Julihellgruen
Liebe Frau Neumann, Unser Sohn ist sechs Monate alt und bekommt seit ca drei Wochen Beikost. Bisher habe ich voll gestillt, ca alle zwei Stunden, auch nachts. Nun bekommt er mittags mittlerweile Gemüse-Fleisch-Brei und langt auch ordentlich zu - ich gebe ihm mehr als ein großes Glas, somit ca 200 ml. Es verwirrt mich allerdings, dass er nicht satt zu werden scheint? Er würde vermutlich noch mehr essen, aber ich traue mich nicht recht, ihm noch mehr zu geben. Zum Essen trinkt er Wasser und danach stille ich noch. Kann man ein Baby überfüttern? Es verunsichert mich sehr, dass er beim Brei nicht aufhört, Kopf wegdreht oä. Bisher merke ich auch kaum, dass er weniger an der Brust trinkt, weiterhin kommt er ca im zwei/drei Stundentakt. Abends haben wir auch mit Getreidebrei angefangen, mit Wasser angerührt. Auch da würde er munter weiteressen, aber mehr als 80 ml traue ich mich noch nicht zu geben, aus Angst, ihn und seine Verdauung zu überfordern. Wie sehen Sie das? Der Kleine wiegt aktuell ca 7.3 und ist ca 68 cm groß. Ganz herzlichen Dank für Ihre Hilfe!
Hallo Julihellgruen wie viel Öl ist in deinem Glas? Schaue einmal auf das Etikett. Für den Mittagsbrei werden bei einer Portion von ca 200g ca 1 EL Öl empfohlen Auf dem Etikett findest du den entsprechenden Hinweis, d.h. die Nährwertangaben für Fett, Eiweiss, Kohlenhydrate etc. Die Werte beziehen sich auf entweder 100g oder das gesamte Gläschen (190g) . Man muss manchmal ein bisschen rechnen. Manchmal sind 4g Fett pro 100g drinnen, dann passt das. Manchmal ist gar kein Fett enthalten. Oder nur 2g /100g. Manchmal auch 8g/190g. 8g Öl entsprächen ca 1 EL Öl. Füge, wenn nötig noch die empfohlene Menge Öl dazu. Nimm entweder ein sog. Beikostöl oder ein handelsübliches Rapsöl oder ggf Sonnenblumenöl. Öl sollte ab etwa dem 4. Breitag zum Brei gegeben werden. Das Öl bewirkt eine bessere Sättigung. Oder kochst du selbst? Wasser brauchst du deinem Kleinen nicht zu geben, wenn du außerdem stillst. Vielleicht hat dein Baby gerade einen Wachstumsschub? Grüße Birgit S.
Julihellgruen
Hallo und vielen Dank für dir Antwort und den Hinweis. Momentan gebe ich gekaufte Gläschen. Öl füge ich allerdings bereits bei :/ Soll ich dem Kleinen also einfach mehr geben? Gibt er zu verstehen, wenn er nicht mehr will? Er wächst gerade wie verrückt, trotzdem mache ich mir Sorgen, ob ich womöglich zu viel gebe? Danke u liebe Grüße
Hallo Julihellgruen wenn dein Baby begeistert Beikost vom Löffel isst, brauchst du dich nicht zu sorgen, wenn dein Baby größere Mengen fordert als die übliche Menge von ca 190-200g, womit die meisten Babys satt werden. Dass dein Kleiner momentan mehr Brei fordert als etwa 200g pro Mittagsmahlzeit kann verschiedene Gründe haben. Einen Wachstumsschub habe ich schon erwähnt. Denkbar wäre auch bspw dass dein Baby pro Stillmahlzeit es gewohnt ist, eine großvolumige, kalorienreichere Mahlzeit aufzunehmen. So wäre dein Baby gewohnt, größere Portionsmengen zu essen, um schließlich satt und zufrieden zu sein. Quasi dann erst Sättigungssignale zeigt, wenn der Magen ihm eine bestimmte Füllmenge signalisiert. Für dein weiteres Vorgehen könntest aus den drei vorgeschlagenen Möglichkeiten einen Vorschlag auswählen: 1. du könntest mehr Brei füttern und warten, bis dir dein Baby zeigt, dass es genug hat. 2. Du könntest im Anschluss an die Breimahlzeit einfach stillen, damit dein Baby so viel "nachtanken" kann, bis es sich rundum zufrieden fühlt. Die Mumi hilft zudem, die Beikost gut zu verdauen und die Nährstoffe besser zu resorbieren. 3. Du könntest nach dem GKF-Brei noch ein paar Löffel Obstmus geben, um die Füllmenge im Magen ebenfalls zu steigern. Als Stillmama kannst du die Beikost als Ergänzung zur Mumi sehen, die deinem Baby vor allem Abwechslung und Gewöhnung bringt. Anders als bei mit Säuglingsmilch ernährten Babys steht bei nach Bedarf gestillten nicht das Ersetzen einer Milchmahlzeit im Vordergrund sondern das Ergänzen. Bei der Beikost bei nach Bedarf gestillten Babys ist das vorrangige Ziel nicht nur den Brei zu geben, um Nährstoffe und Kalorien zuzuführen, sondern es geht viel mehr auch darum dass dein Baby neue Geschmackseindrücke, Esstechniken, Rituale, Konsistenzen und Nahrung i.A. kennen lernen kann, damit sich der Organismus langsam umstellen und umgewöhnen kann. Die üblichen Beikostempfehlungen geben dir eine Richtung und eine Orientierung vor, aber der individuelle Weg zur Beikost, d.h. zu einer erweiterten Kostpalette, kann bei jedem Baby anders verlaufen. Beikost ist viel mehr als nur das Ersetzen von Mumi. Beikost, d.h. mehr zu essen als nur Milch, ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung. Es geht bei nach Bedarf gestillten Babys auch um das spielerische Entdecken der verschiedenen sensorischen Eigenschaften von Lebensmitteln, das Loslassen von Mama etc. Wichtig ist momentan auch hauptsächlich eher "nur", dass dein Baby Beikost bekommt und sich mit kleinen Mengen mit dieser neuen Essweise auseinandersetzt und sich damit anfreundet. Beikost schult alle Sinne und ergänzt (ergänzen - nicht ersetzen :) ) die Muttermilch wunderbar. Wenn dein Baby nun sehr viel Spaß am Essen und beim Entdecken neuer Aromen hat, kannst du jetzt mit verschiedenen Zutaten experimentieren. Ggf auch schon mit Fingerfood. Möchtest du langfrostige einen Milchbrei geben, den du mit Kuhmilch zubereitest? Oder hast du dir noch gar eine Gedanken dazu gemacht? Den abendlichen Milchbrei kannst du einfach ohne Milch (nur Wasser)anrühren, Obstmus zugeben, füttern und anschliessend stillen. So ist der Nährstoffmix gewährleistet. Der Brei schmeckt sehr fad. Das Dazumischen von Mumi ist darum ganz hilfreich. Aber durch die Zugabe von Mumi wird der Getreidebrei wegen enthaltener Enzyme flüssig. Das ist normal. Wenn du noch viel und ausreichend oft stillst, brauchst du keine weitere Milchsorte zu geben. Als Stillmami kannst du, wenn du willst, im ersten Jahr komplett auf andere Milchsorten verzichten. Das Grundrezept für den "Wasser-Still-Brei" lautet: 200ml Wasser 20g Baby-Instant-Getreideflocken 20g Obstmus anschliessend stillen. Statt dem abendlichen Milchbrei könntest du auch am Nachmittag oder gegen Abend einen GOB geben. Dieser Brei ist ohnehin milchfrei. Der Obstanteil ist hier höher. Nährstoffe liefert der Brei durch die Zugabe von Obst und Fett. Satt macht der Brei durch die Fettzugabe durch Öl, Butter, später ggf weißem Mandelmus. Ab dem 7. - 8- L könntest du bspw auch zerdrückte Avocado* mit Obstmus geben. Grundrezept GOB: 20g Getreideflocken (Baby-Instantflocken) 90-100g Wasser (evtl mehr) 1oog Obstmus 5g (1 TL) Butter oder Öl oder bspw Zwiebackbrei: 200ml Wasser 1,5- 2 (Baby-)zwiebäcke zerbröselt bzw mit der warmen Flüssigkeit übergiessen 100g Obstmus oder Saft abkühlen lassen 1 TL Fett Die Zwiebäcke werden mit heissem Wasser übergossen, damit sie sich gut auflösen. auch möglich; ab 8. Lm als Ersatz für Milchbrei* für nach Bedarf gestillte Babys: 1/4- 1/2 Avocado mit 1/4 - 1/2 Banane zerdrücken und füttern 1/2 Banane zerdrückt mit 1-2 TL Mandelmus vermischen. und wenn dein Baby mit Fingerfood/Stückchen schon gut zurecht kommt, könntest du weiches Obst mit Avocadostückchen als Fingerfood anbieten. - anschliessend stillen - Also dann Grüße Birgit S.
Julihellgruen
Ganz lieben Dank für die ausführliche und extrem hilfreiche Antwort!!! Ich weiß das sehr zu schätzen und finde die Arbeit im Forum ganz fantastisch. Ich hoffe es ist ok dass ich noch eine Nachfrage habe: Ich würde sehr gerne den Abendbrei mit Milch machen, mit Wasser schmeckt er wirklich fad und ich muss immer etwas mehr Obst untermischen, damit der Kleine ihn mag... allerdings pumpe ich sehr ungern Milch ab und möchte daher nicht Muttermilch dazu mischen :/ . Ab wann dürfte ich den Brei mit Milch anrichten? Was für Milch darf man nehmen? Vollmilch? Kann ich zb halb mit Milch, halb mit Wasser anrühren? Ich denke, dass es ihm dann besser schmecken würde. Unabhängig davon stille ich ihn ohnehin immer noch zum Einschlafen... Danke und herzliche Grüße!
Hallo Julihellgruen danke für dein nettes Feedback. Du kannst den Milchbrei mit Kuhmilch zubereiten. Wähle eine Vollmilch mit 3,5 % oder 3,8% Fettgehalt. Koche die Kuhmilch mit Wasser (Mischverhältnis 1:1) ab und lass dies auskühlen, bis du die Flocken dazu mischen kannst. Man empfiehlt auch für noch sehr junge Babys diese sog. Halbmilch - um den Eiweißgehalt niedrig zu halten. Denn Kuhmilch enthält mehr Protein (und Calcium) als Muttermilch oder Säuglingsmilch. Für dein Stillbaby ist die Halbmilch auch noch nach dem 6.-7- Lm gut geeignet. Grüße Birgit S.
Ähnliche Fragen
Guten Tag Ich habe einige Fragen an sie und hoffe so sehr das sie mir diese beantworten können. mein Sohn ist jetzt genau 6 Monate als. Seid 3 Wochen haben wir nun mit der Beikost begonnen was auxh super geklappt hat. nun stellen wir aber fest das er hin und wieder Verstopfung hat. Also die kaka ist an einigen Tagen wie Knetmasse. Nun fül ...
Liebe Frau Neumann, nochmals vielen Dank für Ihre Infos zum Thema "Brei einfrieren" etc. Was ich mich noch frage: Gibt es eine bestimmte Reihenfolge, in der Breie und auch Fingerfood (BLW) angeboten werden sollen? Meiner Infos nach, sollte mit einem Gemüsebrei begonnen, dieser dann durch einen Kartoffel-Gemüse-Brei und anschließend dur ...
Guten Tag Frau Frohn, wir haben unserem Sohn 18 Wo Pastinaken-Brei angeboten. Diesen mag er gerne. Können Sie uns ungefähre MengenAngaben raten? Zum Anfang heißt es 2-3 TL, danach steigern. Aber wie schnell steigere ich die Breimenge, bis wir ca eine Mahlzeit erhalten? Und wie viel Gramm sollte eine Mahlzeit messen? wann kann ich nach pa ...
Sehr geehrte Frau Frohn, wir ernähren uns vegetarisch und ich koche die Beikost selbst für unsere Kleine (6 M). Ich weiß, wie wichtig Vitamin C für die Resorption von Eisen ist und dies insbesondere bei pflanzlichen Eisenquellen sehr wichtig ist. Leider mag meine Kleine die Breie mit Saft (Apfel oder Orange) so überhaupt nicht. Ohne Saft isst s ...
Sehr geehrte Frau Frohn, mein Sohn ist jetzt 9 1/2 Monate alt, und ich mache mir große Sorgen um seine Ernährung. Ich versuche alle möglichen Breie, seit er 6 Monate ist, aber er isst sehr wenig davon. Er möchte am liebsten gestillt werden. Jetzt habe ich endlich kapiert, dass er lieber isst, wenn er die Sachen selbst in die Hand nehmen kan ...
Hallo Frau Frohn, Unser Sohn geb 05.04.2025 bekommt seit ca vier Wochen Beikost. - Gemüsebrei. Haben mit ganz wenig angefangen und sind jetzt erst bei 50 Gramm. Er kann seinen Stuhl sehr schlecht absetzen, v.a.wenn er zu fest wird. Am Nachmittag bekommt er deshalb noch Apfelmus auch so ca 50 Gramm. Der Rest wird nach wie vor gestillt. B ...
Liebe Frau Froh, unser Sohn (6,5 Monate) bekommt seit einiger Zeit Beikost zum Mittagessen. Seit ca 1 Woche schafft er eine Menge von 180 ml und ersetzt somit seine Mittags-Milchflasche. Leider hat er nun Verstopfungen. Wie kann ich ihm da weiterhelfen? Aktuell bekommt er ja noch kein Fruchtbrei. Darf ich ihm zb Pflaumenbrei geben, d ...
Liebe Frau Frohn, unsere nun 9,5 Monate alte Tochter isst sehr gut und gerne. Mit etwa 4,5 Monaten haben wir ihr die erste Beikost zum probieren gegeben, weil sie Lust darauf zu haben schien. Anfangs gab es Komponenten unseres Essens auch mal püriert, aber sie isst sehr souverän alles mögliche in Stücken. Wir sind Vegetarier und ausgewogene Ern ...
Guten Tag, meine Tochter ist 6 Monate alt. Seit 1 Monat bekommt sie schon Beikost. Ich möchte auch gerne mit Spinat was kochen als Brei. Kann sie das schon bekommen? Falls ja haben Sie für mich Tipps, wie ich es am Anfang zubereiten könnte? Und kann ich es auch auf Vorrat in den Kühlschrank stellen für den nächsten Tag?
Hallo, ich hoffe, ich habe jetzt das richtige Forum erwischt :) Unser Sohn wird bald 9 Monate alt. Bis jetzt haben wir ausschließlich Brei gefüttert weil er Essen in jeglicher anderen Form zwar bespielt aber nicht isst. Wir bieten es trotzdem immer wieder an. Gestartet sind wir klassisch mit Gemüsebrei als er 5- 6 Monate alt war und die Reifez ...