Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Abschied

Frage: Abschied

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Sehr geehrter Dr.Posth, vielen Dank für den Tipp mit den Viburcol-Zäpfchen,es sind tatsächlich schon die vorderen Backenzähne die gerade durchbrechen. Heute habe ich eine Frage bzgl. des Verhaltens meines 11 Mon. alten Sohnes bei Abschieden.Immer wenn wir Besuch hatten oder z.B. Papa geht, fängt er seit ca 2-3 Monaten zu weinen an, sobald derjenige die Treppe runterläuft. Auch wenn ich mit ihm auf dem Arm oder im Tragetuch draußen bin und mich kurz mit jemandem auf der Straße unterhalte und dann weiterlaufe oder der andere weiterläuft muss mein Schatz weinen.Ich versuche ihn dann immer ganz schnell abzulenken bzw. zuhause, wenn Papa oder Oma gehen, gehen wir gar nicht mehr mit zur Tür & auch unseren Besuch verabschieden wir oft schon im Wohnzimmer. Hat das etwas mit seinem Charakter zu tun (ich schätze ihn als fröhlich & sensibel ein) oder ist das eine momentane Entwicklungsphase? Vielen herzlichen Dank für Ihre immer sehr wertvollen Einschätzungen & Ratschläge!Herzliche Grüße Melli


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Thema Tod Hallo, das, was Sie von Ihrem sicher sehr sensiblemn Sohn schildern , bestärkt mich in der Ansicht, dass es so etwas wie ein Urphänomen des Trennens in der menschlichen Existenz gibt. Die Gefühle hierzu liegen ganz dich bei der Angst und dem seelischen Schmerz, denn die faktische Wirkung des Sich-trennens ist dem Säugling nicht bekannt. Weggehen, verschwinden, sich verabschieden könnte ja ebensogut gleich wieder-da-sein bedeuten und damit kein Angst hervorrufen müssen. So wie ein Gegenstand, der wegrollt, nicht wirklich weg ist, sondern hinter vielleicht dem Sofa wieder auftaucht. Woran erkennt der ältere Säugling, dess die Verabschiedung von Menschen etwas Quälendes, Schmerzliches ist? Einmal ist es für den älteren Säugling längst ein Unterschied, ob ein Ding verschwindet, "nur" ein Tier oder ein Mensch. Zum Anderen aber spürt der Säugling intuitiv, dass das Fortgehen von Menschen Bedrohung für die eigene Sicherheit und auch für sein seelisches Wohlbefinden ist. Die Eskalation dieses Vorgangs im späteren, erwachsenen Leben ist der Tod. Säuglinge befürchten wohl, das wäre nämlich die Schlussfolgerung den Tod des Fortgehenden, ohne zu wissen, dass es den Tod gibt. Es bleibt also eine tiefe, menschliche Intuition, die sich da von Anfang der menschlichen Seele bemächtigt und das Fortgehen anderer Menschen zum elemntaren Verlustgeschehen macht. Das eine Kind erlebt diese Intuition sehr viel intensiver als das andere. Was ist die Konsequenz aus diesen Gedanken: Erstens nie das eigene Fortgehen in der Wirkung auf das Kind unterschätzen. Eltern, die ihre Kinder allein zu Hause gelassen und nicht für eine zuverlässige Ersatzbezugspersone gesorgt haben, setzen ihre Kinder der Todesangst aus. Zweitens: unvermeidliche Abschiede von Freunden und Verwandten nicht unnötig ausdehnen oder gar gezielt ins Bewusstsein heben unter der irrigen Vorstellung, daran müsse sich der Mensch früh gewöhnen. Nicht auszudenken, was das bedeutete unter der Maßgabe, hier geht es um die Todesahnung. Viele Grüße


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