gerli77
Sehr geehrter Herr Dr. Nohr, unsere Tochter ist aktuell 10 Wochen alt. Ich hatte eine sehr schwere Geburt: Einleitung, Herztöne nicht mehr auffindbar, Notkaiserschnitt unter Vollnarkose, dann sofort Trennung von unserer Tochter die 6 Tage noch auf der Kinderstation betreut werden musste (div. Anpassungsschwierigkeiten). Die meiste Zeit war sie dort allein :-( Wir versuchen das Bonding so gut es geht nachzuholen, allerdings weint/schreit sie oft laut im Schlaf. Sind das “böse Träume” und die Verarbeitung unseres “Geburtstraumas” und ist es ihr möglich, all dies mit der Zeit und genug Zuwendung/Liebe zu verarbeiten? Habe Angst vor Auswirkungen in ihrer Entwicklung später mal (Ängste, Bindungsprobleme o.ä.) DANKE für Ihren professionellen Rat!! gerli
Dr. med. Ludger Nohr
Liebe Gerli, dieser schwierige Start gehört nur zu ihren gemeinsamen Erfahrungen, das ist nicht mehr veränderbar. Aber es gehört auch zu den langen Erfahrungen der Bindungsforschung, dass diese traumatischen Anfangsschwierigkeiten mit der Zeit weitgehend "eingefangen" werden können. Dafür ist der Aufbau einer sicheren und vertrauensvollen Beziehung nötig, was natürlich seine Zeit braucht. Die Anfangserfahrung, die ja keine Worte hat, braucht ein Gegengewicht, die Erfahrung des nicht Verlassenseins . Und dies ist über geraume Zeit nötig, wie bei jedem Bindungsaufbau. Möglicherweise dauert das bei Ihrem Kind etwas länger, aber es ist möglich (und alternativlos) eine sichere Bindung aufzubauen. (s.a. meinen Text zur Bindung auf dieser Seite). Ich wünsche Ihnen viel Freude bei diesem gemeinsamen Weg. Dr.Ludger Nohr
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