Mitglied inaktiv
Hallo, unsere älteste Tochter wird im Dezember 3 Jahre, die jüngere ist jetzt 6 Wochen alt. Franca war schon immer etwas anstrengend, sehr Mama-fixiert, sehr schmusebedürftig, sensibel, manchmal aber auch jähzornig, ungeduldig. Sie schläft keine Nacht durch, kommt jede Nacht in unser Bett und sollte ich mal nicht da sein, schreit sie derart, dass es einem hysterischen Anfall gleich kommt. Die Tröstungsversuche ihres Vaters machen sie dann lediglich aggressiv ("Geh weg, hau ab! Die Mama soll kommen.") Nun hat sie seit 6 Wochen "Konkurrenz", was natürlich eine enorme Umstellung für sie bedeutet. Ihrer Schwester gegenüber ist sie bislang ganz lieb (gottseidank!). Aber seitdem haben sich ihre ohnehin ausgeprägten Jammeraktionen extrem verstärkt. Sie wirkt ständig wie übermüdet, fängt für jeden Mist an zu heulen, weil sie z.B. ein bisschen Wasser auf ihren Schuh verschüttet hat oder weil sie Pipi machen soll, ich ihr den falschen Löffel gegeben habe oder ähnliches. Mittlerweile ist ihr Gejammer so ausgeprägt, dass ich nur noch genervt darauf reagiere, sie teilweise sogar anschreie. Außerdem reagiert sie (aber schon länger) gegenüber Fremden, die sie ganz freundlich ansprechen, ziemlich aggressiv. Schau ich sie dann verärgert an, fängt sie sofort an zu weinen und will in die Arme genommen werden. Sie provoziert ständig, ist aber einem emotionalen Konflikt mit mir gar nicht gewachsen und sagt weinend "ich bin wieder lieb. So geht das den ganzen Tag. Ich schmuse eigentlich sehr viel mit ihr und meine Eltern wohnen auch hier im Haus und sind viel mit ihr beschäftigt. Wie soll ich mich hier verhalten? Vielen dank für die Antwort. Judith
Liebe Judith, ganz einfach, geduldig! Aber gerade das ist für Sie nicht einfach. Nur für Ihre Tochter wäre es gut. Offenbar hat sie bisher noch wenig Selbstvertrauen entwickeln können und jetzt fühlt sie das wenige, das sie besitzt, auch noch bedroht. Immerhin sieht sie nicht in ihrer Schwester die Bedrohung, sondern in allen anderen, die sie herausfordern. Sie tut genau das, was alle Kinder in solchen Situationen tun, nämlich scheinbare Rückschritte in der eigenen Entwicklung machen. Man nennt das Regression. Reicht das dann nicht aus, z.B. wenn sich der Adressat, meistens die Eltern, dem entzieht oder das Kind mit Kritik abstraft, dann schlägt die Sache in Aggression um, die der Selbstverteidigung dienen soll. Immerhin erlebt ein Kind dieses Alters ja jetzt aggressive Impulse. Der logische Schluß: Sie oder jemand, der Sie vertreten darf, muß sie aufwerten, ihr Selbst fördern, sie zuversichtlich und stark in ihrer eigenen Person machen. Gemeinsame Unternehmungen, verbale Hervorhebungen ohne plumpes Lob, auch mal ein Geschenk etc., das sind die Methoden, ein sich zurückgesetzt fühlendes Kleinkind wieder von sich selbst zu überzeugen. Und ganz viel Geduld und Zuwendung. Auch Zuhören, denn auch kleine Kinder kennen schon Sorgen. Viele Grüße
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