Cindy_1990
Sehr geehrte Frau Henkes, ich habe einen 2-jährigen Sohn, welcher ein Frühchen war und auch noch gestillt wird. Er hat durch die frühe Trennung bei seinem Start ins Leben starke immer noch Trennungsängste. In der Nacht bemerkt er z. B. sofort, wenn ich das Bett verlasse und ruft nach mir. Nun habe ich das Problem, dass ich demnächst zur Mandel-OP muss. Dieser Eingriff ist aber dringend nötig und kann nicht verschoben werden. Ich hab das Glück, dass mei Sohn zumindest in der Nacht mit stationär aufgenommen werden und bei mir sein kann. Hat es dennoch Folgen, wenn er nur nachts bei mir ist? Ich darf auch 2 Wochen nach der OP nicht schwer heben, d. h. ihn auch nicht tragen. Wird er diesbezüglich traurig sein und sich schlecht fühlen? Geht das Urvertrauen dann wieder verloren? Herzlichen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Cindy H.
Guten Tag, Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass das Urvertrauen Ihres Sohnes durch diese Situation wieder verloren geht. Möglicherweise ist er irritiert, weil plötzlich für ihn alles anders ist als gewohnt. Er ist aber nachts bei Ihnen und wird tagsüber sicher von einer weiteren wichtigen Bezugsperson betreut. Das gibt ihm die nötige Sicherheit, um mit der Veränderung fertig zu werden. Außerdem dauert Ihr Krankenhausaufenthalt vermutlich nur wenige Tage. Ihr Sohn wird sich nicht schlecht fühlen oder traurig sein, wenn Sie ihn zwei Wochen nicht tragen können. Er wird es noch nicht verstehen können und sich vielleicht ärgern. Das wäre doch auch in Ordnung. Sie werden andere Möglichkeiten der Beruhigung finden. Erklären Sie ihm ruhig, warum Sie ihn nicht tragen können, auch wenn er das noch nicht versteht. Trauen Sie Ihrem Sohn zu, dass er diese Herausforderung trotz des schwierigen Lebensstarts bewältigt. Zweijährige können schon eine ganze Menge schaffen. Vor allem verarbeiten sie nicht so angenehme Erfahrungen gut, wenn sie zeitlich begrenzt sind und danach die guten Erfahrungen wieder überwiegen. Da die OP sein muss, sollten Sie diese und alles daraus Resultierende sicher vertreten. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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