Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Nachtrag zu: http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/beitrag.htm?id=38746

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Sehr geehrter Dr. Posth, herzlichen Dank für Ihre Antwort letzte Woche, die mein Gefühl bestätigt hat. Hier noch eine weitere Frage: Da meine Tochter (2,5 J) wie gesagt seit jeher sehr ängstlich u anhänglich ist, konfrontiere ich sie in meiner Begleitung o Omas, behutsam, dosiert u ohne Zwang mit anderen Kindern (Turnen, Besuch, Spielplatz etc). Dabei kommt es, trotz „Schutz“, manchmal auch zu Situationen, in denen andere Kinder das, was sie tun will, „sabotieren“, z.B. noch nicht fertiges Puzzle wieder zerstören, Dinge wegräumen, wo sie diese nicht haben will (Ordnung ist für sie fast zwanghaft wichtig!), etwas anders spielen, als sie es kennt o möchte - das normale Leben. Das ist so schlimm für sie, dass sie bis zum Erbrechen weinen muss u sich nur schwer wieder beruhigen lässt. Es wirkt, als erlebe sie es nicht nur als schlimm, dass das geschehen ist, sondern, als würde das ihre Ordnung, ihr Weltbild völlig ins Wanken bringen. Sie steht voller Unverständnis da u kann nicht begreifen, warum xy das getan hat, ihre Ordnung zerstört. Das überfordert sie völlig. Ähnlich ist auch, dass sie schnell weinen muss (weniger heftig), wenn ich o andere etwas nicht gleich so verstehen, wie sie es gerne praktiziert haben möchte. Oft soll es so sein, wie beim letzten Mal (Spiel o.ä.). Sie ist geistig sehr weit u muss ihre Welt schon immer sehr strukturieren, um Sicherheit zu bekommen. Wie schätzen Sie das mit Blick auf die gesamte Situation ein? Wie reagiere ich am besten? Puzzle wieder richtig machen o.ä. löst nur noch heftigere Reaktionen aus. Was kann ich generell noch mehr für sie tun, außer LL durch Oma (so er kann auch Papa) fördern? Ich bin selbst auch sehr offen anderen Kindern gegenüber u versuche ihr das vorzuleben. Danke für Ihre geschätzte Antwort, Nelly


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Nelly, Kontakt zu anderen Kindern soll IhreTochter auf jeden Fall haben. Aber gehen nicht rücksichtsvoll miteinander um. Im Gegenteil, sie empfinden sich als Rivalen und versuchen, sich gegenseitig "auszustechen". Es kommt den Kindern auf Machterlebnisse an und positive Auszeichnung. Denn das beides brauchen sie für ihre Selbstentwicklung. Ein zurückhaltendes und ängstliches Kind hat das oft Schwierigkeiten, in dieser Auseinandersetzung zu bestehen. Gerade das Bedürfnis, sich Ordnung und Übersichtlichkeit in der Welt zu verschaffen, wird von den anderen Kindern alles andere als unterstützt. Daher spielen solche Kinder gerne mit größeren Kindern oder Erwachsenen. Als Mutter können sie nur tröstend eingreifen und Ihrer Tochter helfen, das Zerstörte wieder zusammenzusetzen. Manche Angriffe durch andere Kinder lassen sich auch verhindern. Aber mehr ist nicht möglich. IhreTochter muss lernen, eigene Methoden zu entwickeln, mit der Situation zurecht zu kommen. Das will sie im Grunde auch und zeigt das, in dem sie sich nicht immer helfen lassen möchte. Viele Grüße


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