Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, ich hatte vor einigen Monaten schon einmal wegen meinem Tageskind (nun 16 1/2 Monate alt) gepostet. Inziwschen weiß ich, daß der Kiarzt Kiss und Muskelhypotonie diagnostiziert hatte, die Mutter mir dies aber verschwiegen hat, da sie selbst meint, ihre Tochter wäre nur faul. Die Kleine hat dank (von mir durchgesetzter) Krankengymnastik gelernt mit 12 Monaten zu krabbeln und läuft seit ca. 5 Wochen. Noch sehr unsicher, aber immerhin. Nun geht die Mutter nicht mehr zur Krankengymnastik. Was ich für falsch halte, denn grobmotorisch ist sie meiner Meinung nach nicht altersgerecht entwickelt. Nun zu meiner Frage. Ich betreue die Kleine schon, seit sie 12 Wochen alt war und zwar zwischen 7 1/2 und 8 1/2 Stunden täglich von Mo-Fr. Sie sagt zu mir "Mama" und auch zu ihrer Mama, sonst zu niemandem. Wenn die Mutter sie früh bringt, sagt die Kleine ihr Tschüß, winkt und geht weg ohne sich umzudrehen. Umgekehrt allerdings, wenn sie abgeholt wird, weint sie grundsätzlich. Teilweise endet es in einem Drama, indem sie sich an mir festkrallt, Mama Arm (damit meint sie dann mich) schreit und total hysterisch wird (schmeist sich zurück etc.). Wir versuchen inzischen mit kleinen Spielchen ihr den Abschied zu erleichtern, doch so langsam kristalisiert sich ein für mich großes Problem heraus. Die Kleine fremdelt sehr sehr stark. Wenn sie bei mir ist, weint sie nur, wenn ich auf die Toilette gehe oder wenn ein Stuhl zwischen uns steht und sie so nicht an mich ran kommt. Wenn wir weggehen, darf ich mich nicht getrauen sie irgendwo hinzustellen. Nur auf meinem Arm ist sie ruhig. Ich habe nicht den Eindruck das sie das trotzig macht, eher ist es mir so, als hätte sie Angst. Wie kann ich der Kleinen ihre Verlustängste nehmen? Gerade nach den Wochenende, wo sie nicht bei mir war, ist es besonders arg. Die Mutter habe ich drauf angesprochen, aber sie hat an den WE mit der Kleinen keine vergleichbaren Erlebnisse. Auch ist sie auf meine Kinder (2 1/2 und 5 Jahre) sehr eifersüchtig. Schmust einer meiner Kinder mit mir, fängt sie an zu weinen und will im selben Moment auch geschmust werden. Was kann ich tun? Vielen Dank für eine Antwort! LG Bianca
Liebe Bianca, hier ist das passiert, was man eigentlich tunlichst vermeiden sollte. Ihr Pflegekind hat Sie als Ihre wahre Mutter angenommen und zeigt nun alle Formen der großen Anhänglichkeit und Verlustangst (incl. Geschwistereifersucht)bei Ihnen. Ihre Rolle als Ersatzbezugsperson hat sich umgekehrt in die Mutterrolle, die eigentlich der leiblichen Mutter gebührt. Die aber hat jetzt die Rolle der Ersatzbezugsperson erhalten. Ihrer wirklichen Mutter gegenüber zeigt das Mädchen folgerichtig eine typisch unsicher-vermeidende Bindung. Bei allem ist die leidtragende das Mädchen. Das ist der Mutter vielleicht gar nicht so richtig bewußt, oder sie verdrängt es. Es ist ganz schwer, aus dieser verwirrenden Situation wieder heraus zu kommen. Unternimmt man nichts, werden die Konflikte aber immer schlimmer. Am besten Sie und die Mutter bemühen sich gemeinsam um psychologsiche Hilfe mit dem Ziel, behutsam und Schritt für Schritt, das wahre Mutter-Kind-Verhältnis wieder herzustellen. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, herzlichen Dank für Ihre Antwort! Ja, meine Bekannte, die mich mit der Kleinen zusammen erlebt, meinte auch, daß es so aussieht, als würde die Kleine denken ich wäre ihre Mutter. Die Mutter nimmt dies nicht so war. Sie führt das Abschiedsgeschrei darauf zurück, daß die Kleine lieber noch bei uns spielen möchte. Allerdings spielt die Kleine bei uns nur, wenn ich mich daneben setze und dabei bleibe. Gehe ich woanders hin, kommt sie mir hinterher. Sie verfolgt mich regelrecht und hat sie mal nicht bemerkt, daß ich einen Raum gewechselt habe, weint sie laut und schreit Mama. Wie kann man denn das ordnungsgemäße Verhältnis wieder herstellen, wenn ich die Kleine tgl 8 Stunden betreue und das ist von seiten der Mutter weiterhin so geplant, bis die Kleine in eine KiTa gehen darf??? Ich glaube nicht, daß die Mutter trotzdessen was ändert wird, die Arbeit ist ihr wichtiger! :-( Kann man mit einem fast 17 monatigen Kind zur Psychologin bzw. was soll da gemacht werden? Wissen Sie, ich mache mir jetzt schon Sorgen, da die Kleine nun über Weihnachten und Neujahr nicht kommen wird, ab dem 05.01. wieder da ist, und ich genau weiß, daß dieses "Fremdeln" dann noch mehr verstärkt sein wird. Und ab März habe ich eine Praktikumsstelle für 3 Monate. In der Zeit werde ich die Kleine nur sporadisch sehen, ab Juni habe ich sie dann wieder vollzeit! Die Kleine tut mir so leid. Ich weiß wie sehr sie leidet, wenn sie nicht hier sein kann, obwohl es ihr bei ihren Eltern sicherlich nicht schlecht geht. Ein ganz schönes Dilemma, was? Was kann ich genau tun? Wie gesagt, ich glaube nicht, daß die Mutter bereit sein wird, arbeitstechnisch kürzer zu treten! LG eine ganz verzweifelte und besorgte Bianca
Mitglied inaktiv
Hallo Tagesmutter, Mit Interesse habe ich Dein posting und die Antwort von Dr. Posth gelesen. Auf der einen Seite erkennst Du zwar das Problem der Mutteridentität/Ersatzperson, jedoch bin ich nicht sicher ob Du in die "richtige" Richtung für das Kind und seine wirkliche Mutter gehst. Du schreibst "Ich weiß wie sehr sie leidet, wenn sie nicht hier sein kann,", ich denke das ist der falsche Ansatzpunkt Dich zu sorgen, denn Du bist schließlich die Ersatzbezugsperson und am glücklichstgen sollte sich das Kind bei den leiblichen Eltern/Mutter fühlen, nicht bei Dir! Gruß
Mitglied inaktiv
Hallo Arcadi, das ist mir schon völlig klar!!! ABER, da die Kleine ja denkt ich wäre ihre Mutter, LEIDET sie nunmal unter der Trennung und ist dann beim Wiedersehen anhänglicher denn je, incl. Eifersucht auf meine eigenen Kinder. Das ist ein Teufelskreis!!!!! Meine Frage war, wie der zu durchbrechen ist, denn ich habe absolut keine Ahnung wie man das anstellen soll! Wie gesagt, ist die Mutter mit Sicherheit nicht bereit beruflich kürzer zutreten und sie ist mit der jetzigen Situation zufrieden. Sie erlebt ja nur das Drama beim Abschied (und führt das auf länger spielen wollen zurück) und nicht den ganzen Tag, wo die Kleine das Schmusen mit mir und meine Nähe sucht und dies sogar dem Spiel vorzieht. Fordere ich sie auf mal im Zimmer mit meiner Tochter zu spielen, weint die Kleine, weil sie denkt, ich schicke sie weg. Sie bleibt IMMER in dem Raum, wo ich mich befinde. Und ich kann nicht 8 Std. tgl. im Kinderzimmer verbringen. .... Ich habe das Problem erkannt, weiß aber keinen Ausweg! LG Bianca
Mitglied inaktiv
Hallo, und noch etwas ... ich betreue dieses Kind ja von Anfang an (sprich seit der Säuglingszeit und sie ist jetzt fast 1,5 Jahre)... da ist es doch NATÜRLICH das ich mir Sorgen mache, auch wenn ich nicht die Mutter bin! Eben weil ich mir der jetzigen Situation bewußt bin, mache ich mir Sorgen und weil ich genau weiß, wie es wird, wenn sie ab Januar wieder kommt. LG Bianca
Liebe Bianca, ja, das ist schon so eine Art Teufelskreis, der jetzt entsteht. Wahrscheinlich ist es wirklich besser, Sie und die Mutter gemeinsam suchen sich psychologische Hilfe vor Ort. Vielleicht erst einmal in einer Beratungsstellen für Erziehungsfragen. Auf keinen Fall dürfen Sie das jetzt angefangene Konzept einfach aufkündigen. Aber es muß klar sein, daß Ihr Betreuungskind wieder zurück zur Mutter muß, denn Sie wollen sie ja nicht adoptieren. Das muß auch der Mutter klar sein, es sei denn, Sie will ihre Tochter zur Adoption oder zumindest zur Dauerpflege freigeben. Solche Schritte aber müssen Sie mit psychologischer Hilfe und ich denke, auch mit Wissen des Jugendamtes regeln. Es tut wohl Not, daß Sie diese Frgen in aller Offenheit mit der Mutter besprechen. Alles Gute
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