Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Autonomiephase

Frage: Autonomiephase

halisevdm

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Hallo zusammen, ich möchte gern meine Situation schildern und hoffe auf Austausch oder Erfahrungen.   Mein Sohn war schon von Geburt an ein eher forderndes Baby. Seit er 20 Monate alt ist, besucht er die Kita. Insgesamt läuft es dort halbwegs gut, allerdings fällt ihm das Abgeben bis heute schwer. Beim Bringen kommt es häufig zu Weinen, er möchte sich nicht ausziehen und will nicht abgegeben werden. Dieses Verhalten schwankt – manchmal läuft eine Woche gut, dann wieder eine schlechter. In der Regel beruhigt er sich jedoch nach etwa einer Minute, sobald ich gegangen bin.   Sprachlich ist er noch nicht so weit entwickelt, was es ihm vermutlich zusätzlich erschwert, sich auszudrücken. Generell fällt ihm die Selbstregulation schwer, was er oft durch Wut, Frust und Weinen zeigt. Er ist aktuell 2,5 Jahre alt.   Seit einigen Wochen beobachten wir Wutausbrüche, die es in dieser Form vorher nicht gab. Auf ein klares Nein oder auf Erklärungen reagiert er zunächst mit lautem Schreien, kann sich aber nach ein paar Minuten wieder beruhigen.   Alle bisherigen kinderärztlichen Untersuchungen und Entwicklungschecks waren unauffällig. Laut Kinderärztin ist seine Entwicklung altersgerecht, und er kann alles, was ein Kind in seinem Alter können sollte.   Mich würde interessieren, ob andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben und wie ihr damit umgeht. (2 ältere Schwestern vorhanden)   Vielen Dank fürs Lesen.        


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, vermutlich wollten Sie Ihre Frage ins Elternforum stellen. Ich will Ihnen aber gerne hier antworten. Kleinkinder können sich noch nicht gut selbst regulieren. Dazu sind mentale und psychische Prozesse noch nicht genügend gereift. Ihr Sohn ist mit zwei Jahren zudem vermutlich in der Trotzphase. In dieser Phase lernen Kinder ihren Willen kennen und einzusetzen. Das ist ein wichtiger Entwicklungsprozess, der für alle Beteiligten anstrengend sein kann. Ihr Sohn erprobt seinen Willen und ist verständlicherweise frustriert, wenn er den nicht durchsetzen kann. Diese Frustration versetzt ihn in Wut. Da er aber altersbedingt noch nicht genügend Frustrationstoleranz entwickeln konnte, ist er dieser Wut noch hilflos ausgeliefert. Er braucht dann elterlichen Trost und Zuspruch, um dieses heftiges Gefühl besser zu bewältigen. Für Ihren Sohn ist es wichtig, dass Sie ihn einfühlsam und verständnisvoll durch diese Entwicklungsphase begleiten. Er braucht Gelegenheiten, in denen er seinen Willen bekommen kann. Das gibt ihm ein Gefühl von Wirkmächtigkeit. Er muss aber auch lernen, Grenzen zu akzeptieren. Ihr Sohn braucht die Sicherheit, dass Sie seine Wut aushalten und er Ihre Liebe dadurch nicht verliert.  Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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