Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nächtliches Dauernuckeln

Frage: Nächtliches Dauernuckeln

User-1792997623

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Hallo, mein Sohn war schon von Anfang an kein guter Schläfer und seit einer Woche belasten mich die Nächte extrem.  Normalerweise wurde er alle 2 Stunden wach und hat an der Brust getrunken/ genuckelt und dann weitergeschlafen. Meistens ist er dann zwischen 7-8 Uhr wach geworden. seit einer Woche ist es aber so, dass er ab 3-4 Uhr am dauernuckeln ist und die ganze Zeit total unruhig schläft. Er bewegt sich permanent im Schlaf und sobald er die Brust verliert, sucht er wieder danach. das geht dann bis 5-6 Uhr und dann ist die Nacht vorbei.  Meine Nerven liegen blank, weil ich selber so kaum Schlaf bekomme und ständig wach werde und dazu unbequem liege.   Er schläft auch immer nur mit Bewegungen und Brust im Mund ein. Ich will das nicht mehr, weiß aber nicht wie ich vorgehen soll um das zu ändern.  Haben Sie Tipps? 


Biggi Welter

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Liebe Gabi297, es tut mir leid zu lesen, wie schwer sich das gerade für dich anfühlt und wie verunsichert du bist.  Und ich möchte gleich vorweg sagen: du machst nichts falsch.    Als Eltern glauben und hoffen wir immer auf eine lineare Weiterentwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder, aber der jetzt scheinbare Rückschritt im Verhalten deines Sohnes ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass seine Entwicklung voranschreitet.   Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das Erlebte, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne so langsam verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ...   Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch, noch ziemlich.  Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!!  Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Du machst nichts falsch! Wichtig ist auch, dass du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby.  Du kannst natürlich trotzdem versuchen, die Situation etwas zu verändern. Hast du es mal mit dem "Kinn-Trick" probiert? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden!   Probiere es mal aus!  Und denk daran, diese Phase geht ganz bestimmt vorbei!   Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen, ganz liebe Grüße  Biggi


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