Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Wutanfaelle

Frage: Wutanfaelle

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Hallo Herr Dr. Posth, mein Kleiner ist jetzt fast 1 Jahr und 3 Monate alt und entwickelt sich eigentlich normal (faengt an zu sprechen, kann laufen und klettern, will alleine essen etc.). Das einzige was mir Sorgen macht sind seine Wutanfaelle. Wenn ich ihm etwas verbiete oder sage, dass jetzt Schluss ist (z.B. kann ich ihn nicht eine Stunde lang hochheben, damit er den Schluessel ins Schluesselloch stecken kann), dann wird er furchtbar wuetend und kann sich kaum beruhigen. Ich versuche ihn erst zu beruhigen und abzulenken, was nicht gut gelingt - am besten beruhigt er sich, wenn ich ihn kurz alleine lasse. Dann sitzt er auf den Biden und bruellt ganz schrecklich. Auch bekommt er diese Anfaelle nur bei mir (nicht bei Papa und auch nicht beim Kindermaedchen) Liegt das an mir oder bin ich einfach zu streng ? Wie reagiere ich richtig ? Vielen Dank fuer ihre Hilfe und freundliche Gruesse aus Mexiko.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Hallo, diese Wut oder der Widerstand ist für 1-jährige Kinder ein wichtiges Phänomen in ihrer Entwicklung. Sie üben den Widerstand, weil sie ihren Willen erfahren und es noch nicht ertragen können, dass dieser Wille nicht so umgesetzt werden kann, wie es gewünscht ist. Die Mutter als primäre Bezugsperson ist dabei das Hauptwiderstandsobjekt. Die Loslösungsvorbilder wie Vater oder auch Kindermädchen identifiziert das Kind zunächst einmal als Verbündete. Im Übrigen verhalten sie sich auch meistens so. Aber die Rolle ist in der Regel nicht von Dauer. Je mehr Bindung auch an diese entstanden ist, desto stärker richtet sich die Wut bei Nichterfüllung des eigenen Wunsches auch auf sie. In meinen Langtexten können Sie über diese Zusammenhänge alles Wissenwerte nachlesen. Im gezielten Suchlauf gibt es das Stichwort: Widerstand bei Einjährigen. Wahrscheinlich können Sie mein Buch in Mexiko schlecht erhalten. Ablenkung ist wichtig oder geschickte Maßnahmen wie dem Kind ermöglichen, sein Vorhaben lang genug auszuüben. Bei der Tür: Setzen Sie ihn in im Hochstühlchen vor die Tür und lassen ihn mit dem Schlüssel so lange hantieren, wie er möchte. Man braucht also manchmal nur ein wenig Fantasie. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Frau henkes,  Unser Sohn, 1 klasse hat in der letzten Zeit eine extrem niedrige Frustrationstoleranz. Bei Kleinigkeiten geht er hoch, weint, schimpft aber auch sehr unangemessen mit uns mit den neuesten aufgeschbappten svhimpfwörtern. Er versucht seit Schuleintritt immer cool zu sein und kässt auch gar nichts mehr sagen, bzw in manchen Ph ...

Hallo Frau Henkes, es geht um meine 3 jährige Tochter, die sich gerade in einer sehr schwierigen Phase befindet. Sie ist im Dezember große Schwester geworden. Die ersten Wochen war sie sehr eifersüchtig und wollte ihre kleinen Schwester nicht so richtig akzeptieren. Sie wusste, dass wir ein Baby haben, aber sie wollte sich nicht mit uns um es k ...

Sehr geehrte Frau Henkers Mein Name ist Mario und ich lebe mit meiner Frau und meinen zwei Söhnen in Griechenland. Unser älterer Sohn wird im Februar 5 Jahre alt und unser jüngerer Sohn wird im Januar 3 Jahre alt. Wir sind eine multikulturelle Familie. Ich selber bin Deutsch - Grieche und meine Frau kommt aus den Philippinen. Deshalb wachsen un ...

Hallo Frau Henkes, Ich mache mir Sorgen um die Entwicklung meines 5 Jährigen Sohnes. Er ist an sich ein sehr aufgeschlossenes und Energie geladenes Kind. Gleichzeitig sensibel und feinfühlig. Auffällig ist, dass er versucht alle zu umschmeicheln mit Liebesbekundungen, so als würde er Angst haben, dass er sonst nicht gemocht werden würde. Seit J ...

Guten Tag Frau Henkes, Ich bin etwas verzweifelt wegen dem Verhalten von meinem Sohn (5,5 Jahre). Seit ein paar Wochen hat er im Kindergarten richtige Wutanfälle. Meistens wenn ihn ein anderes Kind schubst oder haut. Dann rennt er weg und wirft Sachen auf den Boden. Er ist in einem Waldkindergarten und letztes Mal ist er wohl ca. 200 Meter wegg ...

Liebe frau Henkes, Sie geben sehr wertvolle Rückmeldungen. Auf diesem Wege danke ich Ihnen für ihre tolle Arbeit hier im Forum! Unsere Tochter, 5 Jahre, war immer schon ein sehr gefühlsstarkes, autonomes Kind. Immer wieder hat sie wütende Perioden, in denen sie IMMER Zuhause haute, biss, Sachen umwarf etc. Diese Perioden gingen aber immer wi ...

Guten Tag, mein Sohn ist vor kurzem 4 Jahre alt geworden, geht seit einem Jahr in den Kindergarten und hat eine 10 Monate alte Schwester.  Er hat immer schon sehr an Gewohnheiten festgehalten und hatte immer schon regelmäßig Wutanfälle, aber in letzter Zeit ist es besonders schlimm. Er möchte, dass ich immer alles gleich mache. Mit ihm gleic ...

Hallo,  Meine Tochter hat seit ca. 3 Wochen immer mal wieder Wutanfälle. Erst einmal muss ich sie ca. 20 mal auffordern etwas zu tun, zum Beispiel die Schuhe anziehen. Wenn wir vom Kindergarten nach Hause laufen, bleibt sie auf halber Strecke stehen und läuft wieder zurück. Nach mehrmaligem auffordern nehme ich sie auf den Arm. Sie wehrt sich u ...

Sehr geehrte Frau Henkes, mein Sohn ist 17 Monate alt und wurde heute das erste Mal für 4 Std. Durch seine Großeltern betreut. Tatsächlich sehen wir die Großeltern nicht besonders häufig (vielleicht einmal in 3 Wochen). Mein Sohn ist ein sehr aufgeschlossenes Kind und hat bis jetzt so gut wie garnicht gefremdelt. Er ist heute sofort mit den ...

Hallo Frau Henkes, unsere Tochter ist 21 Monate alt und wir kämpfen derzeit mit starken Wutanfällen, von denen ich dachte, dass es normal sei, mittlerweile aber zu zweifeln beginne. Unsere Tochter steckt mitten in der Autonomiephase und weiß ganz genau was sie möchte und was nicht. Leider endet fast alles, was sie nicht möchte in einem Wutan ...