Sylvia Ubbens

Umgang mit Wutanfällen. Frustartionstoleranz üben

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,
meine Tochter wird in wenigen Tagen ein Jahr alt. Seit längerem schon zeigt sie sehr deutlich wenn ihr etwas nicht passt.
Beispiel: wir schauen zusammen ein Buch an. Sie will es lieber kaputt beissen. Ich lege das Buch weg. Sie versucht, an das Buch zu kommen, das gelingt ihr nicht. Daraufhin fängt sie an zu brüllen, die Fäuste zu ballen und dreht sich weg. Sie weint dann mit hochrotem Kopf und Tränen. Sie reagiert nicht auf Ansprache, allerhöchstens dass sie noch lauter wird, wenn ich mit ihr rede oder sie anfasse. Wenn ich nichts mache und nur abwarte dauert es 5-15 Minuten, bis sie wieder die Augen aufmacht und ihr so z.B. anderes Spielzeug in die Augen fällt und sie sich beruhigt. "Abstellen" kann man die Wut nur, indem man nachgibt. Teilweise muss ich nachgeben, weil sie sich sonst selbst verletzt. Wenn wir z.B. essen und sie nicht mehr in ihrem Hochstuhl sitzen will. Dann kann es passieren, dass sie in Wut den Kopf auf den Tisch schlägt. Ich muss sie also sofort raus nehmen.
Wie gehe ich damit um, damit sie eine gesunde Frustrationstoleranz erlernt?
Die Situationen häufen sich. Abends beim Schlafanzug anziehen gibt es jedes Mal Gebrüll aber dann ist sie ja auch müde. Generell reagiert sie eher mit einem Wutanfall wenn sie müde ist.
LG Marie

von marimey am 28.01.2019, 11:33 Uhr

 

Antwort auf:

Umgang mit Wutanfällen. Frustartionstoleranz üben

Liebe marimey,

gerne dürfen Sie des Öfteren mal "nachgeben". Beispiel Buch: Legen Sie das Buch, sobald kein Leseinteresse mehr besteht außer Sichtweite und lenken Ihre Tochter ab, bevor sie wütend wird.

Wird Ihre Tochter während der Mahlzeit wütend und möchte aus dem Hochstuhl um wenig später weiter zu essen oder möchte sie aus dem Hochstuhl, weil sie satt und fertig mit der Mahlzeit ist? Ist zweiteres der Fall, reagieren Sie gerne relativ schnell und nehmen Ihre Tochter von sich aus aus dem Hochstuhl, sobald sie mit dem Essen fertig ist, damit sie gar nicht erst wütend wird bzw.das Gefühl bekommt, dass sie aus dem Hochstuhl genommen wird, weil sie wütend geworden ist.

Die genannten Beispiele sollen aber nicht heißen, dass Sie Ihre Tochter vor allen möglichen Wutsituationen "beschützen" müssen. Im Alter Ihrer Tochter und in den nächsten Monaten darf viel mit Ablenkung gearbeitet werden. Wird Ihre Tochter dennoch wütend und es wird genügend Momente dafür geben, halten Sie es aus. Ihre Tochter hat schon gezeigt, was sie mag und was nicht. Ansprachen und Anfassen werden nicht ihre Sache sein. Sie sind in der Nähe Ihrer Tochter. Sie wird sich trösten lassen oder sich etwas anderem zuwenden, sobald sie soweit ist.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 28.01.2019

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