pacificocean
Sehr geehrter Herr Dr. Nohr, mein Sohn (2J,4M.) liebte es noch NIE rauszugehen. Das ist vermutlich eher ungewöhnlich bei so kleinen Kindern, aber bei uns ist es tatsächlich so. Von uns Eltern kann er das nicht haben, da wir gern draußen sind und Sport treiben usw. Aber ist ja auch egal, warum es so ist. Mich interessiert eher, wie wir damit umgehen sollen. Ich möchte seinen Wunsch/sein Bedürfnis viel drinnen sein zu können nicht übergehen bzw. ihm nicht suggerieren er sei falsch, weil er nicht gern rausgeht. Dennoch würde mir die Decke auf den Kopf fallen, wenn ich nur drinnen bliebe. Wenn ich sage, dass wir rausgehen, sucht er sich eine neue Beschäftigung nach der anderen um dem aus dem Weg zu gehen. Ängste halte ich für unwahrscheinlich. Er macht draußen auch keinen ängstlichen Eindruck. Ist er erst einmal draußen, will er manchmal gar nicht wieder ein. Wie kann ich vorgehen um ihm zu signalisieren, dass es ok ist, dass er lieber drinnen wäre, aber ich rausgehen möchte (und das ja auch für ihn letztlich für sinnvoll halte). Im Moment gibt es leider oft Tränen, da ich letztlich doch oft Druck ausübe und mich schon zu so blöden Äußerungen habe hinreißen lassen, dass ich dann allein rausgehe. So möchte ich das natürlich nicht lösen... Vielen Dank im Voraus!
Dr. med. Ludger Nohr
Hallo pacificocean (hört sich schon nach Freiheit und Abenteuer an), manche Kinder muß man zu ihrem Glück zwingen! Heißt, ihm nicht zu drohen oder zu entwerten aber Mütze und Schuhe anzuziehen wenns rausgeht. Sie entscheiden (noch) was gut ist, das kann er gar nicht überblicken. Und respektvoller Umgang heißt keinesfalls, jedes Bedürfnis der Kinder als entscheidend anzunehmen und immer das Eigene zurückzustellen. Bestärkt werden Sie ja dadurch, dass er sich draussen wohlfühlt. Also lassen Sie ihn jammern, er wird ja vielleicht auch gestört, aber das muß sie nicht hindern, mit "liebevoller Klarheit" das Richtige zu tun. Sonst kommt er nie an den Pazifik, wäre schade. Dr.Ludger Nohr
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