Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Fremdbetreuung

Frage: Fremdbetreuung

Mitglied inaktiv

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Hallo Herr Dr. Posth, unsere Tochter ist 21 Monate alt und wird nach wie vor überwiegend von mir betreut. Zum Papa hat sie eine gute Beziehung, finde ich; mit ihm verbringt sie gerne Zeit und kann längere Zeit mit ihm alleine bleiben, wenn ich mal weg muss. Vor ein paar Monaten war meine Mutter bei uns mehrere Wochen lang; nach einer Eingewöhnungszeit ist Jana auch mit ihr tagsüber gerne geblieben. Am liebsten bleibt sie zwar bei mir, früher war sie auch sehr anhänglich, aber Erfahrung zeigt, dass Betreuung durch andere ohne jeglichen Stress durchaus geht. Nun wollten wir sie vor drei Monaten dreimal die Woche für zwei Stunden zu einer Freundin bringen, da ich wieder zur Uni gehe. Sie hat sich dort sofort sehr wohl gefühlt; nach Eingewöhnungszeit bin ich gegangen und sie hat es ohne Weinen akzeptiert. Etwa zwei Wochen ging alles gut. Dann wollte sie mir nicht mehr loslassen und hat nur geschrien, wenn ich ging. Also bin ich zurückgekehrt und bin wieder eine Weile zusammen mit ihr dorthin gegangen. Wenn ich da bin, genießt sie die Zeit dort, mal habe ich versucht, wieder zu gehen, schrie sie wieder und wollte sich nicht von anderen beruhigen lassen. Also haben wir für die nächsten paar Monate auf Fremdbetreuung ganz verzichtet. Nun meine Fragen: Mir ist klar, dass meine Tochter es nicht ganz geschafft hat, eine enge Beziehung zur neuen Betreuungsperson aufzubauen. Aber WIE bauen die Kinder eine gute Beziehung zu einer neuen Betreuungsperson auf bzw. wie sollte sich diese Person (keine mit uns zusammen lebende Familienangehörige) mit dem Kind am Anfang beschäftigen, damit das funktioniert? Könnte man schon am alltäglichen Verhalten des Kindes erkennen, dass es grundsätzlich "fremdbetreuungsreif" ist? Wie kann ich die soziale Entwicklung meines Kindes im zweiten und dritten Lebensjahr fördern? Vielen Dank und entschuldigen Sie bitte den langen Text! Kati


Mitglied inaktiv

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Hallo Kati, ich habe sechs Monate nach der Geburt wieder begonnen drei volle Tage die Woche zu arbeiten. Unser Sohn wird in dieser Zeit "fremdbetreut". Die Eingwöhnungsphase dauerte rd. 4 Wochen. Es gab zunächst immer ein schreckliches Geheule, wenn ich gehen wollte. Der Rat einer befreundeten dreifachen Mutter, deren Kinder alle außerhalb der Familie betreut werden hat mir sehr weitergeholfen. Ihr Tipp war: Keine lange emotionale Verabschiedung durch die Mutter. Einfach tschüß-sagen und gehen. Auch wenn hinter einem das Inferno losbricht. Nicht zurückgehen! Das habe ich getan. Es ist mir denkbar schwer gefallen. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass mein Sohn nach max. 3 Min. wieder ruhig war, begann zu spielen und sich anderen Dingen zuzuwenden. Mittlerweile ist er 16 Mte. alt, quietschvergnügt und mag seine Tagesmutter und deren Kinder wirklich gern. Wir haben keinerlei Probleme mit der Betreuung. Wenn er nicht gut 'drauf ist (Zähne, Erkältung o.ä.) gibt es beim Abschied noch ab und an kurz Gejammer. Aber sobald wir außer Sichtweite sind, beruhigt er sich sofort. Vielleicht hilft Dir dieser Tipp weiter. Man muß allerdings zunächst seinem Mutterherz einen Stoß geben. Ich habe jedoch mittlerweile den Eindruck, dass es auch meinem Sohn gut bekommt und er regelrecht "stolz" ist, auch eine Zeit ohne Mama und Papa auszukommen.


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