Sylvia Ubbens

Probleme mit Ängsten, Schule....

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

ich weiß gar nicht so richtig, wo ich eigentlich mit meinen Sorgen richtig bin.

Mein Sohn 7 Jahre alt war schon immer in vielem sehr sensibel.

Er hatte nach der Geburt (KS 1 Woche vor Termin), noch lange diesen Neugeborenenreflex,wo die noch so mit den Armen rudern, als würden sie fallen.

Er konnte nur richtig eng umrandet schlafen. Er war schon immer sehr anhänglich, hat bis 3 ,5 Jahren gestillt (ja ich fand das bevor es bei ihm so war auch komisch,wenn jemand so lange stillt). Man muss dazu sagen,dass wir ab dem 2. LJ nicht mehr wirklich gestillt haben, sondern er eher abends zum einschlafen so für 3-4 Nuckler an meiner Brust war. Jegliche Alternative dazu hat nicht funktioniert. Er brauchte also immer diesen Körperkontakt.

Er schläft auch immer noch nicht in seinem eigenen Bett, er hat darin einfach Angst,selbst mit Nachtlicht und ihm fehlt ganz arg der Körperkontakt. Er schläft also bei uns im Elternbett oder bei einem seiner größeren Geschwister (12 und 14J).

Er ging eigentlich immer ohne Probleme in den Kiga, bis hier im Kiga die Erzieherinnen ihn wegen seiner sensiblen Art und weil er nicht grad der große und kompakte Typ war im Vorschulalter immer zu den 3 jährigen zum Spielen gesetzt haben. Er wurde also förmlich klein gehalten. Bei Gesprächen mit den Erzieherinnen kam immer nur von ihrer Seite,dass er halt noch so unreif wäre, er der langsamste in der Vorschule wäre, er nicht schulreif wäre etc. . Das haben sie wohl auch sehr offen als ich nicht anwesend war immer vor meinem Kind geäußert, trotz dass ich ihnen das untersagt hatte.
Der Kiga wollte auch dass er zurück gestellt wird, da er noch nicht schulreif wäre. Das sah allerdings die Dame auf dem Gesundheitsamt anders, die sagte sogar im Vertrauen,dass er einigen aus seinem Kiga weit voraus wäre. Also wurde er eingeschult. (Achja er wurde 1 Woche vor Schulbeginn 6 Jahre alt)

Ich kam auch in der Kiga-Zeit 2 mal als letzte im Spätdienst (von 12 bis 12:30 Uhr ist Spätdienst) ,da haben sie zu ihm gesagt: ob die Mama überhaupt noch kommt? Vielleicht hat sie dich vergessen...

Es kam wie es kommen musste, er wollte nicht mehr in die Vorschule/Kiga, jeder Tag wurde ein Kampf. Zudem war eine Erzieherin sehr ruppig mit ihm. Irgendwann endete das so,dass er nachts nicht mehr schlief und wieder einnässte. Ich war dann bei einer Beratungsstelle, die
empfahl mir ihn aus dem Kiga raus zu nehmen. Der Kiga war wohl für manches auch schon bekannt.
Angedacht war dann auch,dass er in einen anderen Kiga geht, allerdings hat er sich leider sein Schienbein kurz vor den Sommerferien (danach kam er zur Schule) gebrochen, damit hatte sich das erledigt.

Nun kam er letztes Jahr in die Schule,seither hat er echte Ängste, ich würde sagen Trennungsängste und sehr viele Unsicherheiten.Wir haben das Glück eine wirklich liebe Klassenlehrerin zu haben. Sobald er aber Religion oder Sport bei jemand anderes hat, dann fängt schon eine gewisse Unsicherheit an... Er hat Abends schon Ängste ob das morgen alles klappt, er mittags den Bus bekommt, die Lehrerin morgen schon da ist wenn er kommt, ob ich daheim bin wenn er heim kommt...

Morgens bekomme ich ihn gar nicht mehr dazu mit dem Bus zu fahren. Der Bus ist sehr voll, er sagt keiner wolle neben ihm sitzen....

Also bringe ich ihn jeden Tag zur Schule, was ich von meinen anderen beiden Kindern so gar nicht gewohnt bin.

Warum ich ihre Meinung, Erfahrung, ihren Rat gebrauchen könnte?

Weil ich das Gefühl habe, ich muss da etwas tun. Etwas für mein Kind. Aber auch etwas für mich als Mama, die die Situation echt zunehmend belastend empfindet.

Die 5 Monate keine Schule wegen Corona haben natürlich ihr nötigstes dazu getan, er ist nun in der 2. Klasse und wir verfallen wieder in das gleiche Muster....

Ich bin mittlerweile ratlos.


Danke für Ihren Rat
Nadine

P.S. Übrigens hat er ein super Zeugnis, macht in der Schule toll mit, ist ein ganz normales Kind, die Lehrerin ist sehr zufrieden mit ihm. Beim Logopäden oder Ergotherapeuten ist er das normalste Kind auf der Welt.....

von nawe am 25.08.2020, 10:09 Uhr

 

Antwort auf:

Probleme mit Ängsten, Schule....

Liebe nawe,

sprechen Sie mit der Klassenlehrerin. Wie bewertet sie die Ängste bzw. Unsicherheiten? Sieht sie es genauso oder zeigt Ihr Sohn seine Ängste "nur" zu Hause? Wie verhält sich Ihr Sohn im Religions- und Sportunterricht?

Trifft sich Ihr Sohn am Nachmittag mit Freunden? Ist er den Freunden gegenüber aufgeschlossen oder hält er sich auch dort zurück? Ist Ihr Sohn in einem Sportverein o.ä.? Hat er Freude daran oder zeigt er auch hier Ängste?

Wichtig ist zu erfahren, ob Ihr Sohn vornehmlich zu Hause von Ängsten berichtet oder ob er diese im Sportunterricht usw.. auch auslebt. Melden Sie sich gerne noch einmal.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 25.08.2020

Antwort auf:

Probleme mit Ängsten, Schule....

Ganz ehrlich?
Ich denke nicht, dass dies ein Erziehungsproblem ist.
Ich würde einen Termin bei einem Kinderpsychologen ausmachen.
Nicht, weil euer Kind gestört wäre oder irgendwelche gravierenden psychischen Probleme.
Aber er scheint ja selbst darunter zu leiden, nicht so selbstbewusst/offen gegenüber Veränderungen zu sein, hat Ängste bzgl. des erst kommenden Tages.
Ich denke schon, dass da ein Psychologe, der diese Ängste und Unsicherheiten gut einschätzen kann, euch besser beraten kann, wie ihr ihm da helfen könnt.
Auch für dich wäre es ja wichtig und entlastend zu wissen, wie genau du ihn unterstützen kannst.

von cube am 25.08.2020

Antwort:

Nachtrag

Evt. war er eben doch nicht wirklich schulreif auf der sozial-emotionalen Ebene.

Nur, das kann man jetzt ja nicht mehr Mittels Ausschulung rückgängig machen.
Daher meine Überlegung, sich da echten fachlichen Rat zu holen, damit sich diese Ängste eben nicht noch weiter manifestieren.

von cube am 25.08.2020

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