umgehen, wenn er offensichtlich die Brust zur Regulation und zum Einschlafen braucht, aber scheinbar eigentlich nicht mehr trinken möchte? Soll ich ihm die Brust weiterhin jedes Mal anbieten oder versuchen, ihn trotz Protest anders in den Schlaf zu begleiten? Ich möchte ihm die Brust nicht vorenthalten und dadurch noch mehr Schlaf verlieren, habe aber gleichzeitig Sorge, dass das Dauerstillen seine nächtlichen Bauchbeschwerden verstärkt. Ich wäre sehr dankbar für eine Einschätzung, woher insbesondere dieses wütende Abdocken bei Müdigkeit kommen könnte und was wir konkret verändern könnten.  Liebe Grüße  Viktorija