Susanne3
Hallo Frau Henkes, das wichtigste für meinen Mann und mich ist es, dass unser Sohn (17 Monate) glücklich ist und ein gutes Fundament fürs Leben bekommt. Wir stecken all unser Wissen und unser Herzblut in die Begleitung unseres Sohnes. Wir selber haben in unserer Kindheit und Jugend einige Wunden mitbekommen und wissen nicht so genau, wie es aussieht, wenn ein Kind wirklich sicher gebunden ist. Er wirkt auf uns sehr zufrieden, er lacht viel, kuschelt, redet viel, ist sehr neugierig im Bezug auf seine Umgebung und offen gegenüber Fremden. Er entwicklet sich super. Er kann z.B. bereits seit einiger Zeit anzeigen, was er fühlt oder andere fühlen, lässt sich schnell beruhigen und hatte sich auch schon recht früh im Spiegel erkannnt. Es gibt da nur eines, was mich sehr verunsichert. Er hat nie wirklich gefremdelt und ist wirklich extrem offen gegenüber Fremden. Er geht auf jeden zu und würde die Menschen auch anfassen, wenn wir ihn nicht zurückhalten würden. Wenn Besuch da ist, scheint er meinen Mann und mich total zu vergessen. Er kommt ein zwei Mal rüber und zeigt uns etwas, sagt unseren Namen, aber das wars. Heute dachte ich, als er auf mich zukam, dass er gedrückt werden möchte, aber er wollte nur vorbei und hatte meine Hand unwirsch abgewehrt. Und als ich ihn später versehentlich erschreckt hatte, er darauf geweint und das Brusthandzeichen gegeben hat (die möchte er manchmal noch zur Beruhigung), war er ambivalent und hatte (wahrscheinlich auch wegen Überreizung durch den Besuch) plötzlich gekreischt und wollte dann doch nicht, wollte auch nicht zu seinem Papa. Als der Besuch weg war, hatte er dann gekreischt, als ich nur ein paar Schritte wegging, da wollte er wieder Nähe und hatte sich aber nach einer Weile beruhigt. Sowas kenne ich bisher nicht von ihm. Und nach einem Besuch fühle ich mich ein, zwei Tage danach etwas weniger mit ihm verbunden, aber das kann auch mit mir zusammenhängen, da mein Mann soetwas nicht wahrnimmt. Falls man sowas aus der Ferne sagen kann, denken Sie, unser Sohn ist sicher gebunden oder mache ich mir zu viele Sorgen? Falls nicht, gibt es etwas, was ich tun kann, um ihn besser darin zu unterstützen, seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen? Wir versuchen ihn bedürfnisorientiert zu begleiten und gleichzeitig mit unseren Bedürfnissen eine Orientierung zu sein (und als Grenzen für ihn), um es sehr grob zusammenzufassen. Liebe Grüße Susanne
Guten Tag, Sie können beruhigt davon ausgehen, dass Ihr Sohn sicher gebunden ist. Geliebte Kinder, deren frühkindliche Bedürfnisse von den Eltern gesehen und möglichst gut berücksichtigt werden, haben eine stabile Bindung an die primären Bezugspersonen. Das Fremdeln ist individuell unterschiedlich ausgeprägt. Das ausbleibende Fremdeln ist kein Anzeichen für eine weniger geglückte Bindung. Ihr Sohn ist in einem Alter, in dem Neues und damit auch weniger vertraute Personen immer interessanter für ihn werden. Sie sind der Alltag und die sichere Bank, zu der er sich zurückziehen kann, wenn er Nähe benötigt. Gäste sind das Unbekannte, Spannende, das es zunehmend zu erforschen gilt. Zusammen mit der motorischen Entwicklung erweitert sich die Umwelt Ihres Sohnes in diesem Alter rasant. Damit wächst auch die kindliche Neugier. Sie ermöglichen Ihrem Sohn, diese zu befriedigen. Das ist hilfreich für seine Entwicklung. Ich vermute, dass Ihr Sohn sich nach einem Besuch Ihnen gegenüber nicht anders verhält als sonst. Daher ist es vermutlich tatsächlich allein Ihr Eindruck, mehr Distanz zu ihm zu haben. Dies könnte damit zusammenhängen, dass Sie während eines Besuchs Ihren Sohn mit den Gästen ein wenig "teilen" müssen. Das kann für Mütter nach der intensiven ersten Zeit durchaus schwierig sein. Es bereitet jedoch in kleinen Schritten darauf vor, dass Kinder in ihrer Entwicklung schrittweise immer unabhängiger von den Eltern werden müssen. Sie können jedoch sicher sein, dass Sie noch für viele Jahre die wichtigste Person für Ihren Sohn sein werden. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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