Mitglied inaktiv
lieber dr. posth, ich habe eine 3.5 jaehrige tochter, die bis vor 3 wochen gestillt wurde; seit langer zeit nur noch nachts und am wochenende; in der woche bleibt sie ohne probleme den ganzen tag in der spielschule und jetzt im kindergarten. das stillen, das ich mit freundlichem zwang beendet habe (nach einer zahnentfernung sollte ich die folgende nacht nicht stillen und habe dieses fuer ein woche durchgezogen, dann war das theme stillen zu ende). allerdings hat meine tochter sich nicht geaendert, was das schlafverhalten angeht: sie braucht kontakt zu meinem koerper, d.h. hautkontakt, und da sie nun nicht mehr meine brust hat, nimmt sie meine beine, wickelt sich drum, lutscht am daumen und streichelt die haut, bis sie wegschlummert. sie braucht also diese naehe. wenn ich nicht in reichweite bin, ist sie ein aufmerksames, nettes kind, das viele freunde hat und sogar eine beruhigenden einfluss auf die aelteren kampfhaehne in der schule hat. WENN ICH NICHT IN DER NAEHE BIN!!! sobald ich zur verfuegung stehe (ob ich will oder nicht) nimmt sie mich voll in anspruch. sie spricht mit jammerndem ton oder weint hat wutanfaelle, wenn ich aml nein sage und dabei bleibe hoert nicht zuende (rede ich zuviel?) macht extra, was ich "verboten" habe unterbricht mich, wenn ich mich um andere sachen kuemmere kann es nicht aushalten, wenn ich mit anderen spreche etc etc etc was kann ich tun, dass sie begreift, dass ich nicht immer nur sie im vordergrund haben kann? sie hat einen 6 jaehrigen bruder, der viel ruhiger ist. sie kann sehr gut alleine spielen, singt viel und spricht mit ihren puppen oder eingebildeten personen, sie wird nicht mit materiellen dingen verwoehnt aber wenn SIE will, dass ich da bin fuer sie, dann faengt ein schwieriger und nervenzerrender moment an. 9 monate schwangerschaft waren 9 monate wut (ich wollte kein 2. kind) kann es sein, dass sie diese wut mitbekommen hat? so sehr ich jedoch gegen die schwangerschaft war, so sehr bin ich ihr nun nahe; eine naehe, die ich mir nie habe ertraeumen lassen. ist all diese "normal", oder was koenne Sie mir raten???? christina
Liebe Christina, Ihre Frage geht in Richtung auf das Thema Langzeitstillen, zu dem nicht nur hier im Forum, sondern weltweit höchst kontroverse Meinungen vertreten werden. "Langzeitstillen" ist auch ein Stichwort! Ihre Situation bestätigt meine Auffassung. Langzeitstillen, auch wenn nur nachts, erschwert die Loslösung aus der primären Bindung. Wird aber das Zeitfenster zur Loslösung (etwa eineinhalb bis drei Jahre) einigermaßen verpaßt oder gelingt die Loslösung aus anderen Gründen nicht, dann bekommt das Kind ein Problem mit der Selbständigkeit. Da jedes Kind sich loslösen muß, um selbtändig zu werden, um ein autonomes Selbst zu entwickeln, benutzt es hierzu im späteren Zeitfenster andere Mechnismen, die altersgemäß von verstärktem Trotz und Aggression gekennzeichnet sind. Solche Aggression ergeht sich in oppositionellen Verhaltensweisen und Provokationen. Das hindert die Kinder nicht daran, nachts auch wieder extrem anhänglich zu sein. Extreme Anhänglichkeit ist das gegenteilige Zeichen der Loslösung. In gewissem maße müssen Sie das Verhalten Ihrer Tochter jetzt tolerieren, um Ihr den Weg in die Selbständigkeit nicht weiter zu erschweren. Um der sozialen Verträglichkeit willen müssen Sie jetzt aber die gewünschten Regeln klarer formulieren und entschiedener umsetzen. Auf keinen Fall dürfen Sie sie aber jetzt in die Selbständigkeit zwingen. Viele Grüße
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