DieBellz
Sehr geehrte Frau Henkes, mein kleiner 19 Monate alter Sohn wurde mit 17 Monaten bei zwei Tagesmuttis eingewöhnt, was sich als etwas schwieriger heraus stellte. Nach 3 Monaten haben wir es aber geschafft und nun ist er von 7:45 bis 14 Uhr tgl dort. Aktuell wurde ich darauf angesprochen, dass es ihm nicht so gut zu gehen scheint, er spielt wohl nicht mehr, möchte sich von manchen Kindern nicht mehr anfassen lassen und wartet auf Aufmerksamkeit und Anleitung der einen Betreuerin und weint wohl viel. Zu Hause erlebe ich ihn trotzdem als fröhlich, selbstbewusst, an manchen Tagen jedoch auch überreizt und fertig. Heute haben wir eines seiner Lieblingsbücher angeschaut, in dem ein Junge in den Park geht, um Musik zu machen. Er läuft dabei aus dem Haus und sagt seiner Mutter Tschüss. Bei dieser Seite fing er doll an zu weinen und ich konnte ihn kaum beruhigen. Mein Mann sagt, dass er letzte Woche auch so reagiert hat. Er schreit dann Mama Mama und ist verzweifelt. Ist das eine Reaktion auf die Trennung durch die Betreuungsform oder Empathie? Ist das ein normales Verhalten? Ich mache mir nun große Sorgen. Vielen lieben Dank schonmal und entschuldigen Sie den langen Text . Mit freundlichen Grüßen DieBellz
Guten Tag, ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass sich das Weinen Ihres Sohnes auf eine Übertragung seiner Gefühle auf eine Bilderbuchfigur bezieht. Dazu sind Denk- und Bewusstseinsstrukturen noch nicht genügend entwickelt. Insgesamt erleben Sie Ihren Sohn nach der Fremdbetreuung als ausgeglichen, daher wird es ihm bei den Tagesmüttern gut gehen. Es können immer mal wieder Phasen vorkommen, in denen ein Kind sich in der Betreuung zurückzieht. Es ist völlig in Ordnung, da die Tagesmütter das Verhalten Ihres Sohnes im Blick haben und einfühlsam darauf reagieren. Sie können Ihren Sohn fragen, ob er das Buch wirklich anschauen möchte, da er dabei doch immer weinen muss. Wenn er auf der Lektüre besteht, können Sie mit ihm besprechen, dass der Junge sicher auch zu Hause Musik machen könnte und wie er selbst das machen würde. Mit neunzehn Monaten versteht Ihr Sohn vermutlich Vieles davon noch nicht, aber er spürt Ihr Eingehen auf seine Empfindungen. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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