NestwaermeStern64
Guten Tag, mein Baby ist 11 Wochen alt und ich habe von Anfang an sehr viel Milch und einen starken Milchspendereflex. Das ist für uns beide belastend, das Baby verschluckt sich oft da ihm die Milch so stark entgegenspritzt und spuckt sehr viel, und ich habe immer wieder, vor allem nachts, schmerzende und spannende Brüste. Ich glaube, dass ich immer noch zu viel Milch habe (dem Baby fließt beim trinken oft die Milch aus dem Mundwinkel, meine Brüste laufen zwischen den Mahlzeiten aus und während dem Stillen läuft auch immer die andere Brust mit aus. Ich habe schon alles mögliche versucht, um das Problem in den Griff zu bekommen: Blockstillen hat nicht geholfen, ich gebe nach wie vor eine Seite immer merhmals hintereinander. Meistens stille ich in zurückgelehnter Position, nachts im Liegen. Pfefferminztee hat auch nicht geholfen. Nun habe ich es mit Salbeitee versucht, jeweils eine Tasse an zwei Tagen. Danach war es zwei Tage lang besser, aber dann war es wieder genauso schlimm. Muss ich den Tee nun dauerhaft trinken, damit meine Milchmenge normaler wird? Ich habe natürlich Angst, dass ich nicht am Ende zu wenig Milch habe. Und kann es sein, dass das Baby durch den starken Milchspendereflex (und sein starkes Saugbedürfnis) unbeabsichtigt zu viel Milch trinkt und diese dann ausspuckt? Er spuckt immer wieder ein bisschen aber fast jeden Tag auch sehr viel, schwallartig. Die Kinderärtzin ist zufrieden mit seiner Gewichtszunahme und auch sonst wirkt er meist fröhlich und gesund. Meine Frage bezieht sich vor allem darauf, wie ich meine Milchmenge (mit Salbei?) regulieren kann, aber auch auf das Problem mit dem vielen Spucken. Noch zum Kontext: ich hatte zu Beginn einen extrem starken Milcheinschuss, der fast zu einer Entzündung geführt hat, deshalb musste ich in den ersten Tagen ab und zu ein bisschen abpumpen, nun streiche ich nur noch mit der Hand aus, ab und zu nachts, wenn es zu stark spannt und damit das Baby die Brust leichter erfassen kann. Ich versuche das Abstreichen wirklich auf ein Minimum zu reduzieren, immer nur ein paar Sekunden lang, aber vielleicht ist sogar das zu viel? Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe!
Liebe NestwaermeStern64, bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg auf Stillen". Dazu hältst Du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst, verschlimmert sich das Problem noch weiter. biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest du gerade so viel Milch ausstreichen, dass du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. Stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) Lass das Baby oft aufstoßen. vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Ob du weiterhin Salbeitee trinken solltest, kann ich dir nicht sagen, allerdings wäre ich da wirklich vorsichtig und würde zunächst alle anderen Tipps ausprobieren. Bekommt dein Baby einen Schnuller oder die Flasche? Versuche überhaupt einmal verschiedene Stillpositionen, möglicherweise gefällt deinem Baby die von dir bevorzugte Haltung nicht. Zusätzlich ist es ein guter Gedanke, dass du dich an eine Kollegin vor Ort wendest, die dich und dein Kind im Gegensatz zu mir sehen kann und damit sehr viel gezielter beraten kann. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Gerne kannst du dich auch bei der Videoberatung anmelden, da können wir uns sehen und miteinander sprechen. Liebe Grüße Biggi
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