Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Essen wie ein Baby

Frage: Essen wie ein Baby

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Hallo HR. Dr. Posth, ich hätte da mal wieder eine Frage an Sie, betreffend Trotz bzw. "alleine machen". (PS: das emotionale bewußtsein habe ich gelesen; Teil 2 und 3). Meine Tochter (25 Monate) hat vor ziemlich genau 1 Jahr angefangen, alleine zu essen. Teilweise indem sie einfach meine fütternde Hand weggestoßen hat, teilweise indem ich ihr einfach einen Löffel gab und sie hab machen lassen, soferne sie das wollte. Seit einigen Monaten ist es komplett anders. Sie ißt ein paar Löffel alleine, dann verlangt sie förmlich danach von mir gefüttert zu werden. Entspricht das nicht dem genauen Gegenteil vom Trotz? Bzw. dem Selbständigkeitsbestreben von Kindern in etwa in diesem Alter. Auchs so zeigt sie überhaupt keinerlei Anstalten, irgendetwas alleine machen zu wollen (zB ausziehen). Es gab aber mal Zeiten, wo das alles anders war. So wollte sie letztes Jahr immer Schuhe-zubinden. Ich habs versucht, ihrs zu erklären, sie konnts aber nicht. Heut interessiert sie das nicht mehr. Auch helfen (zb beim staubsaugen, beim Wickeln selber abwischen, Joghurtbecher selber in ABfallkorb shcmeißen) alles Dinge, die sie selber machen wollte und durfte, die sie aber heute nicht mehr interessieren. Sonstige Trotzanfälle bei (gutüberlegtem) Nein oder wenn beim Spielen was nicht so klappt, wie sie gern hätte, gibts. Mal mehr, mal weniger. Ist dieses "nichtsalleinemachenwollen" normal, oder mache ich was falsch??? Soll ich sie mehr ermutigen, mal wieder was selber zu probieren (wobei ich das ja eigentlich eh mache, aber sie will nicht) oder verlange ich zu viel von ihr? Sie ist allgemein sehr mama-bezogen (abendl. Fläschchen darf nur ich geben, waschen/zähneputzen geht nur, wenn ich dabei bin und auch wickeln darf der Papi oft nur, wenn ich zumindest im Zimmer bin) Danke für Ihre Antwort lg Helma


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Melma, das Verwirrende für viele eltern ist, daß die Entwicklungsstränge beim Kind nicht immer klar in eine Richtung gehen. Immer wieder gibt es Stillstände, Sprünge und Widersprüchlichkeiten in den Prozessen. Das kann im Kind selbst begründet liegen (Reorganisation im Gehirn u.ä. ), das kann aber auch Gründe im unmittelbaren Lebensumfeld haben. diese sind manchmal so banal, daß man sie als Erwachsener gar nicht richtig bemerkt. Für das Kind verbindet sich damit dann aber eine gewisse Bedeutung. Scheinbare Rückschritte in der Entwicklung bezeichnet man als Regression, wobei eine solche Regression gar nicht einmal immer als pathologischer Prozeß angesehen werden muß. Ist es eine natürliche Regression, z.B. durch eine körperliche Krankheit, folgt meist darauf ein Sprung. Das hat einige mehr esoterisch denkende Menschen dazu veranlaßt, von der entwicklungsfördernden Wirkung einer Krankheit zu sprechen. Die Krankheit muß natürlich so heftig sein, daß auch tatsächlich eine Regression eintritt. Viele Grüße


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Helma, das Verwirrende für viele Eltern ist, daß die Entwicklungsstränge beim Kind nicht immer klar in eine Richtung gehen. Immer wieder gibt es Stillstände, Sprünge und Widersprüchlichkeiten in den Prozessen. Das kann im Kind selbst begründet liegen (Reorganisation im Gehirn u.ä.), das kann aber auch Gründe im unmittelbaren Lebensumfeld haben. Diese sind manchmal so banal, daß man sie als Erwachsener gar nicht richtig bemerkt. Für das Kind verbindet sich damit dann aber eine gewisse Bedeutung. Scheinbare Rückschritte in der Entwicklung bezeichnet man als Regression, wobei eine solche Regression gar nicht einmal immer als pathologischer Prozeß angesehen werden muß. Ist es eine natürliche Regression, z.B. durch eine körperliche Krankheit, folgt meist darauf ein Sprung. Das hat einige mehr esoterisch denkende Menschen dazu veranlaßt, von der entwicklungsfördernden Wirkung einer Krankheit zu sprechen. Die Krankheit muß natürlich so heftig sein, daß auch tatsächlich eine Regression eintritt. Viele Grüße


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