papillon74
LieberDr.Posth,vielen Dank für Ihre Antw.Woran erkennen wir,ob es noch eine Entwicklungs-oder schon eine Beziehungsstörung ist?Wenn unser Sohn mehrere Tage im Kiga war ist es bes schlimm.Er ist dann emotional sehr aufgerieben.Er vertieft sich dann in sein Spiel und wird dort sehr aggressiv.Sperrt Tiere ein,entführt Menschen,schlägt sie,etc.(nur im Spiel!)Wir verweisen dann auf die Gefühle der „Opfer“und das Unrecht.Ist das richtig,oder sollten wir uns da raus halten.Er verarbeitet viel im Spiel.Sonst ist/war er ein übersens Kind.Konnte niemanden weinen oder leiden sehen.Ist auch heute noch eigentl.so,aber manchmal frage ich mich,ob diese harte Abl seine Sensitivität abgestumpft hat.Ist das mögl.?Und kann man da irgentwie zurück und ihm helfen?Beim Spiel mit Freunden muss er immer Erster sein,alles zuerst haben und machen,überall anfangen.Das war ihm bisher nicht wichtig.Er kämpft dann richtig mit sich selbst.Wie können wir ihm da den Druck nehmen?ImKiga verliert er jeden Wettlauf...
Hallo, zunächst ist richtig, dass Ihr Sohn seine Wut und die in ihm angestauten Aggressionen im Als-ob-Spiel auslebt. Im Zuge der Empathieentwicklung ist es richtig, ihn auf das Leid der Opfertiere und gepeinigten Menschen aufmerksam zu machen. Die Empathie selbst entwickelt sich aber meiner Auffassung nach mehr durch die Induktion (s. gezielter Suchlauf), also durch das Erleben an sich selbst und den Bezugspersonen, als durch Belehrung bei der Spielhandlung. Was bei Ihrem Sohn jetzt zutage tritt, sind die "normalen" aggressiven Anlagen in jedem Menschen. Die werden durch die Ki-ga-Erlebnisse regelrecht wachgerufen. Auf dieser Stufe handelt es sich nach meiner Interpretation der Beziehungsprobleme noch um eine Entwicklungskrise. Auf diese müssen Sie aber einfühlsam reagieren, damit es keine Beziehungsstörung wird. Dazu gehört es auch, dass Ihr Sohn auch wieder ein paar Tage zu Hause bleiben kann, wenn er absolut nicht in den Ki-ga gehen will. Viele Grüße
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