Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kita und Ängste

Frage: Kita und Ängste

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Hallo Hr. Dr. Poth, ich habe 2,5 Jahre alte Tochter. Sie hat am 01.09 angefangen in die KiTa zu gehen. Leider wegen Krankheit und Streik musste sie 3 Wochen lang Pause machen. Anfangs war alles OK. Die Eingewöhnung hatte 3 Wochen gedauert und sie konnte schon ohne Probleme 3 Std. da bleiben. D. h sie hat immer mit einer und derselben Erzieherin gespielt. Sie wollte nie mit den anderen Kindern etwas zusammen machen. Z.B beim Morgenkreis mitmachen oder zusammen essen wollte sie nie. ( Obwohl es der Grund war, warum ich sie ein Jahr früher in die KiTa angemeldet habe. Ich war und bin der Meinung, dass sie den Kontakt mit den anderen Kindern braucht, weil wir in unserer Nähe nur ältere Kinder ( über 8 Jahre) haben. ) Nach dieser Pause ist es leider sehr schlimm geworden. :(( Ich musste sie nach dieser Pause die ersten zwei Tage hintereinander je 3 Stunden da lassen. Und laut Erzieherinnen hat sie sehr viel geweint. Und seitdem hat sie richtig Angst dass sie mich verliert bzw. dass ich sie weggebe . -große Verlustangst- Ich habe sogar der Erzieherinnen angeboten, dass wir mit der Eingewöhnung erneut anfangen. Zum Glück waren sie damit einverstanden aber nur für zwei Wochen. Es hat aber leider nicht so geklappt wie wir uns gewünscht haben. Sie weint nicht mehr ständig , sondern immer wieder wenn sie merkt dass ich nicht da bin und ist dann sehr traurig. Seit dieser schlechten Erfahrung, lässt sie mich sogar zu Hause nicht mehr von sich entfernt bleiben. Ich darf nicht mehr alleine duschen, ich darf mich nicht mehr in einem anderen Zimmer beschäftigen. Sie spielt nicht mehr alleine in ihrem Zimmer. Früher blieb sie sehr gern bei ihrer Großeltern (wir wohnen Tür zu Tür) jetzt möchte sie nicht mal zu ihnen rüber gehen. Wenn dann muss ich dabei sein. Sie schläft auch nicht mehr alleine ein, wacht in der Nacht 2-3 mal auf und weint. Ruft nach mir. Von ihrem Papa lässt sie sich auch nicht mehr beruhigen, obwohl sie sehr enge Beziehung haben. Jetzt darf sie wieder wegen Krankheit 2 Wochen lang nicht in die KiTa gehen. In dieser Zeit hat sie sich ein bisschen beruhigt. Sie schläft jetzt besser durch und spielt langsam wieder alleine . Trotzdem in demselben Zimmer, wo ich mich befand (bzw. befinde). ( Sie darf ab heute wieder KiTa gehen) Ich möchte auch klar stellen, dass ich sie nicht mit meinem Gedanken irgendwie blockiere. Wir hatten auch ein ausführliches Gespräch mit ihren Erzieherinnen und die haben mir auch gesagt, dass ich genau das richtige mache. Z. B Nach der KiTa sprechen wir über die schönen Erlebnisse, die sie in der KiTa gemacht hat. Ich ermutige sie immer wieder. Ich sage und zeige ihr, dass es nicht schlimm ist, wenn Mama weg ist. Weil ich ja auch immer wieder zurückkomme. Ich habe ihr sogar ein Wecker gegeben. Wenn es Piept macht kommt die Mama. Es war zwar danach besser, d. h sie hat nicht mehr andauert geweint, sie war aber auch sehr oft traurig (laut Erzieherin) , obwohl sie auch ab und zu Spaß hatte und lachte. Ich weiß echt nicht mehr weiter. Sie bekommt wirklich Panik wenn ich nicht in ihrer Nähe bin. Was soll ich machen? Können Sie mir ein Tipp geben Hr. Dr. Posth? Soll ich vielleicht mein Kind später (z.B im Januar oder noch später) in die Kita schicken? Ist sie vielleicht nicht bereit dafür?? Laut ihre Erzieherinnen ist sie auf jeden Fall ein Kindergartenkind. Und sie muss einfach durch :((( Sie ist hoch intelligent, sehr aktiv, spielt und forscht die Umgebung sehr gern. (Aber zur Zeit leider nur mit mir, vorher war es nicht so, sie war sehr selbständig) Kann es sein, dass diese Verlustangst ein psychologisches Problem darstellt, und dass sie sie vielleicht lebenslang mit sich tragen wird?? (hoffe nicht!!) Kann sie vielleicht durch eine größere Pause diese schlechte Erfahrung vergessen? (Sorry dass ich viel geschrieben habe!!) Ich danke Ihnen herzlich im Voraus. MfG Tuana2006


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, bitte gedulden Sie sich noch ein bisschen mit der Antwort. Auf so viel Text kann ich nicht so schnell antworten. Normalerweise ist Ihr Postung auf 1000 Zeichen begrenzt (?) Viele Grüße


Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, was Sie jetzt an Ihrer Tochter feststellen, sind im Wesentlichen alles typische Zeichen für aufkommende Trennungsangst. Man sollte sich nicht zu früh sicher sein, dass die Ablösung oder Eingewöhnung geklappt hat. meist geht es erst einmal eine gewisse Zeit gut, sicherlich auch, weil die Erzieherin zunächst einmal sehr engagiert ist und sich dem neuen Kind viel zuwendet, dann aber darin nachlässt, nicht zuletzt, weil es ja auch andere Kinder gibt, die dieselben Ansprüche haben. Kommt es dann zu einer Unterbrechung in der Eingewöhnungszeit, folgt der Rückfall auf dem Fuße. So ist es auch bei Ihnen geschehen. Ganz in Gegensatz zur durchschnittlichen Pädagogik empfehle ich in solchen Fällen immer die längere Unterbrechung der Eingewöhnung. Man kann erst nach vollständiger Beruhigung des Kindes und nach einem Nachlassen der Angstsymptome zu Hause einen zweiten Anlauf wagen. Und dann ist erneut auf die Kriterien der sanften Ablösung zu achten. Das sollte mit den Erziehrinnen im Vorfeld genau abgesprochen werden. Viele Grüße


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