Marina11
Hallo liebe Frau Welter, wie der Titel schon sagt stille ich aktuell Tandem (zwei Jungs 3,5 Jahre und 4 Monate) Den Großen hauptsächlich zum Einschkafen und Weiterschlafen nachts. Bereits seit längerem merke ich dass mir das Stillen des Großen oft plötzlich sehr unangenehm wird und ich am liebsten sofort aufhören möchte. Ich habe lange versucht einfach durchzuhalten merke aber dass ich es zunehmend schlechter schaffe. Der Große fordert es gefühlt viel stärker ein je eher ich versuche es zu verkürzen. Was kann ich tun damut es mit mit dem Stillen wieder besser geht? An sich stört es mich nicht und ich hatte auch geplant ihn so lange zu stillen wie er es braucht. vielen Dank und liebe Grüße Marina
Liebe Marina, ich rate dir, dich in einer ruhigen Minute einmal hinzusetzen und wirklich in dich zu gehen. Was möchtest DU? Ist es für DICH wichtig abzustillen oder ist es auch der Druck von außen? Wie viel Zeit willst du und deinem Kind schenken? Nur weiter zu stillen, weil dein Kind es so möchte, ist keine gute Lösung, denn dein Kind spürt deinen Widerwillen und wird umso mehr klammern. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Vielleicht stillst du nicht abrupt und sofort ab, sondern schenkst ihm noch die Lieblingsstillzeit. Ich weiß ja nicht, wie oft du noch stillst, meinst du, das wäre machbar? Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Es wird einige sehr unruhige Tage geben und es werden auch Tränen fließen, aber du begleitest dein Kind ja! Du entziehst deinem Kind die Brust, aber nicht deine Liebe und bist da und hilfst ihm durch den Schmerz. Wichtig ist, dass DU ruhig und gelassen bleibst, dein Kind wird sich an dir orientieren! Dein kleiner und doch schon so großer Sohn braucht im Moment sicher viel Rückversicherung und das Gefühl, dass er genauso wichtig ist wie das Baby. Versuche Zeiten zu finden, die deinen Sohn ganz alleine gehören, gehe mit ihm alleine spazieren oder lese ihm abends eine Geschichte vor, zeige ihm einfach, dass er immer genau so wichtig ist. Ich habe meinem Sohn damals erzählt, dass die Maus ja nur Mamamilch trinken kann und er doch schon mal ein Brot oder Wasser (oder manchmal auch Gummibärchen) bekommt. Er fand das sehr lustig und hat Anna immer sehr bedauert ;-). Außerdem habe ich die Stillzeit immer dazu genutzt und habe meinem großen Sohn viele viele Geschichten erzählt, wie es so war, als er noch ganz klein war. Ich erzählte ihm, dass ich zu nichts anderem gekommen bin damals und dass er die ganze Zeit nur an der Brust hing und immer immer an die Brust wollte. Dann sagte ich ihm, dass es ja so viel viel einfach für mich ist, weil er mir jetzt ja helfen kann und mal eine Windel oder ein Glas Wasser holen kann und weil es so schön ist mit ihm zu reden. Wie wäre es, wenn du während dem Stillen ein Buch vorliest? Mir persönlich gefällt das Buch "Ich will auch Geschwister haben" von Astrid Lindgren für diesen Zweck sehr gut. Ein Buch, das sich vor allem auch mit dem Thema Stillen beschäftigt und mit liebevoll gezeichneten Bilder aus der Sicht des größeren Bruders vom Auf die Welt kommen, dem Stillen und Tragen erzählt ist "Busi sagte Henriette" von Edith Seitz, ich weiß gar nicht, ob das noch aufgelegt wird. Viele Mütter machen die Stillzeit mit dem Baby zu einer gemütlichen Kuschel- und Lesestunde für das größere Kind. Mit etwas Übung kann das Baby beim Stillen mit einem Arm gehalten werden und in den anderen Arm kann sich das größere Kind mit einem Bilderbuch o.Ä. kuscheln. Das ältere Kind kann das Buch so halten, dass die Mutter darin lesen kann oder mit ihm die Bilder anschauen und außerdem bekommt es die wichtige Aufgabe, die Seiten umzublättern. Eine andere Möglichkeit die Stillzeiten für das große Kind zu etwas besonderem zu machen ist eine "Stillkiste" (der Begriff stammt von einer meiner Gruppenmütter). In dieser Kiste sind besondere Dinge (z.B. ganz spezielle Stifte und glänzende Papierbögen, bunte Perlen, die zu Ketten aufgereiht werden können, ein Spielzeugauto je nachdem, was für das Kind besonders attraktiv sein kann), die nur zu den Stillzeiten benutzt werden dürfen. Ganz liebe Grüße und alles Gute! Biggi
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