Abc19
Liebe Biggi, mein Kind ist aktuell knapp über zwei Jahre alt und wird noch gestillt. Nach Trennung von meinem Expartner hat das Stillen sogar noch zugenommen und mein Kind will am Tage und nachts noch verhältnismäßig häufig gestillt werden (viel Unruhe und Spannungen). Jetzt war mein Expartner beim Kinderarzt und hat sich zum Abstillen beraten lassen, da er das Wechselmodell möchte. Dort wurde empfohlen abrupt abzustillen. Unabhängig davon, dass ich es sehr belastend finde, dass versucht wird von außen in die Stillbeziehung einzugreifen würde ich gerne anfragen, wie das Abstillen in dem Alter tatsächlich gut ablaufen kann. Abrupt empfinde ich in meiner intuitiven Wahrnehmung eher fatal und würde denken, dass stufenweise und mir viel Erklärung und Begleitung in dem Alter eher geeignet ist. Für eine Empfehlung wäre ich sehr dankbar.
Liebe Abc19, es tut mir so leid zu lesen, dass du dich gerade in einer so belastenden Situation befindest. Gerade in Zeiten von Trennung und Veränderungen suchen viele Kinder verstärkt die Nähe und Sicherheit ihrer Hauptbezugsperson. Dass dein Kind im Moment häufiger stillen möchte, ist daher nicht ungewöhnlich. Und auch für dich ist die Zeit jetzt sicherlich sehr schmerzhaft und belastend und ich wünsche dir viele Menschen, die dir beistehen. Ein abruptes Abstillen würde ich in dieser Situation nicht empfehlen. Weder aus Sicht der Stillbeziehung noch im Hinblick auf die emotionale Situation deines Kindes oder deine körperliche Gesundheit ist ein plötzliches Abstillen in der Regel die günstigste Vorgehensweise. Es kann für das Kind zusätzlichen Stress bedeuten und bei der Mutter unter anderem zu schmerzhaftem Milchstau oder einer Brustentzündung führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Kinder zwei Jahre und darüber hinaus zu stillen, solange Mutter und Kind dies möchten. Es gibt keine medizinische Empfehlung, ein gesundes zweijähriges Kind aufgrund seines Alters abrupt abzustillen. Wenn Du abstillen möchtest, ist ein langsames, bedürfnisorientiertes Vorgehen meist der schonendste Weg. Du kannst langsam eine nach der anderen Stillmahlzeit ersetzen, mit viel Geduld und Nähe, Geborgenheit und Körperkontakt. Gerade in einer ohnehin emotional belastenden Lebensphase ist dies häufig der bessere Weg. Das Stillen allein ist übrigens kein Hindernis für den Aufbau einer guten Beziehung zum anderen Elternteil. Viele gestillte Kinder verbringen – ihrem Alter und ihren Bedürfnissen entsprechend – auch Zeit mit dem anderen Elternteil. Wie eine Betreuung konkret gestaltet wird, sollte sich am Wohl des Kindes orientieren und nicht ausschließlich an der Frage des Stillens. Versuche mit deinem Expartner zu sprechen und erkläre ihm, dass das Stillen kein Druckmittel ist und Ihr BEIDE doch das Beste für Euer Kind wollt. Vielleicht gibt es nahestehende Menschen, die vermitteln können? Falls Du Unterstützung beim behutsamen Abstillen oder im Umgang mit der aktuellen Situation möchtest, kann auch eine Still- und Laktationsberaterin (IBCLC) oder eine Beraterin einer Stillorganisation eine wertvolle Begleitung sein. Ich wünsche dir und deinem Kind von Herzen alles Gute für die kommende Zeit. Melde dich gerne wieder, wenn Du noch Fragen hast. Herzliche Grüße Biggi
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Versehentlich doppelter Beitrag
Liebe Biggi, zuerst vielen Dank, dass es hier die Möglichkeit zur Beratung gibt und du dir immer so ausführlich Zeit nimmst! Ich möchte dir gerne von unserem Thema erzählen und deine Meinung dazu erbeten: Meine Kleine ist 15 Monate alt und wird ausschließlich gestillt, keine Flasche, kein Schnuller. Sie ist ein sehr zartes Kind und isst mal mehr u ...
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