Maerzkind2019
Sehr geehrter Herr Dr. Nohr, Es geht um folgendes: mein Sohn (5,5 Monate alt) war von Anfang ein sehr forderndes, anstrengendes Baby. Er hatte anfangs mit koliken zu kämpfen, weshalb ich ihn die ersten drei Monate praktisch nur in der tragehilfe getragen habe. Zudem wird er nach wie vor voll gestillt und ich versuche, ihn bedürfnisgerecht zu erziehen. Hauptbezugsperson bin ich, da mein Mann Vollzeit arbeiten geht. Nun ist mir aufgefallen, dass mein Sohn sich nicht wirklich zu freuen scheint, wenn ich mal weg bin und dann zurückkehre. Aktuell sind wir seit drei Tagen bei meinen Eltern, die mein Sohn gut kennt und mind. ein bis zweimal die Woche sieht. Da ich erkrankt bin, kümmert sich meine Mutter um den Kleinen und bringt ihn mir zum stillen. Heute morgen war ich erneut beim Arzt und als ich zurückkam und ihn begrüßte, kam keine wirkliche Reaktion. Auch daheim, wenn mein Mann mit dem Kleinen vom spaziergang heim kommt, habe ich nicht immer das Gefühl, dass er sich richtig freut mich zu sehen. Das nagt natürlich an mir, da ich mich wirklich sehr um ihn kümmere, ihn viel trage und beschäftige. Ich lasse ihn auch nie schreien, höchstens ein wenig meckern. Andererseits freut er sich sehr, wenn meine Eltern oder mein Mann kommen. Würden Sie sein Verhalten auf eine schlechte Bindung zu mir zurückführen? Ich liebe meinen Sohn wirklich sehr und möchte nur das Beste für ihn. MfG
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo, was Sie beschreiben bedeutet nicht, dass Sie eine schlechte Bindung haben. Im Gegenteil, es kann bedeuten, dass Sie der sichere und selbstverständliche Hintergrund sind. Und das Selbstverständliche muß nicht immer Freude auslösen, es muß da sein. Wenn es bedeutsam ist, sind Sie wichtig, während sonst oft die Abwechslung freudig begrüsst wird. Das sollte Sie nicht verunsichern oder gar traurig machen, weil das Ihre Zuwendung beeinträchtigen könnte. Und das wiederum könnte die Bindung/Ihr Kind verunsichern. Lassen Sie über das Wissen Ihrer Wichtigkeit die Freude zu, dass Ihr Kind auch andere Menschen erfreut und so bindet. Dr.Ludger Nohr
Anniquita83
Überlege dir mal folgende Situation: wenn dein Mann, den du tagtäglich siehst, von der Arbeit heimkommt - wie begrüßt du ihn da? Überschwänglich, freudig strahlend? Und wie begrüßt du eine Freundin, die du lange Zeit nicht gesehen hast? Was dein Kind tut, ist eine völlig normale menschliche Reaktion. Das Normale, Alltägliche ist der sichere Hafen, auf den man mit "langweiligen" Gefühlen reagiert; das Neue, Spannende, Überraschende löst andere, augenscheinlich "freudigere" Emotionen aus. So ist der Mensch angelegt, ohne dass dabei an anderer Mensch abgewertet wird.
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