Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

KiGa Eintritt

Frage: KiGa Eintritt

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Lieber Dr Posth, unsere kleine (fast 3) hat große Schwierigkeiten sich in den Kiga einzugewöhnen.Wir haben eine langsame Eingewöhnung versucht es wurde jedoch für sie Woche für Woche schlimmer.Sie kann sich nicht beruhigen.Nach einer halben Stunde max. wurde ich jeweils zurück in den KiGa gerufen weil sie hysterisch schreit und am ganzen Leib zittert.Nach drei Wochen riet der KiGa wir sollen ein paar Monate pausieren und dann wieder versuchen.Ist so eine heftige Reaktion normal?Wie kann ich ihr helfen? Soll ich es beim nächsten Versuch durchziehen (evtl wochenlang)bis es klappt? Wie lange kann ich sie so weinen lassen-auch pro Aufenthalt?Wir sind vor einem Jahr in die USA gezogen-im KiGa bekam ich nicht viel Rat- die meisten Kinder werden schon sehr früh "abgegeben"-somit kennen die Betreuerinnen das nicht so.Was ist der richtige Weg?Ich habe das Gefühl, je länger ich da bleibe um so schwerer kann sie loslassen.Sie weiss aber, dass wiederkomme, das bejaht sie wenn ich frage.Danke


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, die sanfte Ablösung beinhaltet eigentlich, dass die Mutter oder eine andere Bezugsperson so lange in Sichtweite bei dem Kind bleibt, bis es eine feste Ersatzbezugsperson gefunden hat. Erst dann ist auch damit zu rechnen, dass sich das Kind in die Gruppe der altersgleichen Kinder integrieren lässt. Mir scheint, dass das in den USA so nicht gehandhabt wird. Ein Kind, das aus was für Gründen schon mit Ängsten in den Ki-ga kommt, wird ohne diese sanfte Ablösung seine Ängste bestätigt finden und in Panikzustände geraten, wenn die Mutter nicht gleich erreichbar ist. Zwingt man das Kind zur Anpassung, dann wird es zwar mit der Zeit sein Angstverhalten aufgeben, aber zu dem Preis einer nachhaltigen psychischen Störung. Der Fachbegriff hierzu lautet Trennungsangst. Es ist also nicht so, dass Ihre Tochter sie umso schlechter verlassen kann, je länger Sie bleiben, sondern sie wird Sie erst dann angstfrei gehen lassen, wenn sie in der Einrichtung über die Ersatzbezugsperson emotional abgesichert ist und langsam anfangen kann, ihre soziale Integration voranzutreiben. Denn das ist ihr eigentliches Grundbedürfnis. Ganz praktisch sollten Sie aber erst einmal ein paar Monate aussetzen, damit Ihre Tochter innerlich zur Ruhe kommen kann. Diese Zeit sollten Sie allerdings nutzen, um beim 2. Anlauf für eine 100% sanfte Ablösung sorgen zu können. Im im deutschsprachigen Raum in Europa geht die Entwicklung inzwischen in dieselbe Richtung wie in den USA. Und wir haben dieselben Aufgaben zum Wohl der Kinder. Mich würde sehr interessieren, mehr über die Verhältnisse in den USA zu erfahren. Die NICHD-Studie ist hier zwar gekannt, aber die wahren Verhältnisse würden mich noch mehr interessieren. Vielleicht können Sie mir ein wenig darüber schreiben. viele Grüße


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