Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Vakuum Problem

Frage: Vakuum Problem

Deliz

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Hallo Biggi, meine Tochter ist nun seit 4 Wochen auf der Welt und ich stille sie voll. Zu meiner Überraschung tut es mir überhaupt nicht weh (bei meinem Sohn hatte ich die ersten 4 Monate blutige Brustwarzen, Brustentzündungen und unwahrscheinliche Schmerzen beim stillen) mein Sohn hat sich damals wie ein Piranha an meine Brust gehängt und hing mir Tag und nach dran, nachts teilweise jede 20 min. Bei meiner Tochter ist nun alles anders, sie schläft Nachts seit sie auf der Welt ist fast durch mit nur 1 bis 2 Stillmahlzeiten, es tut nicht weh, es blutet nicht, alles insgesamt ein Traum könnte man sagen. Allerdings hat sie Probleme mit dem Vakuum, sie verliert die Brust ständig und ich kann ihr diese mit Leichtigkeit aus den Mund gleiten lassen, anfänglich musste ich den Finger benutzen um das Vakuum zu lösen aber das hat sich irgendwie verändert. Es klickt und Schmatzer sehr oft, ich habe mir so viele Videos angeguckt und meine Hebamme hat mir bestens beim Positionieren geholfen, aber trotzdem haben wir Schwierigkeiten. Der C Griff, der Baseball Griff, Nase zur Brustwarze, Kinn an Brust, Bauch an Bauch - alles bestens und trotzdem klickt es und es macht mich total nervös und wahnsinnig. Zungenbändchen wurde mehrmals getastet und keine Auffälligkeiten gefunden.  Nun kommt es so wie es halt kommen muss, die Luft staut sich im Magen, die Muttermilch trifft auf die Luft und es löst starke Geräusche aus, anfänglich nur abends mittlerweile ab und an auch tagsüber. Ich sehe meiner Tochter die Schmerzen beim Schlucken förmlich an. Ich lasse sie mehrmals aufstoßen (das führt leider aber auch dazu dass sie nicht an der Brust einschlafen kann). Sie hat häufig Schluckauf. Wegen meinem sehr starken Milchspendereflex verschluckt sie sich sehr häufig wobei es mittlerweile weniger wird weil wir uns langsam einspielen. Ich mache alles was man aus jedem Ratgeber liest und was häufig empfohlen wird. Ich habe auch schon über stillen Reflux nachgedacht aber Nachts haben wir diese Problematik überhaupt nicht. Abends und tagsüber kann ich liegend stillen völlig vergessen, aber nachts funktioniert es einwandfrei. Wenn sie sehr ruhig und verschlafen trinkt dann funktioniert es komischerweise ohne Schmerz, wenn sie zu hektisch wird kommen sofort die schmerzen dazu.  Sie hat sehr viel Brust im Mund aber drückt sie oft mit der Zunge raus und nimmt dann weniger. Kannst du einschätzen was bei uns schief läuft?  Liebe Grüße  Isabella 


Biggi Welter

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Liebe Isabella, auf Anhieb gibt es mehrere mögliche Ursachen für das Verhalten deines Babys. Zum einen erlebt dein Kind jetzt seine Umwelt immer bewusster und muss daher die Ereignisse des Tages verarbeiten. Das bedeutet für manche der kleinen Menschlein, dass sie sehr unruhig sind, weinen und an der Brust ebenfalls unruhig sind. Hier hilft es, die Tage möglichst ruhig verlaufen zu lassen, den Abend sanft ausklingen zu lassen und dem Kind Nähe, Ruhe und Halt zu geben. Keine hektischen Versuche mit immer neuen Ideen das Kind zur Ruhe zu bringen, sondern so wenig „Action" wie möglich. Den Raum abdunkeln, beruhigend mit dem Baby sprechen oder ihm etwas leise vorsingen. Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wird das Baby gut in eine Decke eingewickelt, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn ein Kind auf diese Weise eingepackt ist, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Eine andere Ursache kann der Schnuller oder die Flasche sein. Schnuller können wie alle künstlichen Sauger zu einer Saugverwirrung führen. Ist das Kind dann auch noch erregt oder besonders müde, dann „erinnert" es sich unter Umständen nicht mehr an die korrekte Trinktechnik für die Brust. In diesem Fall hilft nur konsequentes Verzichten auf alle künstlichen Sauger. Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen.  Du schreibst, dass du einen sehr starken Milchspendereflex hast und dein Baby mit der plötzlich in großer Menge fließenden Milch nicht zurechtkommt. Das kann dann auch die Blähungen verursachen. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg auf Stillen". Dazu hältst du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst, verschlimmert sich das Problem noch weiter. Biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest du gerade so viel Milch ausstreichen, dass du dich wohl fühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. stille dein Baby, wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. Versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.)  Lass das Baby oft aufstoßen. vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Versuche überhaupt einmal verschiedene Stillpositionen, möglicherweise gefällt deinem Baby die von dir bevorzugte Haltung nicht. Am besten besprichst du mit einer Stillberaterin in deiner Nähe, wie du vorgehen kannst. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).  Gerne können wir auch miteinander sprechen, wenn du das möchtest, du kannst jederzeit einen kostenlosen Termin buchen. Liebe Grüße  Biggi


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