Katl1506
Lieber Hr. Dr. Posth! Ich bin mit meiner Tochter (6 Wo.) beim Osteopathen gewesen. Die Behandlung dauerte 1/2 Stunde, wovon sie mind. die Hälfte sehr geschrien hat. Die Osteopathin versicherte mir, die Kleine hätte keine Schmerzen, aber durch die ungewohnten Handgriffe und die fremde Person wohl sehr große Angst. Ich war dabei und habe sie mit meinen Händen und meiner Stimme versucht zu beruhigen, leider ohne Erfolg.Erst danach auf meinem Arm hat sie aufgehört zu schreien.Jetzt zu meiner Frage, ich habe in Kürze einen weiteren Terrmin. Wie soll ich mich verhalten? Dabei sein und wenigsten berühren? Oder fühlt sich meine Kleine dann nicht auch noch von der Mutter verlassen, wenn die daneben steht und sie nicht "rettet"? Es war für mich wirklich eine ganz furchtbare halbe Stunde, wäre fast selbst in Tränen ausgebrochen und konnte es kaum aushalten. Wir lassen unsere Tochter sonst nie schreien, sie kennt es also nicht wenn nicht sofort Hilfe kommt.Vielen Dank für Ihre Antwort!
Hallo, die Auffassung der Osteopathin ist sehr bedenklich, da ein 6 Wochen alter Säugling noch gar nicht fremdelt und nur dann schreit, wenn er etwas entbehrt oder Schmerzen erlebt. Angst durch fremde Handgriffe ist auch als sehr ungünstig zu betrachten wie jede Angst, weil sie das Urvertrauen in die Bezugsperson erschüttert. Genau das kann aber ein Säugling erleben. In Ihrem Arm war Ihre Tochter ja dann auch sofort wieder ruhig. Sie schützen Ihre Tochter am besten dadurch, dass Sie nicht mehr zu dieser Osteopathin gehen und vertrauen Sie weiter ihren eigenen Gefühlen. Wofür wird sie eigentlich behandelt? Wenn es sich um das "berühmte" KISS handelt, dann sollten Sie -wennn überhaupt nötig- lieber eine neurophysiologische Behandlung nach Bobath vornehmen lassen. Im gezielten Stichwortverzeichnis gibt es zum Thema KISS einige Antworten. Viele Grüße
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