Liebe Frau Henkes, Unser Sohn ist fast vier, ein tolles, sehr interessiertes und fantasievolles Kind. Seit etwa 4 Monaten möchte er jeden Morgen "ein Tier sein". Das heißt, er sucht sich zT selbst etwas aus oder er fragt zB nach einem Tier, das fliegen kann. Zuhause beschränkt sich dieses Spiel weitestgehend darauf. Wenn er ein Löwe ist, knurrt er mal, sagt: Ich bin der Kind Löwe und du der Mama Löwe. Er bleibt aber nicht permanent in der Rolle. Nun wurde ich bei einem persönlichen Gespräch in der Kita darauf angesprochen. Zunächst sagte man mir, er wäre ein tolles Kind, sehr beliebt und in allen Bereichen überdurchschnittlich gut entwickelt. Dann kam sie auf das og Thema und sagte, er würde dort durchgehend in der Rolle bleiben und auch als das jeweilige Tier angesprochen werden wollen. Andere Kinder wären von seinem Verhalten irritiert und er würde dadurch früher oder später Probleme bekommen. Sie hätten so etwas noch nie erlebt, fänden das Verhalten besorgniserregend, weil es nun schon so lange andauert und ich wurde gefragt, wie wir dem entgegenwirken. Ich fand und finde sein Verhalten nicht alarmierend und sagte das auch, dennoch wurde ich zur Zusammenarbeit aufgefordert, ich solle ihm ab jetzt sagen (wie es auch die Erzieher:innen tun), dass ich mir wünsche, dass er ER ist und kein Tier. Ich habe mit ihm darüber gesprochen und gesagt, dass mir seine Erzieherin erzählt hat, dass es manchmal schwierig für anderen Kinder ist, wenn er nicht auf seinen Namen reagiert und dass nicht alle dieses Spiel mitspielen wollen. Ich möchte aber nicht, dass er sich, sein Verhalten und seine Interessen falsch findet. Wie sehen Sie die Situation? Vielen Dank für Ihre Einschätzung!