Sylvia Ubbens

Plötzlich schlechter Schlaf mit 22Mt / Ich habe Angst

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Liebe Frau Ubbens

Ich gelange mit zweierlei Fragen an Sie.
Ausgangssituation: 1. Kind, unsere Tochter ist nun knapp 23 Mt alt, ein sehr aufgewecktes, aktives und zufriedenes Kind, das sich sowohl motorisch als auch sprachlich sehr gut enwickelt. Starker Willen. Ich erwarte im Mai unser 2. Kind.
Sie war noch nie eine gute Schläferin (gute Phasen = 0-2x kurz wach pro Nacht, Schnuller geben, schnelles Wiedereinschlafen. Schlechte Phasen 6x wach etc...), sodass wir in der Schlafberatung im Kinderspital waren. Hier mittel 14d Schlafprotokoll: geringer Schlafbedarf, von uns leicht überschätzt, nun schläft sie 'by the clock', 1h tagsüber, 9.5-10h nachts, dann wecken wir sie. So hatten wir die letzten Monate eine gute Schlafsituation erreicht, Gitterbett am Fusse unseres Bettes, sie schlief schnell ein mit Schoppen (nächstes Ziel, diesen abzugewöhnen) und schlief entweder durch oder stand zwischen 2 und 5 Uhr morgens am Gitter, rief "rauskommen", dann nahmen wir sie in unser Bett (keine nächtlichen halbstündigen Einschlaf-Übungen mehr), wo sie +/- ruhig durchschlief. damit konnten wir alle gut leben und etwas Energie zurückgewinnen. Ein eigentliche Einschlafritual war bisher nicht nötig, da sie von selber abends innert Minuten von aktiv zu müde wechselte und dann ins Bett wollte, wo sie praktisch immer innerhalb von wenigen Min einschlief.

Vor ca. 2 Mt war sie eine Woche lang krank (Bronchitis, 5d lang Fieber), seither macht sie einen rasanten Entwicklungsschub. ch den Skiferien vor 1 Mt, wo sie bei uns im Bett schlief, konnten wir sie wieder daran gewöhnen, im eingenen Bett einzuschlafen. Nun aber wacht sie viel häufiger auf, immer leicht weinend, wimmernd oder "nein, nicht gut" jammernd, lässt sich nicht trösten im eigenen Bett, sodass wir sie zu uns nehme. Dies nach immer kürzerer Zeit nach dem einfschlafen (meist zw. 23+00 Uhr). Seither schläft sie auch motorisch sehr unruhig, zappelt und dreht sich, sitzt zt auf und wimmert, sucht Körperkontakt, sodass wir nicht mehr gut schlafen.
Begonnen hat dies schon etwas vor den "Lock Down" Massnahmen wegen Corona, wir geben sie nicht mehr in die KITA seit 2 Wochen, zuvor hatte sie einige Male geweint beim Abgeben oder gesagt, sie wolle nicht gehen, was Neu war.
Tagsüber unverändert zufrieden, geniesst, dass wir nun Homeoffice machen.

Ist dies alles nur wegen dem Entwicklungsschub? Hält nun auch schon ein paar Wochen an und wir bräuchten natürlich den Schlaf, gerade in Hinblick auf die Geburt. Zuvor war die Situation für alle 3 gut machbar so.

Die 2. kürzere Frage:
Seit 2-3 Wochen sagt sie öfters mal, sie habe Angst (manchmal wirkt sie leicht ängstlich dabei, hält an, manchmal wirkt sie recht entspannt). Zb vor Insekten (was wir ihr nicht vorleben) oder vor Mönnern, die vorbeigehen. (Zuerst war hier einmal dîe Äusserung nach der KITA: sie habe Angst vor einem Mann gehabt im Wald). Passiert sei nichts, hat man mir glaubhaft versichert, sie war ja auch immer unter Aufsicht draussen).
Wir versuchen, dann jeweils zu sagen, der Mann/die Schnecke sei lieb, sie müsse keine Angst haben, die Schnecke sagt "hallo..." , streicheln sie zusammen etc. Manchmal reagiere ich auch nicht gross, um der Angst-Äusserung keinen allzugrossen Raum zu geben.
Wie beurteilen sie diese Angst?

Herzlichen Dank und liebe Grüsse
luna

von luna2 am 07.04.2020, 10:31 Uhr

 

Antwort:

Plötzlich schlechter Schlaf mit 22Mt / "Ich habe Angst"

Liebe luna,

führen Sie ein Abendritual ein. Zum Beispiel nach dem Abendessen umziehen, Zähneputzen und eine Gute-Nacht-Geschichte. Während der Geschichte wird mit Mama oder Papa gekuschelt und Ihre Tochter kann entspannen und runterfahren. Legen Sie Ihre Tochter auch immer etwa zur gleichen Zeit schlafen. Ihr Körper kann sich so auf Entspannung einstellen. Vielleicht versuchen Sie, das Zubettgehen in den nächsten zwei Wochen eine halbe Stunde hinauszuzögern. Schläft Ihre Tochter nun fester und ruhiger? Wichtig ist, Ihre Tochter die halbe Stunde Schlaf nicht am Morgen nachholen zu lassen, es sei denn, sie wirkt sehr übermüdet.
Wird sie in der Nacht wach, sollten Sie, wenn Sie Ihre Tochter nicht mit ins Elternbett nehmen möchten, am Kinderbett sitzen bleiben. Eine Hand beruhigend auf den Bauch, eine an den Kopf und dabei bleiben, bis sie wieder eingeschlafen ist. Vielleicht kann der Papa dies für ein paar Tage übernehmen, damit Sie die nötige Ruhe bekommen und Kraft tanken können.

Die Angstäußerungen sind ganz normal und gehören in dem Alter zur Entwicklung dazu. Manche Ängste scheinen begründet, andere nicht. Bleiben Sie bei Ihrer Vorgehensweise und erklären weiterhin mit entsprechenden Handlungen, wenn dies passt, wie die Schnecke zu streicheln, dass zumindest Sie keine Angst vor Schnecken haben.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 07.04.2020

Antwort:

Plötzlich schlechter Schlaf mit 22Mt / "Ich habe Angst"

Danke für Ihre Antwort. Puh, noch später ins Bett, wird habens einige Male probiert und sie hat tatsächlich geschlafen, vielleicht waren wir in den letzten Wochen mit Krankheit/Ferien/Coronaisolation etwas weniger strikt und 30min länger schlafen insgesamt macht ja doch manchmal was aus.
Wie ich es im Kopf habe, nimm der Schlafbedarf in den nächsten Jahren kontinuierlich leicht ab, ist das korrekt? Wie finde ich dann jeweils raus, ob sie eine schlechte Schlafphase hat weil sie plötzlich weniger Schlafbedarf hat oder ob es aus einem anderen Grund ist? Wie merke ich, dass es dann doch zu wenig Schlaf ist?

Aktuell versuchen wir, von den 2x30min Tagesschlaf auf einen stündigen Nachmittagsschlaf zu kommen, klappt aber fast nie, weil sie einfach um 11 Uhr meist fast nicht mehr wachzuhalten ist. Und wenn wir sie um 11 schon eine Stunde schlafen lassen, dann hat sie die müde Krise um 1900 o.ä., was dann zu spät ist, um ise länger als 5min schlafen zu lassen. In der Kita schläft sie meist- min nam Stück, aber halt genau mittags wenns ums essen geht und hat dann abends oft auch die müde krise.
Haben Sie da Tipps, wie wir vorgehen sollen?

Und haben Sie ev. Tipps, wie wir sie am besten vom Einschlafschoppen entwöhnen? Sinnvoll wär ja, nach dem Zähneputzen keine Milch mehr.

Herzlichen Dank!
Luna

von luna2 am 11.04.2020

Antwort:

Plötzlich schlechter Schlaf mit 22Mt / "Ich habe Angst"

Liebe Luna,

sobald Ihre Tochter weniger Schlaf benötigt, wird sie weniger schlafen und dabei tagsüber ausgeruht und nicht müde sein.

Zögern Sie den ersten Tagschlaf alle drei Tage um 15 Minuten hinaus. Bestenfalls sind Sie um die müde Zeit mit Ihrer Tochter aktiv, wie z.B. auf einem Spaziergang, so dass sie selbst die Müdigkeit nicht unbedingt merkt.

Die Milch wird Ihre Tochter nicht freiwillig aufgeben. Aus dem Grund werden Sie als Eltern den Zeitpunkt festlegen, ab wann es keine Milch mehr gibt. Erklären Sie Ihrer Tochter vor dem Bettgehritual, dass es ab heute keine Milch mehr gibt, sie aber gerne noch ein wenig Wasser bekommen kann. Halten Sie möglichen Protest aus. Nach wenigen Tagen/Abenden wird Ihre Tochter sich daran gewöhnt haben und auch ohne Milch einschlafen können.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 14.04.2020

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