Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

11jährige sehr anhänglich

Frage: 11jährige sehr anhänglich

Schnecki2014

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Meine Tochter ist 11,5. Sie ist ein sehr liebes Mädchen und ich glaube, wir haben ein super Verhältnis. Mein Problem ist aber, dass ich manchmal den Eindruck habe, sie ist schlecht gebunden, wenn das in dem Alter noch ein treffender Ausdruck ist. Sie macht sich bei allem Sorgen, wie meine Gefühle aussehen. Wenn sie eine schlechte Note hat, will sie von mir hören, dass ich nicht böse oder enttäuscht bin. Wenn sie in den Ferien für einen Nachmittag zu einer Freundin will, fragt sie mich, ob ich dann eh nicht traurig oder einsam bin. Sie scheint immer Angst zu haben, dass sie mich böse oder traurig macht oder sonst irgendwie meine Gefühle verletzt. In abgeschwächter Form hat sie das auch gegenüber Papa und Oma. Umgekehrt macht sie aber sehr wohl Dinge, von denen sie genau weiß, dass sie mich wütend machen. Da scheint es sie nicht zu stören. Sie braucht auch jeden Abend dasselbe Ritual mit mir. Wenn ich nicht da bin, kann sie nicht schlafen, selbst wenn ich erst um 23 Uhr komme ist sie noch wach. Ich muss wenn ich komme erst die Sätze sagen, die ich immer sage, und dann kann sie schlafen. Sie hat noch zwei jüngere Brüder, die sind ganz anders. Ich möchte gerne wissen, ob das alles im Rahmen einer normalen Entwicklung ist oder ob ich irgendwo was übersehen habe. Natürlich finde ich es gut, wenn sie rücksichtsvoll ist, aber es kommt mir manchmal schon übertrieben vor. Es gibt Tage, da fragt sie mich alle 10 Minuten, ob alles ok ist. Letztens habe dann gesagt, dass ich nicht für sie den ganzen Tag lächeln kann. Bitte um Ihre Einschätzung. Vielen Dank, S


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, das Verhalten Ihrer Tochter ist kein Hinweis auf eine schlechte Bindung. Sie scheint vielmehr unbewusst eine Art Rollentausch vorgenommen zu haben. Sie meint, sich um Sie kümmern zu müssen, obwohl es doch eher umgekehrt ist und Sie sich um Ihre Tochter kümmern. Das Verhalten Ihrer Tochter hat mir Rücksichtnahme nichts zu tun. Sie übernimmt vielmehr eine Art Partnerrolle statt der Kinderrolle. Mit Ihrem Mann sprechen Sie sicherlich über Ihre Gefühle, nicht aber mit Ihren Kindern. Das können Sie Ihrer Tochter spiegeln. Sie ist nicht für Ihre Gefühle zuständig und löst sie auch nicht aus. Mit ihrer Besorgnis um Sie, versucht sie unbewusst, sich eine besondere Bedeutung zu geben. Besprechen Sie einfühlsam mit ihr, dass sie Ihnen gegenüber sehr aufmerksam ist, das aber gar nicht ihre Aufgabe ist. Auch das Festhalten an einem starren Einschlafritual sichert Ihrer Tochter Aufmerksamkeit und vermeintliche Macht. Sie müssen etwas Bestimmtes tun, damit sie schlafen kann. Mit elf Jahren kann Ihre Tochter aber schon  lernen, mehr Verantwortung für sich zu übernehmen. Sie können ihr vermitteln, das Gutenachtsagen des Vaters zu akzeptieren, um einzuschlafen. Sie haben abends um dreiundzwanzig Uhr keine Lust mehr darauf. Versuchen Sie möglichst, nicht ironisch auf Ihre Tochter zu reagieren. Damit ist eine Elfjährige noch überfordert. Sie braucht Orientierung, um eine realistische Position in der Familie zu finden. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes  


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