Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

4-jähriges Kind spielt gerne für sich im Kindergarten

Frage: 4-jähriges Kind spielt gerne für sich im Kindergarten

Easy19881

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Hallo! Ich würde gerne ihre Einschätzung zu folgender Situation wissen. Meine Tochter ist gerade 4 Jahre alt geworden und geht seit Sommer in den Kindergarten. Davor war sie in der Krippe. Sie ist ein fröhliches, aufgeschlossenes Kind. Vor einem Jahr, da war sie gerade 3 Jahre alt, haben die Erzieherinnen mich darauf angesprochen, dass sie noch nicht an Rollenspielen mit anderen Kindern teilnimmt sondern alles mit ihrem Kuscheltier durchspielt. Zudem singt sie viel vor sich hin und "wippt" in ruhigen Phasen von rechts nach links um sich zu regulieren. Sie überlegten, ob sie eventuelle eine Autismus-Spektrum-Störung hat. Jetzt im Sommer gab es den Wechsel in den Kindergarten. Zwischenzeitlich hieß es, dass sie mit anderen Kindern nun spielt, nun heißt es wieder, dass sie viel für sich spielt, viel beobachtet und man sie "da rausholen muss", dann beteiligt sie sich auch. Ich bin ehrlich, mich triggert das sehr. Meine Tochter geht gerne in die KiTa, sie hat aber "nur" einen besten Freund dort, den sie am liebsten mag. Sie beobachtet viel und guckt sich viel ab, sie ist aber auf keinen  Fall verschlossen oder unglücklich. Sie spielt unglaublich gerne mit ihren Kuscheltieren sämtliche Rollenspiele, hier zu Hause hat sie natürlich in der Regel auch keine anderen Kinder dafür und ein Geschwisterchen ist jetzt erst untwegs. Sie ist empathisch, hält Blickkontakt und spielt zum Beispiel auch unglaublich gerne mit ihren größeren Cousins und freut sich sehr, wenn wir die beiden sehen. Ich habe das Gefühl, dass sie einige der Kinder im KiGa einfach nicht mag und es ihr vielleicht auch oft zu viel ist. Das einzige was mich nach wie vor wundert, ist das leise singen und teilweise Gewippe. Bei der U8 hab ich das Thema ebenfalls angesprochen und die Ärztin hat nur geschmunzelt, weil sie mein Kind als aufgeschlossen und gut entwickelt wahrgenommen hat. Sie sagte, selbst wenn eine leichte ASS vorliegt, würde man da eh nichts machen.  Wie schätzen Sie die Situation aus der Ferne ein? Wir haben bald ein Entwicklungsgespräch und ich bin mir sicher, dass es wieder thematisiert wird, dass keine Rollenspiele spielen will und nur nebenbei ist statt mittendrin.  Ganz lieben Dank im Voraus.


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, vertrauen Sie der Aussage der Kinderärztin. Sie kennt Ihre Tochter von Beginn an, kann deren Verhalten einschätzen und hat die nötigen Kompetenzen. Autismus ist eine psychiatrische Diagnose, die von Fachärzt/innen vorgenommen wird, nicht von Erzieher/innen. Zudem spielt Ihre Tochter Rollenspiele, nimmt dazu allerdings derzeit noch ihre Kuscheltiere. Das ist völlig in Ordnung. Das Spielverhalten oder das Verhalten zu anderen Kindern hängen auch von Temperament und Charakter eines Kindes ab. Gerade das Beobachten anderer Kinder ist nach einem halben Jahr Kigabesuch ganz normal. Ihre Tochter tritt in Kontakt zu anderen Kindern und hat einen Freund. Zu Hause merken Sie das am Kontakt zu den Cousins. Das leise Singen und Wippen muss Sie nicht beunruhigen. Kinder begleiten ihre Handlungen gern mit Bewegungen oder Gesang und Geräuschen. Es ist grundsätzlich sinnvoll, dass die Erzieher/innen die Kinder gut im Blick haben. Sie können sich in Bezug auf Ihre Tochter im Entwicklungsgespräch auf die Aussagen Ihrer Kinderärztin beziehen und so die Vermutungen der Erzieher/innen  entkräften. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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